International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

China zwingt Muslime in Umerziehungslager – sagen Menschenrechtler

Muslime sollen massenhaft in Umerziehungslager gesteckt und gezwungen werden, Lobeshymnen auf die Kommunistische Partei zu singen. Das wirft die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" (HRW) der chinesischen Regierung vor und fordert deshalb Sanktionen der Vereinten Nationen.

Die Vorwürfe gehen aus einem neuen Bericht der Organisation hervor. Die muslimische Volksgruppe der Uiguren werde in der westlichen Provinz Xinjiang massiv unterdrückt. 

Sophie Richardson, HRW-Direktorin für China, sagte:

"Die chinesische Regierung verübt in Xinjiang Menschenrechtsverletzungen in einem Ausmaß, das wir seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben."

Die Organisation hat Interviews mit dutzenden Betroffenen und Angehörigen geführt und kommt zu dem Ergebnis, dass die Behörden immer häufiger Masseninhaftierungen veranlassen, sowohl in regulären Haftanstalten als auch politischen Umerziehungslagern. Berichte, wonach eine Million Menschen in den Lagern festsitzen, seien "glaubwürdig".

Uighurs and their supporters rally across the street from United Nations headquarters in New York, Thursday, March 15, 2018. Members of the Uighur Muslim ethnic group held demonstrations in cities around the world on Thursday to protest a sweeping Chinese surveillance and security campaign that has sent thousands of their people into detention and political indoctrination centers. (AP Photo/Seth Wenig)

Bereits im März 2018 haben Uiguren und ihre Unterstützer vor der Zentrale der Vereinten Nationen in New York demonstriert. Bild: AP

Erzwungene Loblieder auf die Kommunistische Partei

Ähnliche Vorwürfe wurden im August bereits vor dem UN-Komitee zur Bekämpfung von Rassen-Diskriminierung in Genf laut, wo Komitee-Mitglied Gay McDougall warnte, dass die Region in "eine Art massives Internierungslager" umgewandelt werde. China wies diese Behauptung als "komplett unwahr" zurück.

Der Konflikt hat eine lange Geschichte:

Die Region gilt wegen der Spannungen zwischen Uiguren und Chinesen als Konfliktherd. Nach blutigen Unruhen 2009 und einer Reihe von Terroranschlägen gehen die chinesischen Sicherheitskräfte scharf gegen die Minderheit vor. Das Turkvolk fühlt sich wirtschaftlich, politisch und kulturell von den herrschenden Chinesen unterdrückt. Nach ihrer Machtübernahme 1949 in Peking hatten sich die Kommunisten das frühere Ostturkestan als autonom verwaltete Region einverleibt.

In der "New York Times" berichtet der 41-jährige Abdusalam Muhemet, er sei verhaftet worden, weil er auf einer Beerdigung einen Koran-Vers zitiert habe. Nach zwei Monaten in einem Umerziehungslager sei ihm und mehr als 30 weiteren befohlen worden, von ihrem alten – religiösen – Leben abzukehren. Die "New York Times" kommt zu dem Schluss: "Das Ziel ist es, jede Hingabe an den Islam zu beseitigen."

Wird die Provinz zum totalen Überwachungsstaat?

Auch außerhalb der Hafteinrichtungen nehme die Unterdrückung durch eine "durchdringende und ständige Überwachung" zu, so "Human Rights Watch". Nachbarn würden ermutigt, sich gegenseitig auszuspionieren. Modernste Überwachungssysteme, die Biometrik, künstliche Intelligenz und Spyware nutzen, würden eingesetzt. Mehr als eine Million Beamte und Polizisten würden zur Überwachung der Bevölkerung mobilisiert.

Angesichts der "überwältigenden Beweise" forderten die Menschenrechtler die Verhängung von Sanktionen gegen China. "Wenn die Regierung nicht unter Druck gesetzt wird, ihre Menschenrechtsverletzungen zu beenden, wird sie dies in ihrem Handeln bestärken", sagte Richardson.

(fh/dpa)

#MeTwo zeigt den Alltagsrassismus in Deutschland

abspielen

Video: watson/Lia Haubner

Das könnte dich auch interessieren:

Helene Fischer mit Ex Florian Silbereisen auf Jacht gesichtet – seine ehrlichen Worte

Link zum Artikel

Dieter Bohlen über Helene Fischers Mega-Flop: "Das Problem erklär ich dir!"

Link zum Artikel

Hartz-IV-Empfängerin erhebt Vorwürfe gegen Jobcenter – jemand schreitet ein

Link zum Artikel

Jacht-Milliardär ersteigerte wohl Auftritt von Helene Fischer – so viel kostete es

Link zum Artikel

Heidi Klum postet haariges Bett-Video mit Tom – ihre Fans sind, äh, verstört

Link zum Artikel

Wir haben mit Hartz-IV-Empfängern kein Mitleid – das muss sich ändern

Link zum Artikel

Mats Hummels zum BVB: Cathy setzt Gerüchten um Umzug ein Ende

Link zum Artikel

Millionen sahen Hartz-IV-Empfänger bei "Armes Deutschland" – jetzt rechnet er mit RTL 2 ab

Link zum Artikel

Capital Bra will Helene Fischer nach Mega-Flop helfen: "Wir holen die da raus"

Link zum Artikel

"Wirklich verwirrend" – "Dark"-Star verrät, wie er am Set den Überblick behielt

Link zum Artikel

Mitten in der Grillsaison: Bei Edeka gibt es Ärger um Ketchup

Link zum Artikel

"In BVB-Bayern-Wendebettwäsche geschlafen"– die lustigsten Reaktionen zum Hummels-Wechsel

Link zum Artikel

Mit diesen 4 Tipps umgehst du die langsamste Kasse im Supermarkt

Link zum Artikel

Heidi Klum postet Oben-Ohne-Video – das sagt Lena Meyer-Landrut dazu

Link zum Artikel

Sommer bei H&M: Das sind die ekligsten Dinge, die mir als Verkäuferin passiert sind

Link zum Artikel

Das deutsche Badewasser ist hervorragend – nur nicht an diesen 6 Orten

Link zum Artikel

Mats Hummels für 38 Mio. zurück zum BVB: Warum ich als Fan sauer wäre

Link zum Artikel

9 Frauen aus den Anfängen des Rock'n'Roll, die die Musikwelt auf den Kopf stellten

Link zum Artikel

Ich wollte Eltern überzeugen, dass Impfen schlecht ist – und scheiterte glücklicherweise

Link zum Artikel

"Soll ich hier den Clown machen?": Kollegah rastet wegen Schweizer Festival aus

Link zum Artikel

Aldi schafft die Kasse ab: Discounter testet wegweisendes Konzept in China

Link zum Artikel

Diese Bilder von den Protesten in Hongkong geht gerade um die Welt

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Warum sich Trump im Persischen Golf verzockt hat

Die USA wollen den Iran mit "maximalem Druck" in die Knie zwingen. Stattdessen erhalten sie nun "maximalen Widerstand".

Für die brennenden Tanker im Persischen Golf gibt es zwei vollständig konträre Erklärungen. Die eine besagt: Die Amerikaner suchen einen Vorwand, um den Iran militärisch anzugreifen.

Die Vertreter dieser These verweisen auf die Ursprünge des Vietnamkrieges. Damals hatten die USA tatsächlich einen Angriff der Nordvietnamesen auf ein Schiff im Golf von Tonkin vorgetäuscht, um Truppen nach Indochina zu schicken. Auch George W. Bush hat seinen Irakkrieg mit erfundenen Massenvernichtungswaffen …

Artikel lesen
Link zum Artikel