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Julia Reda verlässt die Piraten-Partei und will nicht, dass ihr sie wählt

Dass die wichtigste Kämpferin gegen Artikel 13 nicht noch einmal zu den Europawahlen antritt, war schon seit einer Weile klar. Am Mittwochabend aber ließ die Piraten-Politikerin Julia Reda auf Twitter eine regelrechte Bombe platzen: Nämlich, dass sie nicht länger eine Piraten-Politikerin ist.

In einem zweiminütigen Video erhebt Reda schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Mitarbeiter Gilles Bordelais, der jetzt auf Listenplatz 2 der Piraten für die Europawahl steht. Sie selbst habe die Partei am Mittwoch verlassen, sagt Reda und weiter:

"Ich werde die Piraten zur Europawahl nicht wählen"

Sie wirft Bordelais vor, er habe "mehrere Frauen im Parlament bedrängt" und der Arbeit der Piraten massiven Schaden zugefügt. "Der Beirat für Beschäftigung am Arbeitsplatz hat festgestellt, dass Aspekte seines Verhaltens sexuelle Belästigung darstellt", sagte Reda. Das sei für sie inakzeptabel. So jemand dürfe nicht gewählt werden. "Das hat uns psychisch richtig mitgenommen."

Wegen Bordelais sei Redas Büro ein Jahr lang unterbesetzt gewesen. Bei so einer knappen Entscheidung wie der um Artikel 13 sei das mitentscheidend für die Niederlage gewesen. Jetzt dürfe Bordelais nicht vom Kampf der Menschen gegen das neue Urheberrecht und deren Vertrauen in Reda nicht auch noch profitieren. "Wählt nicht die Piratenpartei", endet Reda ihr Video.

Eine Stellungnahme zu ihren Vorwürfen gibt es bislang von Seiten Bordelais' nicht. Die Piraten selbst twitterten ein Statement:

Nachzulesen hier:

Man wolle "mit Transparenz und Entschlossenheit" auf den Vorfall reagieren. Auch die europäische Piratenpartei schrieb: Man habe den Kandidaten wegen der EU-Regulatorien nicht mehr von der Liste nehmen können. Falls Bordelais wider Erwarten gewählt würde, werde er aber kein Teil der Piratenfraktion im Europaparlament sein, schreiben die Piraten Europa.

Hier noch einmal alles zu den Artikel 13-Demonstrationen:

(mbi)

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