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Wahlen in Pakistan starten – überschattet von einem Attentat mit mindestens 28 Toten

In Pakistan wird ein neues Parlament gewählt, aber die Hoffnungen auf freie und unabhängige Wahlen sind verflogen. Und auch an einen friedlichen Wahltag ist nicht mehr zu denken.

Nahe einem Wahllokal im Südwesten Pakistans hat es ein Selbstmordattentat gegeben. Dabei sind nach Behördenangaben mindestens 28 Menschen getötet und 35 weitere verletzt worden. Der Attentäter habe versucht, in das Wahllokal in der Stadt Quetta zu gelangen, sagte ein örtlicher Verwaltungsbeamter der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Demnach sprengte er sich in die Luft, als die Polizei versuchte ihn aufzuhalten.

Am Mittwochmorgen (Ortszeit) hatten die Wahllokale ihre Türen geöffnet. Nach letzten Umfragen gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Regierungspartei Pakistanische Muslim-Liga (PML-N) von Ex-Premier Nawaz Sharif und der Tehreek-e Insaf (PTI) des ehemaligen Kricket-Stars Imran Khan. Da aber laut Wahlforschern vermutlich keine Partei auf eine regierungsfähige Mehrheit kommen wird, steht der südasiatischen Atommacht eine Hängepartie bevor.

Bereits am Vortag brachten sich Sicherheitskräfte rund um die Stimmlokale in Stellung. 

Mehr als 370.000 Militärs und 450.000 Polizisten sichern die Wahl. Erstmals werden Soldaten die Wahllokale nicht nur außen bewachen, sondern es werden in sogenannten heiklen Wahllokalen auch Militärs in den Stimmabgabezentren postiert. Damit soll das Sicherheitsgefühl der Wähler erhöht werden.

Security officers gather at the site of a blast outside a polling station in Quetta, Pakistan, July 25, 2018. REUTERS/Naseer Ahmed

Soldaten vor einem Wahllokal in Quetta. Bild: NASEER AHMED/rtr

Rund 20.000 der 85.000 Wahllokale wurden von der Wahlkommission als heikel eingestuft. Der Wahlkampf wurde von Gewalt, aber auch Vorwürfen der Einmischung des Militärs überschattet. Im Vorfeld der Wahlen wurden mehr als 180 Menschen bei Angriffen auf Wahlveranstaltungen getötet.

Cafés, Restaurants und Fahrtendienste wie Careem oder Uber bieten für den Wahltag Gratisgetränke oder Rabatte für Fahrten zu den Wahllokalen an.

Die Wahllokale sind bis 18 Uhr lokaler Zeit (15 Uhr MESZ) geöffnet. Erste inoffizielle Resultate werden am Abend (Ortszeit) erwartet. Insgesamt sind 106 Millionen Pakistaner wahlberechtigt. Es ist die elfte Wahl in dem 207-Millionen-Einwohner-Land, aber erst das zweite Mal, dass eine zivile Regierung die Macht nach einer vollen Legislaturperiode an demokratisch gewählte Nachfolger übergibt. Fast die Hälfte seiner Geschichte seit der Staatsgründung 1947 wurde Pakistan vom Militär geführt.

(hd/dpa/afp)

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