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Die Stimmung kippte nach der Wahl – 6 Tote bei Protesten in Simbabwe

Bei der ersten freien Wahl in Simbabwe seit 1980 hat die Regierungspartei Zanu-PF die Parlamentsmehrheit mit 109 zu 41 Sitzen gewonnen. Die Stimmung heizte sich nach der Wahl auf. Es gab Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und Sicherheitskräften. Menschen starben.

Nach den gewaltsamen Protesten gegen das offizielle Ergebnis der Parlamentswahl in Simbabwe hat sich die Lage in Harare am Donnerstag aber wieder beruhigt. Soldaten patrouillierten in den Straßen, auf denen noch die Reste von Brandschutt lagen. Viele Geschäfte waren geschlossen.

Auslöser der Krawalle am Mittwoch waren Angaben der Wahlkommission, nach denen die Regierungspartei von Präsident Emmerson Mnangagwa eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament erreichte. Damit kann die Zanu-PF künftig nach Belieben die Verfassung des Landes ändern.

Simbabwe, Ausschreitungen nach der Wahl Zimbabwe election Photo taken on Aug. 1, 2018, in Harare, Zimbabwe, shows windows smashed during a rally by supporters of opposition candidate Nelson Chamisa as the country awaited results of the presidential election also involving the incumbent Emmerson Mnangagwa. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY

Nach der Wahl kam es zu Krawallen. Bild: imago stock&people

Gegenkandidat Nelson Chamisa warf der Regierungspartei Wahlbetrug vor. Zweifel an der Unabhängigkeit der Wahlkommission äußerten auch EU-Wahlbeobachter. Die Abstimmung wurde von Beobachtern nicht als frei und fair eingeschätzt. Es sei jedoch immerhin die freieste und fairste Wahl in Simbabwe seit vielen Jahren. Der Leiter der EU-Wahlbeobachtermission, der CDU-Europapolitiker Elmar Brok, sagte dem Bayerischen Rundfunk, die Abstimmung sei "weitestgehend ohne Störung abgelaufen".

Warum war diese Wahl so wichtig für Simbabwe?

Zusammen mit der Parlamentswahl wurde auch der Präsident neu gewählt. Dabei traten der 75-jährige Mnangagwa – ein früherer Vertrauter des im vergangenen Jahr entmachteten Robert Mugabe – und der 40-jährige Anwalt und Pastor Chamisa gegeneinander an.

Ob einzelne beobachtete Probleme auf eine schlechte Organisation zurückzuführen seien oder Methode gehabt hätten, müsse noch geklärt werden. Die Opposition sei im Vorfeld benachteiligt gewesen, da die wichtigen staatlichen Medien "klar auf der Seite der Regierungspartei" gewesen seien.

(pb/pbl/dpa)

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