Gerhard Schröder vertritt die Regierung auf Erdogans Vereidigung

Es ist ein "protokollarischer Akt", wie es das Auswärtige Amt nennt. Altkanzler Gerhard Schröder werde "in Vertretung der Bundesregierung" an der Vereidigung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan am Montagnachmittag in Ankara teilnehmen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Eine Vertretung durch ehemalige Amtsinhaber bei solchen Anlässen sei "durchaus auch üblich", fügte er hinzu.

Gute Freunde sind die beiden Männer allerdings schon länger. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Montag, Schröder sei auch zur pompösen Party in Ankara am Abend als "besonderer Freund" des Präsidenten eingeladen worden.

Politiker, die aus Tassen trinken

Schröder und Erdogan kennen sich schon lange

Einmal reiste Erdogan Medienberichten zufolge sogar zu einer Geburtstagparty von Schröder an. Der Altkanzler wiederum hat nach Angaben von Diplomaten bei Türkei-Besuchen im vergangenen Jahr bei der Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner geholfen. Die Affäre hatte die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei schwer belastet.

Insgesamt werden Anadolu zufolge rund 10.000 Menschen an der Feier im Präsidentenpalast teilnehmen, darunter mehr als 20 Präsidenten und andere Staatsoberhäupter. Der Kreml bestätigte die Teilnahme des russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew an der Feier.

2009 hat Gerhard Schröder zusammen mit Putin Bier getrunken.

Bild: imago stock&people

Die Zeremonie, die auch den Beginn des neuen Präsidialsystems markiert, folgt auf die Vereidigung von Erdogan im Parlament am Nachmittag. Nach der Vereidigung will Erdogan zunächst das Grab von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk besuchen. Danach geht es begleitet von Kavallerie-Eskorte und Militärband zur Party in den riesigen Präsidentenpalast, wo der alte und neue Präsident mit Salutschüssen begrüßt wird.

(hd/dpa)

Türkei tritt aus internationalem Schutzabkommen für Frauen aus – tausende Menschen protestieren

Die Türkei ist aus einem internationalen Abkommen gegen Gewalt an Frauen ausgetreten. Der Rückzug aus der sogenannten Istanbul-Konvention wurde in einem am Freitag veröffentlichten Präsidialdekret bekannt gegeben. Die Konvention des Europarats aus dem Jahr 2011 ist das weltweit erste verbindliche Abkommen gegen Gewalt an Frauen, von Vergewaltigung in der Ehe bis zur weiblichen Genitalverstümmelung.

Konservative Politiker in der Türkei hatten einen Austritt mit der Begründung gefordert, die …

Artikel lesen
Link zum Artikel