International
A young business minded boy is wearing a business suit, space helmet with a rocket strapped to his back. His hands are on his hips and he is smiling at the camera standing on blacktop. Plenty of copy space for your innovative type. Image taken in Utah, USA.

Trump wird zum Raketenmann – und sucht die Konfrontation mit Russland

Es ist ein weiterer Rückschlag für die Beziehungen zwischen Washington und Moskau: Die USA stehen nach den Worten von Präsident Donald Trump kurz vor dem Rückzug aus dem einem Russland geschlossenen Vertrag zur Abschaffung von atomwaffenfähigen Mittelstreckenraketen.

Trump sagte:

Moskau halte sich nicht an das Abkommen, "also werden wir das Abkommen beenden"

Aus dem russischen Außenministerium hieß es, die USA träumten von der alleinigen Weltherrschaft.

"Russland hat das Abkommen verletzt", sagte Trump. "Sie haben es viele Jahre lang verletzt." Er wisse nicht, warum die Vorgängerregierung unter Präsident Barack Obama nicht verhandelt habe oder sich aus dem sogenannten INF-Vertrag zurückgezogen haben.

Der US-Präsident weiter:

"Wir werden es nicht zulassen, dass sie ein Nuklearabkommen verletzen" und sich Waffen zulegen, "während es uns nicht erlaubt ist".

Umfrage

Was denkt ihr: Provoziert Trump, oder hat er Recht?

  • Abstimmen

31

  • Na, beides! Russland hält sich an keinerlei Abmachungen und der US-Präsident macht Druck.16%
  • Er provoziert im klassischen Trump-Stil. Viel dahinter steckt nicht – passieren wird auch nichts.35%
  • Beide Provozieren. Das Ganze fühlt sich wirklich gefährlich an. 23%
  • Beide versuchen, von innenpolitischen Problemen abzulenken, sonst nichts. Säbelrasseln ohne Inhalte.19%

Eine Reaktion aus Russland ließ nicht lange auf sich warten

Die Hauptmotivation der USA für den angekündigten Rückzug sei "der Traum von einer unipolaren Welt", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Sonntag eine Quelle aus dem russischen Außenministerium. "Wird der sich erfüllen? Nein."

Trumps Entscheidung sei "Teil einer US-Strategie, sich von den internationalen Rechtsabkommen zurückzuziehen", die das "Konzept des eigenen 'Exzeptionalismus' gefährden", sagte der russische Ministeriumsmitarbeiter.

Washington versuche bereits seit vielen Jahren die Grundlage für das Abkommen zu zerstören.

Auch russische Parlamentarier übten Kritik. Die USA hätten keine Beweise für Verstöße Russlands gegen den INF-Vetrag, sagte Franz Klinzewitsch, Mitglied des Föderationsrates. Allerdings sei die Entscheidung Trumps "nicht überraschend", zitierte ihn die Agentur Tass. Diese Entscheidung sei zudem noch ohne Berücksichtigung der Interessen der europäischen Verbündeten getroffen worden.

der Verteidigungs- und Sicherheitsexperte sagt:

"Man will uns, wie seinerzeit die Sowjetunion, in einen Rüstungswettlauf drängen"

"Das wird nichts. Ich habe keinen Zweifel, dass unser Land unter allen Umständen seine eigene Sicherheit garantieren kann."

Russland bestreitet, dass Waffen gegen Vertrag verstoßen

Washington beschwert sich seit zwei Jahren, dass Moskaus Raketensystem 9M729 gegen den 1987 von Ronald Reagan und Michael Gorbatschow geschlossenen Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme verstoße.

Der INF-Vertrag

Verpflichtet die USA und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion zur Abschaffung aller landgestützten, nuklear bestückbaren Mittelstreckenraketen mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern.

Die US-Regierung bezieht ihre Anschuldigungen auf neue russische Marschflugkörper mit dem Nato-Code SS-C-8 (Russisch: 9M729), die eine Reichweite von 2600 Kilometern haben sollen. Anfang des Monats machten die 28 Mitgliedsstaaten der Nato deswegen Druck auf Moskau und forderten Putins Regierung auf, glaubwürdige Angaben zu dem Raketensystem vorzulegen.

Der russische Präsident Wladimir Putin behauptet im Gegenzug, von den Abschussrampen des Nato-Raketenschutzschirms in Rumänien könnten jederzeit auch atomar bestückte US-Marschflugkörper gestartet werden.

Trump nationaler Sicherheitsberater John Bolton wird kommende Woche in Moskau zu Gesprächen mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow und Beratern von Präsident Wladimir Putin erwartet. Auch ein mögliches Treffen mit Putin selbst wurde nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow vorbereitet. Bolton gilt als Gegner des INF-Vertrags.

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA stehen unter starkem Druck. Washington wirft Moskau vor, sich in die Präsidentschaftswahl vor zwei Jahren eingemischt zu haben. Zudem sorgt Russlands Unterstützung der syrischen Regierung und der Ukrainekonflikt für Spannungen.

Bei der Reise Boltons könnte es um auch um die Vorbereitung eines erneuten Gipfeltreffens zwischen Trump und Putin gehen. Die beiden Präsidenten werden beide am 11. November in Paris erwartet, zur Gedenkfeier an das Ende des Ersten Weltkriegs.

Wir friedlich Trump (und Nordkoreas Kim) sein könnten

Für etwas mehr Frieden demonstrierten vor einiger Zeit die Berliner bei "Berlin trägt Kippa"

abspielen

Video: watson/Felix Huesmann, Leon Krenz, Lia Haubner

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Kevin-Prince Boateng selbstkritisch: "Ich war ein Idiot, lebte wie ein König"

Ein etwas trauriges Geständnis legte Kevin Prince Boateng bei einem Interview mit der italienischen Zeitung "La Repubblica" ab. Kritisch und reflektiert blickte er auf seine vergangenen Karriere-Jahre zurück:

Boatengs vielversprechende Karriere begann nach seinem Wechsel von Hertha BSC zu Tottenham Hotspur im Jahre 2007 langsam zu stagnieren. Dafür hat er heute die Erklärung:

Um den Frust über den ausbleibenden Höhenflug zu kompensieren kaufte er sich einmal an einem Tag drei Autos, "Ein Auto …

Artikel lesen
Link zum Artikel