International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
Bilder des Tages News August 5, 2018 - Dhaka, Bangladesh - A photographer is targeted during a student protest following the deaths of two college students in a road accident. Bangladesh Prime Minister Hasina urged students to go home, and police fired tear gas during an eighth day of unprecedented protests over road safety which have paralysed parts of Dhaka. Dhaka Bangladesh PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAn230 20180805_zaa_n230_128 Copyright: xStrx

Bild: imago stock&people

In Bangladesch geht die Polizei gegen Studenten vor – und das steckt hinter den Protesten

06.08.18, 17:40 07.08.18, 10:16

Seit Tagen demonstrieren Schüler und Studierende in Bangladesch. Vordergründig geht es um Verkehrstote. In die Proteste mischt sich aber auch Kritik am autoritären Regime von Regierungschefin Sheikh Hasina. Nachdem die Polizei am Wochenende brutal gegen die Demonstranten vorging, versucht die Regierung die angespannte Lage am Montag mit einem radikalen Vorstoß zu entschärfen: Sie will für besonders schwere Verkehrsdelikte nun die Todesstrafe einführen. 

3 Fakten zu den Protesten:

Der Aufstand

In der Hauptstadt Dhaka und anderen Städten gehen seit neun Tagen zehntausende Schüler und Studenten gegen die vielen Verkehrstoten in Bangladesch auf die Straße. Auslöser der Proteste war der Tod von zwei Studierenden, die am 29. Juli von einem rasenden Bus überfahren worden waren.

Nachdem ein Motorradfahrer am Freitag bei einem Zusammenstoß mit einem Bus starb, steckte ein wütender Mob den Bus in Brand. Daraufhin stellten die Busgesellschaften in Teilen der Stadt den Betrieb ein. Auch Fernbusse fuhren nicht.

Die Gewalt der Polizei

Die Politik reagierte autoritär. Außenminister Asaduzzaman Khan erklärte: 

"Selbst wir haben eine Grenze."

Asaduzzaman Khan, Außenmoinister

Zunächst war die Polizei am Wochenende mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vorgegangen. Allein am Samstag wurden mehr als hundert Menschen verletzt. Regierungschefin Sheikh Hasina forderte die Demonstranten vergeblich auf, nach Hause zu gehen.

Am Sonntag griffen Schlägertrupps, bei denen es sich offenbar um Anhänger der Regierung handelte, Demonstranten, Journalisten und sogar das Auto der US-Botschafterin Marcia Bernicat an. Unter den dutzenden Verletzten waren auch mehrere Fotografen.

Bei den Polizeiaktionen soll es auch gezielt zu Übergriffen und Vergewaltigungen von Studentinnen durch Sicherheitskräfte gekommen sein. 

Studenten schützen Studentinnen vor Übergriffen

Auslöser und Ursachen

Die 18-Millionen-Einwohner-Stadt Dhaka ist für verstopfte Straßen und unendlich lange Staus bekannt. Wegen weit verbreiteter Korruption finden sich in ganz Bangladesch viele unregistrierte Autos und Fahrer ohne Führerschein auf den Straßen. Einer Studie zufolge sterben in dem südasiatischen Land rund 12.000 Menschen pro Jahr bei Verkehrsunfällen. Dazu tragen neben gefährlicher Fahrweise auch der schlechte Zustand von Fahrzeugen und die laxe Durchsetzung von Verkehrsregeln bei. 

Die Studierenden fordern mehr Jobs

Aber die Verkehrssituation ist nur der Auslöser, nicht Ursache des Protests. Seit Februar demonstrieren Studierende gegen Regierungschefin Sheikh Hasina. Vor allem fordern sie, den Zugang in den öffentlichen Dienst zu vereinfachen. Diese werden nach einem Quoten-System vergeben. Ein Drittel der jährlich bis zu 3.000 Jobs im Staatsdienst sind für Nachkommen der ehemaligen Freiheitskämpfer reserviert. Die Studierenden des Landes fordern den freien Zugang für alle. 

(dpa, afp)

Mehr zur politischen Lage hierzulande:

"Israel ausrotten" – das steckt hinter der Al-Quds-Demonstration in Berlin

Wie die Rechte immer noch versucht, den Mord in Kandel zu instrumentalisieren

Das bezweckt die AfD mit Provokationen wie dem "Vogelschiss"-Skandal

++ Zu früh gefreut und disqualifiziert – Für diese Läuferin endeten 5000 Meter bitter ++

Trump setzt Sanktionen in Kraft, Irans Präsident Ruhani hält dennoch am Atomabkommen fest

Ex-SPD-Mann will für Erdoğan ins türkische Parlament – 4 Fakten zu Mustafa Erkan

Erste Festnahmen nach den Brandanschlägen auf Moscheen

Unionsstreit: Die Party ist vorbei. Der Kater kommt im Juli. Garantiert

Donald Trump sagt, die Kriminalität in Deutschland steigt – stimmt das?

Die Deutsche Bahn beleidigt eine Abgeordnete rassistisch – und entschuldigt sich jetzt

Die 3 wichtigsten Aussagen von Seehofer und Baerbock in den Sommerinterviews

Liebe am Arbeitsplatz 💓 hat 2 holländischen Politikern den Job gekostet

Bayerns Grüne klagen gegen das Polizeiaufgabengesetz 

Ab heute wählen die Deutschtürken den Präsidenten der Türkei – das sind die Prognosen

Ach Lars Steinke, du hast deine eigene AfD einfach nicht verstanden...

Politik auf Instagram? Klingt komisch, funktioniert aber – zeigt dieser Künstler! 

Wo im Juni ein syrischer Junge starb, schmieren jetzt offenbar Nazis Hakenkreuze

Trump lädt Kim ins Weiße Haus ein, falls der Gipfel gut läuft

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Hier brennen Dutzende Autos – Jugendliche greifen in Schweden Polizei an

Es sind Bilder wie in einem Kriegsgebiet. Mitten in den Straßenschluchten von Göteburg stehen dutzende Autos in Flammen. Die Rauchschwaden reichen hoch in den Himmel.

Tatsächlich haben vermummte Jugendliche in der Nacht zum Dienstag dutzende Autos im Südwesten von Schweden angezündet und die Polizei angegriffen.

Polizei und Feuerwehr waren im Großeinsatz. "Wir waren an etwa 20 (Brand)Orten in Göteborg", sagte Johan Eklund, Einsatzkoordinator der Rettungsdienste in Göteborg.

Die Polizei …

Artikel lesen