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FILE - In this Feb. 22, 2018 file photo, asylum seekers march during a protest outside Israeli Prison Saharonim, in the Negev desert, southern Israel. Prime Minister Benjamin Netanyahu's office said Monday, April 2, 2018, that it has reached an agreement with the United Nations refugee agency to scrap plans to deport African asylum seekers and will resettle many in Western countries instead. Israel said it reached an

Bild: AP

Aufgelöstes Asylabkommen, Kronprinz, Proteste. Die 3 wichtigsten Entwicklungen in Israel

Während die innenpolitische Situation in Deutschland über Ostern hinweg weitgehend ruhig geblieben ist, hat sich im Nahen Osten einiges bewegt. Gleich drei wichtige Entwicklungen davon betreffen Israel. Diese Punkte solltet ihr jetzt wissen, um den Überblick zu behalten.

Israels Premier setzt überraschend Umsiedlungs-Deal aus

Kurz nach der Ankündigung der Umsiedlung von afrikanischen Asylbewerbern in westliche Staaten hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die entsprechende Übereinkunft mit den UN zur Umsiedlung von 16.000 Migranten überraschend aufgelöst. Erst verkündete Netanjahu die Auflösung auf Facebook, jetzt hat er es ofiziell bekanntgegeben.

Er wolle zunächst mit israelischen Bewohnern im Süden Tel Avivs über das Vorhaben besprechen, schrieb Netanjahu am Dienstagabend in einem Facebook-Post. Danach wolle er die Übereinkunft erneut prüfen. Im Süden von Tel Aviv leben besonders viele afrikanische Asylbewerber.

Eigentlich hatte Netanjahu am Montag angekündigt:

Dazu habe er eine Vereinbarung mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen erzielt, hieß es. Ein vorangegangener Plan zur Deportation Zehntausender Asylbewerber nach Afrika hatte Israel damit verworfen. Das Vorhaben hätte seit Sonntag umgesetzt werden sollen.

Doch regte sich Kritik vor allem von Holocaustüberlebenden, Geistlichen und Piloten, die groß angelegte Abschiebungen von Menschen in das diktatorische Eritrea und dem kriegsgeplagten Sudan als unmoralisch bezeichneten. Aus diesen Ländern stammt ein Großteil der Asylbewerber.

Saudi-Arabiens Kronprinz spricht Israelis Recht auf eigenes Land zu

Bis heute unterhalten das ultrakonservative sunnitische Königreich Saudi-Arabien und Israel keine formellen diplomatischen Beziehungen.

Hinter den Kulissen hat sich das Verhältnis zwischen den beiden Ländern in den vergangenen Jahren jedoch allmählich gebessert. Beide sehen den schiitischen Iran als eine Bedrohung an. Doch noch nie zuvor hatte ein derart hoher Vertreter Saudi-Arabiens Israel das Recht auf einen eigenen Staat zugesprochen.

Kronprinz Mohammed Bin Salman betonte in einem Interview, er habe keine «religiösen Vorbehalte» dagegen, dass Israelis und Palästinenser Seite an Seite lebten, solange die wichtigste muslimische Stätte in Jerusalem - die Al-Aksa-Moschee - geschützt werde.

Der saudische Kronprinz sagte:

"Wir haben religiöse Sorgen um die heilige Moschee in Jerusalem und um die Rechte des palästinensischen Volkes. Aber wir haben nichts gegen irgendein anderes Volk."

Mohammed Bin Salman

Die Palästinenser-Proteste im Gaza-Streifen eskalieren weiter

Nach dem schlimmsten Gewaltausbruch im Gazastreifen seit 2014 ist die Zahl der getöteten Palästinenser auf mindestens 18 gestiegen. Sie wurden von israelischen Soldaten erschossen.

Zuletzt erlag ein 29-Jähriger seinen Verletzungen, wie das Gesundheitsministerium in Gaza am Montag mitteilte. Nahost-Experten befürchten eine Eskalation der Gewalt. 2014 hatte der Krieg zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas 50 Tage gedauert.

Bereits am Sonntag war es erneut zu Ausschreitungen an der Grenze gekommen, wie eine israelische Armeesprecherin mitteilte. Nach Medienberichten wurde dabei mindestens ein Palästinenser durch Schüsse der Armee lebensgefährlich verletzt.

Die Proteste im Gazastreifen sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Nach palästinensischen Schätzungen waren am Freitag mehr als 50 000 Menschen zu dem Marsch an der Grenze zu Israel gekommen, nach israelischen Angaben rund 40 000.

(mbi/ap/afp)

Exklusiv

Obama-Stratege zu Trumps Plan, vor Gericht zu ziehen: "Auch bei uns standen die Anwälte schon in den Startlöchern"

Joe Biden holt durch die Briefwahlstimmen immer mehr auf und steht kurz davor, US-Präsident zu werden. Noch-Amtsinhaber Donald Trump gefällt das gar nicht und sein Lager kündigt wütend an, die Auszählungen stoppen sowie bereits feststehende Ergebnisse überprüfen zu lassen. Wahlkampf-Experte Julius van de Laar analysiert für watson das bisherige Ergebnis der US-Wahl und erklärt, warum auch Barack Obama notfalls geklagt hätte, um Präsident zu werden.

Noch in der Wahlnacht machte Donald Trump wahr, was er angekündigt hatte: Er erklärte sich selbst zum Sieger. Obwohl er in den Hochrechnungen hinten lag, reklamierte er die Präsidentschaft für sich und forderte, das Auszählen der Briefwahlstimmen einzustellen. Außerdem kündigte er an, gegen das Wahlergebnis vor Gericht ziehen zu wollen und eine Neuauszählung der Stimmen in einigen Bundesstaaten einzuklagen.

Ob dieser Schritt Donald Trump näher zu einer zweiten Amtszeit als US-Präsident bringen …

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