International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Russische "femme fatale": Maria Butina.   bild: sreenshot youtube

Diese Frau könnte Trump zum Verhängnis werden

17.07.18, 12:59

Philipp Löpfe / watson.ch

Maria Butina ist wohl, was man gemeinhin als "femme fatale" bezeichnet. Die Russin war ein häufiger Gast an Anlässen von konservativen Kreisen. Sie war auch für Aleksandr Torshin tätig, eine schillernde Figur im Dunstkreis von Wladimir Putin.

Maria Butina stellt sich vor. Video: YouTube/Guns Reviews 4

Torshin war Abgeordneter im Föderationsrat (eine Art russischer Ständerat). Er war in hoher Funktion in der russischen Zentralbank tätig – und er soll über beste Kontakte zur Mafia verfügen. 2016 wurde er in Spanien wegen Geldwäscherei angeklagt.

In den USA hat Torshin mit Hilfe von Maria Butina Kontakte zur National Rifle Association (NRA) geknüpft, der inzwischen sattsam bekannten konservativen Waffenlobby. Die NRA hat nach eigenen Angaben 30 Millionen Dollar für den Wahlkampf von Trump gespendet.

Butina wird sich einem US-Richter stellen müssen

Am vergangenen Wochenende wurde Butina in Washington verhaftet. Sie wird angeklagt, als russische Agentin tätig gewesen zu sein. Konkret heißt es in der Anklageschrift, sie habe auf verschwörerische Art und Weise "ihre persönlichen Verbindungen mit US-Personen dazu missbraucht, die amerikanische Politik im Sinne der Russischen Föderation zu beeinflussen".

Bereits am Freitag hatte Sonderermittler Robert Mueller zwölf Agenten des russischen militärischen Geheimdienstes GRU angeklagt, die Computer der demokratischen Parteizentrale gehackt und die Informationen via verschiedene Quellen verbreitet zu haben.

Die GRU-Agenten werden wohl nie vor einem Richter erscheinen. Putins Vorschlag, der Sonderermittler könne sie in Moskau zusammen mit russischen Beamten vernehmen, ist nicht mehr als ein schlechter Witz.

U.S. President Donald Trump, left, speaks beside Russian President Vladimir Putin during a press conference after their meeting at the Presidential Palace in Helsinki, Finland, Monday, July 16, 2018. (AP Photo/Alexander Zemlianichenko)

Schlechter Witz: Die Pressekonferenz von Helsinki. Bild: AP

Maria Butina hingegen sitzt in einem amerikanischen Untersuchungsgefängnis. Bereits morgen muss sie erstmals vor einem Richter aussagen. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass sie zusammen mit der NRA und im Wissen des Präsidenten gehandelt hat, dann hat es tatsächlich eine kriminelle Zusammenarbeit der Russen mit dem Wahlkampfteam von Trump gegeben.

Nach der katastrophalen Pressekonferenz mit Wladimir Putin ist Trump angeschlagen. Der Präsident leugnete einmal mehr, dass sich der russische Geheimdienst in den US-Wahlkampf eingemischt hat. Er stellte damit Daniel Coats, den von ihm ernannten Director of National Intelligence in den Regen, und er stellte sich damit auch gegen CIA und FBI.

FILE - In this March 6, 2018, file photo, Director of National Intelligence Dan Coats testifies before the Senate Armed Services Committee on Capitol Hill in Washington. Coats warned July 13, 2018, that cyber threat warnings are “blinking red” with daily attempts by Russia and other foreign actors trying to undermine American democracy as well as water, aviation and electric systems. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais, File)

Von Trump in den Regen gestellt: Dan Coats, Director of National Intelligence. Bild: AP

Das hat das Fass zu Überlaufen gebracht. Nicht nur die Mainstream-Medien und die Demokraten laufen Sturm. Das Trump wohl gesinnte "Wall Street Journal" spricht von einer "persönlichen und nationalen Peinlichkeit". Der ehemalige CIA-Direktor John Brennan twitterte gar: "Donald Trumps Pressekonferenz in Helsinki erreicht, ja übersteigt das Mass von "high crimes & misdemeanors" (was für ein Impeachment reicht, Anm. d. Verf.). Es war Landesverrat."

Einflussreiche Senatoren der Grand Old Party wie Richard Burr, Lindsey Graham und Marco Rubio äusserten sich mehr als kritisch. Speaker Paul Ryan bekräftigte, dass es zu einer Einmischung der Russen gekommen sei. Selbst Trump-Apologet und Fox-News-Dauergast Newt Gingrich sprach vom "schwersten Fehler der bisherigen Präsidentschaft".

Former Speaker of the House Newt Gingrich is interviewed on the

Einmal kein Lob für Trump: Newt Gingrich Bild: AP

Nicht nur Helsinki, der ganze Europa-Trip des Präsidenten war ein Desaster. Die NATO vergrault, die Deutschen beschimpft und die Briten beleidigt, und das alles in bloß fünf Tagen. "Meine lieben amerikanischen Mitbürger, wir haben ein Problem und wir müssen nun grosse Entscheide fällen", resümiert Thomas Friedman in der "New York Times".

Tatsächlich ist der Verdacht, dass Putin belastendes Material gegen Trump in der Hand hat, kaum mehr zu widerlegen. Wie anders ist der Auftritt in Helsinki zu erklären? Vielleicht ist Maria Butina der Schlüssel zu dieser Frage.

Trump will weiter kritische Twitter-Follower verbannen können

Ihre Königliche Hoheit, Präsident Donald J. Trump – will sich notfalls selbst begnadigen

Soziopath, Hochstapler, Egomane: Netflix-Doku zeigt den wahren Donald Trump

Merkel ist auch wegen Trump erneut angetreten – sagt ein Obama-Vertrauter

Trump, der Unberührbare – was hinter seiner neuen Verteidigungsstrategie steckt

Trump nach Rassismus-Tweet von Roseanne: "Bei mir hat sich ABC nie entschuldigt!"

Warum Trump gerade einen Super-Bowl-Champion aus dem Weißen Haus ausgeladen hat

Ein bisschen gut für die Demokratie – ein bisschen sehr gut für Angela Merkel

"So unfair, so böse"– Trump sauer wegen Spekulationen um seine Melania

In diesem "bescheidenen" Hotel treffen sich Donald Trump und Kim Jong-un

Warum Trumps Null-Toleranz-Politik an der US-Grenze nicht normal ist

Trumps nächster Berater tritt zurück - Nummer 18 auf unserer Liste

Der Angriff in Syrien hat sich gelohnt – zumindest für Trump

Er liebt Trump und Taylor Swift – jetzt wurde der "Asian-Nazi" verhaftet 

Affäre um Porno-Star: FBI durchsucht Büro von Trumps Anwalt

19 mal "Soo Saaad!": Erinnerst du dich an diese Trump-Aussteiger?

5 Attacken auf Trump – jetzt schlägt der US-Präsident auf Twitter zurück

Donald Trump droht mit Raketenangriff nach Giftgasangriff auf Syrien

Boxer mit Trump-Mauer auf Shorts wird von Mexikaner zerstört

Luftangriffe auf Syrien – Trump will Truppen schnellstmöglich abziehen

Mueller hat neue Beweise und bringt damit Trump-Anwalt immer mehr in die Klemme

Comey: Trump ist "moralisch nicht geeignet" fürs Präsidentenamt

Trump feuert Außenminister Rex Tillerson – weil der seinen Job macht

Der US-Senat bestätigt Hardliner Pompeo als Außenminister – so kam's

Wer hat Angst vor der Waffenlobby NRA? Donald Trump

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Dieser Mann will Steve Bannon nach Europa holen – helfen soll auch die AfD 

Mischaël Modrikamen will von Beginn an dabei gewesen sein. Stolz erzählt der 52-jährge Belgier: "Ich habe Donald Trump unterstützt, da war er noch nicht einmal Präsidentschaftskandidat". Damals habe er eine Videobotschaft für Trump aufgenommen, die Millionen angeklickt haben. Zur Vereidigung Trumps sei er extra nach Washington geflogen. "Als einziger belgischer Politiker", sagt Modrikamen. Eine Ehre.

Er selbst ist Chef einer kleinen rechtsnationalen Partei in Wallonien. In seiner Begeisterung …

Artikel lesen