International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bild

Freyja Haraldsdottir hat die Glasknochenkrankheit. screenshot twitter/ifesdisability

Skandal in Island: Politiker machen sich über Schwerbehinderte lustig

Die isländische Bevölkerung steht momentan unter Schock, nachdem Tonaufnahmen eines privaten Gesprächs von Parlamentsabgeordneten veröffentlicht wurden.

Wie die BBC berichtet, hat sich eine Gruppe von sechs Personen, darunter Ex-Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson, in einer Bar in der Hauptstadt Reykjavik getroffen und sich über die schwerbehinderte Freyja Haraldsdottir lustig gemacht. 

(130716) -- BRUSSELS, July 16, 2013 (Xinhua) -- Prime Minister of Iceland Sigmundur David Gunnlaugsson listens to media at a press point after meeting with European Commission President Jose Manuel Barroso (not seen) at EU headquarters in Brussels, capital of Belgium, July 16, 2013. (Xinhua/Yan Ting) (yt) BELGIUM-EU-ICELAND-PM-GUNNLAUGSSON-VISITING PUBLICATIONxNOTxINxCHN

130716 Brussels July 16 2013 XINHUA Prime Ministers of Iceland Sigmundur David Gunnlaugsson listens to Media AT a Press Point After Meeting With European Commission President Jose Manuel Barroso Not Lakes AT EU Headquarters in Brussels Capital of Belgium July 16 2013 XINHUA Yan Ting YT Belgium EU Iceland PM Gunnlaugsson Visiting PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Auch Ex-Premier Gunnlaugsson ist in den Skandal verstrickt. Bild: imago

Haraldsdottir ist eine ehemalige Parlamentarierin und setzt sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung ein. Die Aktivistin hat selbst die Glasknochenkrankheit und kann sich nur liegend dank ihrem elektrischen Rollstuhl fortbewegen. 

Ein Gast in der Bar konnte seinen Ohren nicht trauen, als er am 20. November den Politikern zuhörte – und nahm das mehr als dreistündige Gespräch mit seinem Mobiltelefon auf. Die Konversation glich einer Hassrede und war geprägt von Kraftausdrücken und sexistischen Äußerungen. 

Besonders brisant: Die Personen zogen auf äußerst primitive Weise über Haraldsdottir her und bezeichneten sie mehrmals als "Schlampe". Doch damit noch nicht genug: Ein Mann imitierte die behinderte Frau und machte dazu Geräusche eines Seehundes, wie iceland monitor berichtet.

Proteste und Rücktrittsforderungen

Viele Isländer sind nach dem Bekanntwerden der beleidigenden Aufnahmen wütend. Am Sonntag versammelten sich rund 1000 Personen vor dem Parlament und forderten die Rücktritte der Politiker.

Vier der sechs Involvierten haben zwischenzeitlich eine Entschuldigung verfasst und der Presse zukommen lassen. "Es war keine Absicht gewesen, jemanden zu verletzen. Es ist klar, dass die Konversation unentschuldbar ist", zitiert BBC aus dem Schreiben. Und weiter: "Wir werden uns darauf konzentrieren, daraus zu lernen."

Gunnlaugsson hat sich zudem telefonisch bei Haraldsdottir gemeldet. Jedoch verkündete sie auf Facebook, dass sie die Entschuldigung nicht akzeptiere: "Es gibt tausend und eine Möglichkeit, Meinungsverschiedenheiten auszudrücken – aber nicht indem man sich über den Körper und das Aussehen einer Frau lustig macht."

Für Bryndis Snaebjörnsdottir, Vorsitzende der Behindertenorganisation "Throskahjalp", sind die Politiker nicht mehr tragbar: "Alle Abgeordneten, die dort waren, sollten das Parlament verlassen". Bislang hat noch keiner einen Rücktritt angekündigt.

(vom)

Das könnte dich auch interessieren:

So instrumentalisieren rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke

Link zum Artikel

Diese Iranerin zog ihr Kopftuch aus und muss jetzt ein Jahr ins Gefängnis

Link zum Artikel

Hartz-IV-Sanktionen in der Schulzeit: "Ich lebte von 30 Euro im Monat"

Link zum Artikel

"Wir sind nicht bei der WM!" Club aus Brandenburg hat 5 Regeln für Helikopter-Eltern

Link zum Artikel

Bei der Hillsborough-Tragödie sterben 96 Fans – und werden dafür beschuldigt

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 7 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Der HSV wirbt mit seinen Fans – nur sind's keine Hamburger. Sondern Magdeburger!

Link zum Artikel

Weil Erdogan kam, drang die Polizei in das Büro dieses Abgeordneten ein – jetzt klagt er

Link zum Artikel

"Junge Mädchen werden hier kaputtgefickt" – Ex-Prostituierte will Sexkaufverbot erreichen

Link zum Artikel

Erstes Foto von einem Schwarzen Loch – und das Internet so 🤷‍♀️

Link zum Artikel

Findest du heraus, welche dieser traurigen Tier-Fakten stimmen?

Link zum Artikel

Die coolste Socke gehört auf den "GoT"-Thron! #TeamTyrion

Link zum Artikel

Pete wer??? Die neue Demokraten-Hoffnung ist jung, schwul und will Donald Trump besiegen

Link zum Artikel

"Finde das furchtbar!" Hamburg kämpft gegen Helikoptereltern – diese 3 Mütter machen mit

Link zum Artikel

Vorhaut-Cremes und Unten-ohne-Sonnenbäder: Die absurdesten Promi-Beauty-Tipps

Link zum Artikel

Wurden sie über Bord geworfen? Tote Kühe am Strand von Teneriffa angespült

Link zum Artikel

9 Eltern, die ihren Sinn für Humor hoffentlich weitervererben

Link zum Artikel

Frauenarzt?! Was im Rammstein-Video zu "Deutschland" keinem auffiel

Link zum Artikel

Nach dem sinnlosen Tod von Hund Sam warnt sie vor diesem Spielzeug

Link zum Artikel

19 Bilder, die dir zeigen: Es ist nicht alles, wie es scheint

Link zum Artikel

Der Tod des Patriarchats! Daenerys auf den Thron #TeamDaenerys

Link zum Artikel

Ich habe mich mit Mama & Oma über Emanzipation unterhalten – es lief anders, als erwartet

Link zum Artikel

Diese Russin ist ein Insta-Star – weil sie ihr Wald-Leben inszeniert wie eine Stadt-Ikone

Link zum Artikel

Wenn die Sonne stirbt, ist das wie ein leiser Pups

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Homosexuellen in Brunei droht seit heute die Todesstrafe – und das ist noch nicht alles

Trotz internationaler Kritik sind seit diesem Mittwoch im Sultanat Brunei härtere Strafgesetze in Kraft.

In dem Sultanat auf der Insel Borneo sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner muslimischen Glaubens. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch.

Der autoritär regierende Sultan Hassanal Bolkiah - mit einem Vermögen von vielen Milliarden Euro einer der reichsten Monarchen der Welt - hatte 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen.

Artikel lesen
Link zum Artikel