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August 27, 2019 - Paraguay - Imager Released Today, SWIR overlay: Since the beginning of August 2019, satellites have observed several fires near the border of Bolivia, Paraguay, and Brazil. (Note that this area is not in the Amazon rainforest.) On August 25, 2019, the Operational Land Imager (OLI) on Landsat 8 acquired images of one of the larger fires, which was burning north of the Paraguay River near Puerto Busch. The first image was made using OLI bands 4-3-2 (visible light). The second image includes observations of shortwave-infrared light in order to highlight the active fire. Recently burned areas appear black. Paraguay PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAz03_ 20190827_sha_z03_421 Copyright: xNASAx

Evo Morales, ein ehemaliger Kokapflanzer aus dem Volk der Aymara und erster indigener Präsident Boliviens. Bild: imago images / ZUMA Press/watson-montage

Waldbrände in Südamerika: Dieser linke Staatschef ist noch schlimmer als Bolsonaro

Die verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet werden vor allem dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro angelastet. Noch schlimmer aber sieht es im Nachbarland Bolivien aus.

Peter Blunschi / watson.ch

Politisch könnte der Gegensatz nicht größer sein. Auf der einen Seite der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, ein rüpelhafter Rechtspopulist, auch "Trump der Tropen" genannt. Auf der anderen sein bolivianischer Amtskollege Evo Morales, ein ehemaliger Kokapflanzer aus dem Volk der Aymara und erster indigener Präsident seines Landes.

Als Morales vergangenes Jahr als einziger linker Staatschef Südamerikas an Bolsonaros Amtseinführung teilnahm, wurde er von dessen Anhängern als "Kommunist" und "dreckiger Indio" beschimpft. Der Bolivianer ist ebenfalls kein Kind von Traurigkeit. Nach Bolsonaros Wahlsieg hatte sich Morales auf Twitter über "die Rückkehr der weißen Überlegenheits-Ideologie" auf dem Kontinent empört.

In einem Punkt allerdings verbindet die beiden laut "Washington Post" eine unerfreuliche Gemeinsamkeit: Beide tragen ein erhebliches Maß an Mitschuld für die verheerenden Brände im Amazonas-Gebiet. Die Kritik aber konzentriert sich auf Jair Bolsonaro. Evo Morales wurde bisher weitgehend verschont, obwohl die Situation in Bolivien schlimmer ist.

Eine Million Hektar vernichtet

Die Brände hätten rund eine Million Hektar Urwald vernichtet, teilte die Forstverwaltung mit. Ein Sprecher der Gruppierung Contiocap, die sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzt, gab laut BBC der Regierung die Schuld daran. Man müsse Evo Morales für die vielen Fälle zur Rechenschaft ziehen, "in denen er die Rechte der Indigenen und von Mutter Natur verletzt hat".

Auf der Weltbühne gibt sich der seit 2005 amtierende Morales gerne als um die Umwelt besorgter Vertreter der Ureinwohner. In der Realität basiert seine Wirtschaftspolitik auf dem Export von Rohstoffen wie Erdgas und Lithium. Damit ermöglichte er dem ärmsten Land Südamerikas ein ansehnliches Wirtschaftswachstum. Zahlreichen Bolivianern gelang der Aufstieg in den Mittelstand.

Die Landwirtschaft gehört ebenfalls zu Morales' Entwicklungsplan. Erst vor wenigen Wochen erließ der Staatschef ein Dekret, das die legale Gewinnung von Farmland durch kontrollierte Brandrodung von fünf auf 20 Hektar ausdehnte. Umweltaktivisten glauben, dass diese Maßnahme wie in Brasilien zur derzeitigen katastrophalen Lage beigetragen hat.

Bolivian soldiers fight a fire on 27 August 27 2019 in the San Jose de Chiquitos region, Bolivia (issued 28 August 2019). The fires in the region of Bolivian Chiquitania do not give truce to crews formed by soldiers, firefighters and volunteers who daily must overcome the obstacles of the dry forest to enter the sectors where the fires can sprout again. Groups of volunteers are made of fire packs and tools, as well as accessories to travel kilometers and settle the fires that still persist. Soldiers and volunteers fight fire in Bolivia !ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG! PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMartinxAlipazx AME995 20190828-637026084600245939

Ein Feuerwehrmann kämpft gegen die Flammen in Bolivien. Bild: imago images / Agencia EFE

Politisch hat sich Evo Morales ebenfalls in eine fragwürdige Richtung entwickelt. Er will sich im Oktober für eine vierte Amtszeit wählen lassen, obwohl das bolivianische Stimmvolk eine entsprechende Verfassungsänderung 2016 knapp abgelehnt hat. Morales kümmert sich nicht darum und kann dabei auf das Verfassungsgericht zählen, das er mit Gefolgsleuten besetzt hat.

Fragwürdige Lichtgestalt

Dies alles macht den 59-jährigen Morales zu einer fragwürdigen "Lichtgestalt" der Linken. Immerhin hat er im Gegensatz zu Bolsonaro nach anfänglichem Widerstand ausländische Hilfe bei der Brandbekämpfung akzeptiert. Er charterte eine zum Löschflugzeug umgebaute Boeing 747 aus den USA und rekrutierte Feuerwehrleute aus den Nachbarländern Argentinien und Chile.

Das Grundproblem, das Bolsonaro und Morales verbindet, aber bleibt. "Es gibt keinen politischen oder wirtschaftlichen Plan für den Amazonas, der nicht von der Ausbeutung natürlicher Ressourcen abhängt", sagte der bolivianische Bischof Eugenio Coter.

Viel Urlaub, wenig CO2: So gehts!

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