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Fall des Ex-Spions Skripal: Großbritannien stellt Auslieferungsgesuch an Russland

Die britische Regierung will im Fall des Giftattentats auf den Ex-Agenten  Sergej Skripal die Auslieferung von zwei Russen in Moskau beantragen. Das berichtete der "Guardian" am Montag unter Berufung auf Regierungskreise.

Die beiden russischen Staatsbürger werden demnach verdächtigt, den Anschlag auf den ehemalige russischen Doppelagenten Sergej Skripal, 67, und seine Tochter Julia, 33,  ausgeführt zu haben. Britische Regierungsstellen und die Generalstaatsanwaltschaft in London wollten den Bericht jedoch zunächst nicht kommentieren.

Der Giftanschlag

Die Skripals waren Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank im englischen Salisbury entdeckt worden. Sie waren mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden und entkamen nur knapp dem Tod.

Auch Deutschland unterstützt die Sanktionen

Die britische Regierung bezichtigte Russland, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später experimentierten aber auch andere Länder damit. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück; der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus.

Mysteriöses zweites Attentat

Später kamen auch ein britisches Paar aus dem nahen Amesbury mit dem Nervengift in Kontakt. Sie hatten ein Fläschchen mit Nowitschok gefunden, das sie für einen Parfümflakon hielten. Die 44-jährige Frau starb am 8. Juli im Krankenhaus. Ihr 45 Jahre alter Partner überlebte. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang stehen .Sollte Russland den Auslieferungsantrag abweisen, was als wahrscheinlich gilt, könnte dem "Guardian" zufolge eine neue Runde gegenseitiger Ausweisungen von Diplomaten bevorstehen.

Großbritannien und andere westliche Staaten, darunter auch Deutschland, hatten bereits eine Reihe von russischen Diplomaten ausgewiesen. Zudem verzichteten Angehörige des Königshauses und Mitglieder der britischen Regierung auf einen Besuch der Fußball-WM in Russland. 

(dpa)

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