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United States President Donald J. Trump speaks to members of the media on the South Lawn of the White House before boarding Marine One in Washington, D.C., U.S., on Thursday, September 24, 2020. Photographer: Erin Scott/Bloomberg PUBLICATIONxNOTxINxUSA Copyright: xErinxScottx/xPoolxviaxCNPx/MediaPunchx

Trump wurde für den Friedensnobelspreis nominiert – mal wieder. Bild: Imago

Trump jammert, weil Medien über Hurricane berichten – nicht über ihn

Der rechte norwegische Abgeordnete Christian Tybring-Gjedde hat US-Präsident Donald Trump für den Friedensnobelpreis 2021 vorgeschlagen. Anlass gewesen seien Trumps Bemühungen bei der Vermittlung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Damit habe er laut Gjedde zur Versöhnung zwischen beiden Parteien beigetragen und somit auch für Frieden im Mittleren Osten gesorgt.

Das ist bereits das zweite Mal, dass Gjedde Trump für den Preis vorschlägt. 2019 waren Trumps Bemühungen im Umgang mit Nordkorea die Begründung. Somit ist Trump unter den Nominees für den Nobelpreis 2020 und 2021. Nach Bekanntgabe der ersten Nominierung erhoffte sich Trump, dass das Thema von den Nachrichten beleuchtet würde, wie er bei einer Wahlkampfveranstaltung erzählt:

"Ich sagte der First Lady: 'Ich wurde für den Friedensnobelpreis nominiert. Ich komme früher nach Hause und werde mir die Nachrichten auf NBC anschauen.'"

Die Nominierung sei das größte Ereignis des Tages. "Also schaltete ich die Abendnachrichten ein. Zu Anfang berichteten sie über starken Regen", sagte Trump. Laut Twitter handelt es sich dabei um einen Sturm. Um welchen es genau geht, bleibt unklar.

Einen Bericht zu Trumps Nominierung blieb aus, sagt der US-Präsident. Nach seiner zweiten hoffte er wieder – und ging leer aus. Trump beschwert sich, dass kurz nachdem sein Vorgänger, Barack Obama, für den Nobelpreis nominiert wurde, sofort Berichte folgten. Außerdem habe er den Preis unmittelbar zu Beginn seiner Amtszeit erhalten.

"Als Obama den Preis direkt nach seiner Nominierung erhielt, hatte er keine Ahnung, warum."

Obama bekam den Preis für seine "Bemühungen zur Vermittlung zwischen verschiedenen Völkern", wie der "Spiegel Online" berichtete. Die Begründung reichte einigen nicht aus, weshalb die Vergabe als umstritten gilt.

Trotzdem war Trump offenbar schwer enttäuscht, dass er nicht dieselbe Resonanz erfahren hat wie sein Vorgänger. Hoffnungen darauf, den Preis tatsächlich zu erhalten, wird ihm das wohl auch nicht machen – sieht man doch an der mangelnden Berichterstattung, wie wenige Menschen Trump als Friedensnobelpreisträger befürworten würden.

(tkr)

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