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NEW YORK - SEPTEMBER 11, 2001:  (SEPTEMBER 11 RETROSPECTIVE) Smoke pours from the twin towers of the World Trade Center after they were hit by two hijacked airliners in a terrorist attack September 11, 2001 in New York City.  (Photo by Robert Giroux/Getty Images)

Die rauchenden Türme des World Trade Centers am 11. September. Bild: Getty Images/Robert Giroux

18 Jahre nach 9/11: Das sind die 4 aktuellsten Entwicklungen

Julian Wermuth, Dennis Frasch / watson.ch

Rund 3000 Menschen verloren bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ihr Leben. Der Tag stellt eine Zäsur in der Weltgeschichte dar und wird als Anfang des "War on Terror" angesehen.

18 Jahre danach ist der Fall noch längst nicht abgeschlossen. Vier Entwicklungen aus jüngster Zeit.

Die Nachwirkungen fordern noch immer Tote

Die Anschläge in New York töteten knapp 3000 Menschen, darunter waren über 400 Feuerwehrleute, Polizisten und Sanitäter. Die Nachwirkungen sind jedoch ungleich größer:

Laut eines Berichts des "Guardian" sind mehr als 43.000 Leute an den direkten Folgen von 9/11 erkrankt. 10.000 davon haben Krebs. Noch Monate nach dem Einsturz brannten die Trümmer in New York. Tausende Menschen, die damals in der Nachbarschaft lebten oder arbeiteten, atmeten die mit giftigen Dämpfen und Hochhaus-Partikeln versetzte Luft ein.

Es wird erwartet, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren die Zahl der an Folgeerkrankungen gestorbenen Personen jene übersteigt, die den Anschlägen am 11. September direkt zum Opfer gefallen sind.

NEW YORK, NY - SEPTEMBER 11:  New York City Police Officer Danny Shea, a military vet, salutes at the North pool of the 9/11 Memorial during the tenth anniversary ceremonies of the September 11, 2001 terrorist attacks at the World Trade Center site, September 11, 2011 in New York City. New York City and the nation are commemorating the tenth anniversary of the terrorist attacks on lower Manhattan which resulted in the deaths of 2,753 people after two hijacked planes crashed into the World Trade Center.  (Photo by David Handschuh-Pool/Getty Images)

Das Mahnmal am Ground Zero. Bild: Getty Images North America

Nachdem im Jahr 2014 ein Mahnmal auf dem Gelände des ehemaligen World Trade Centers eröffnet worden war, das an die Opfer der Terroranschläge erinnert, wurden nun im Frühling dieses Jahres weitere Elemente der Gedenkstätte hinzugefügt. Sechs große Granitblöcke erinnern an all die Toten, die an den Folgen der toxischen Gase und Staubwolken erkrankten und starben.

NEW YORK, NY - MAY 30: Dennis Askins, a geologist with the New York City Department of Design and Construction, touches one of the stone monoliths following the dedication ceremony for the new 9/11 Memorial Glade at the National September 11 Memorial, May 30, 2019 in New York City. The 9/11 Memorial Glade honors the first responders who are sick or have died from exposure to toxins in the aftermath of the attacks and recovery efforts. The signature piece of the memorial are six stone monoliths that are inlaid with World Trade Center steel. (Photo by Drew Angerer/Getty Images)

Die neuen Granitblöcke an der Gedenkstelle. Bild: Getty Images North America

Neue Einsturz-Theorie zu WTC7

Eine neue Studie sorgt derzeit für viel Gerede – vor allem in den sozialen Medien. Bauingenieur und Hauptautor Leroy Hulsey von der University of Alaska Fairbanks (UAF) kommt in der Studie zum Schluss, dass Feuer unmöglich Hauptursache für den Einsturz des 7 World Trade Center (WTC7) – ein Wolkenkratzer, der nicht von einem Flugzeug getroffen wurde, aber am 11. September auch einstürzte – sein könne, sondern: das "nahezu gleichzeitige Versagen jeder Säule des Gebäudes."

Das Wort "Sprengung" wird zwar nicht verwendet, das Fazit lässt jedoch fast keinen anderen Schluss zu.

Die Studie steht im Widerspruch zur offiziellen Untersuchung des Einsturzes: Das National Institute of Standards and Technology (NIST) kam 2008 im Schlussbericht zum Einsturz des WTC7 zu dem Urteil, dass ein Brand die Struktur des Gebäudes über Stunden hinweg geschwächt und es letztlich zum Einsturz gebracht habe.

Um den Einsturz des Gebäudes ranken sich seit Jahren Verschwörungstheorien.

Neues Buch über eine geplante Kamikaze-Mission

Das vierte Flugzeug, das am 11. September entführt worden war, bekam bis jetzt weniger Beachtung. Das dürfte sich wohl ändern: Der Navy Commander Anthony Barnes beschreibt in seinem neuen Buch "The Only Plane in the Sky: An Oral History of 9/11", dass er damals den direkten Befehl von Dick Cheney bekam, das Flugzeug abzuschießen. Cheney war zu dieser Zeit Vizepräsident der USA.

Barnes kommandierte eine Flotte F-16-Kampfjets auf dem Flughafen Andrews Air Base in Maryland. Die Piloten hoben kurz nach Befehlserteilung ab, mit dem Auftrag, die United-93 abzufangen und abzuschießen.

Das Problem an der Sache: Sie hatten keine scharfe Munition an Bord.

SHANKSVILLE, PA - SEPTEMBER 11: Visitors look out over the fields after listening to President Donald Trump deliver a speech at the Flight 93 National Memorial commemorating the 17th Anniversary of the crash of Flight 93 and the September 11th terrorist attacks on September 11, 2018 in Shanksville, Pennsylvania. The nation is marking the seventeenth anniversary of the terror attacks of September 11, 2001, when the terrorist group al-Qaeda flew hijacked airplanes into the World Trade Center and the Pentagon, killing nearly 3,000 people. (Photo by Jeff Swensen/Getty Images)

Die Gedenkstätte in Shanksville, Pennsylvania. Bild: Getty Images North America

In einem Interview mit "Politico" sagte Leutnant Heather Penney, die damals ihren ersten Einsatz als F-16-Pilotin flog, dass die einzige Möglichkeit, das entführte Flugzeug ohne Munition zum Absturz zu bringen, war, es zu rammen. Es wäre eine Kamikaze-Mission geworden.

Zum Glück von Penney und den anderen Piloten kam es nie so weit: Die Passagiere des United-Flugs wehrten sich gegen die Entführer und brachten das Flugzeug im Niemandsland von Pennsylvania zum Absturz.

Warten auf den Prozess gegen die Drahtzieher

Die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 sind auf dem langwierigen Weg zu einem Prozess wieder vor Gericht erschienen. Die Anhörung im Rahmen einer Vorverhandlung fand am Montag kurz vor dem 18. Jahrestag der Attentate statt.

Kurz zuvor war der Termin für den Start des eigentlichen Verfahrens für Januar 2021 festgelegt worden. Alle fünf Angeklagten waren zu Beginn der Anhörung vor einem Sondertribunal im US-Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba anwesend – darunter Chalid Scheich Mohammed, der als Mastermind der Anschläge gilt.

Scheich Mohammed, der seinen Initialen entsprechend auch "KSM" genannt wird, soll einst die "Nummer drei" der Terrororganisation Al-Kaida gewesen sein. Er und andere wurden nach ihrer Festnahme in Geheimgefängnissen der CIA brutal gefoltert.

"KSM" ist seit 2003 in US-amerikanischer Gefangenschaft, 2006 kam er in das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo Bay. Mindestens 183 Mal wurde er dem sogenannten Waterboarding ausgesetzt, wie aus einem 2014 veröffentlichten Bericht des US-Senats hervorgeht. Bei der umstrittenen Methode wird Ertränken simuliert.

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