International

Österreicher übermalen 80 Jahre altes Hakenkreuz an einer Burg – und zwar so

Auf einem Turm einer Burgruine in Kärnten war bis vor Kurzem noch ein riesiges Hakenkreuz zu sehen. Es stammt aus dem Jahr 1934 und befand sich – genau gesagt – an der Burgruine Hochkraig in der Gemeinde Frauenstein. Seit mehr als 80 Jahren.

Dass das Hakenkreuz den Bergfried so lange zieren durfte, hat lokaler Berichterstattung zufolge verschiedene Gründe: Ein Übermal-Versuch zum Beispiel sei von der Witterung bereits wieder abgewaschen worden. Laut der österreichischen Nachrichtenseite "Heute" wehrte sich das Bundesdenkmalamt gegen eine Entfernung, weil der Turm einsturzgefährdet sei. Die Zeitung "Kurier" berichtet außerdem, es hätte zwischen Land und Burg-Besitzer Streit darüber gegeben, wer für die Entfernung des Swastikas zuständig sei. Nun ist offenbar eine Lösung gefunden worden, mit der alle zufrieden sind. Obwohl, alle sind ja eigentlich nie zufrieden.

Und tatsächlich sieht diese Lösung ein bisschen ungewöhnlich aus:

Die Frage ist: Warum? Dazu äußerte sich Gorazd Živkovič, Abteilungsleiter des Bundesdenkmalamt für Kärnten, gegenüber dem "Kurier".

Und so lautet die Begründung:

"Es ist wichtig, Geschichte nicht auszuradieren, sondern ablesbar zu machen. Deswegen wäre die vollständige Entfernung das falsche Zeichen gewesen. Die Überformung des Hakenkreuzes zu einem Fensterkreuz kommt einer Entschärfung gleich. Ein für demokratische Staaten inakzeptables Symbol wurde zu einem unverfänglichen Symbol umgewandelt. Wichtig ist, dass die Geschichte anhand dieses Zeichens an diesem Ort auch für die nächsten Generationen nacherzählbar bleibt!"

Okay. Man hat sich also was dabei gedacht. Auch wenn das vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.

(tam)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

AKK gibt AfD "indirekte Verantwortung" für den Tod von Walter Lübcke

Deutschland 2019. Der CDU-Politiker Walter Lübcke wird mutmaßlich von einem Rechtsextremen aus nächster Nähe erschossen. Der Tatverdächtige Stephan E. war den Behörden bekannt – und soll noch im März diesen Jahres Kontakt zu Neonazis gehabt haben. Spätestens seit diesem Mordfall spricht Deutschland wieder über rechten Terror.

Und zwar mit:

Das Thema der Sendung: "Hass, Drohungen, Gewalt – wie kann sich unsere Demokratie wehren?"

Viele Jahre ist es her, dass Kölns Oberbürgermeisterin Henriette …

Artikel lesen
Link zum Artikel