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(180501) -- SANTO DOMINGO, May 1, 2018 -- File photo taken on Feb. 11, 2008 shows tourists resting in Punta Cana, Dominican Republic. China and the Dominican Republic signed a joint communique in Beijing Tuesday on the establishment of diplomatic relations. Thomas Aichinger - Vwpics/VW Pics/) (rtg) DOMINICAN REPUBLIC-PUNTA CANA-FEATURE ZUMAPRESS PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Punta Cana ist bekannt für seine Bilderbuchstrände und daher eine beliebte Urlaubsdestination. Bild: imago stock&people

Mysteriöse Todesfälle in der Dominikanischen Republik – was bisher bekannt ist

Milan Marquard / watson.ch

Die Dominikanische Republik ist aufgrund der geographischen Lage und der schönen Strände ein beliebtes Reiseziel – insbesondere bei US-Amerikanern. Nun wird das Ferienparadies von sechs mysteriösen Todesfällen überschattet. Da es sich bei allen Todesopfern um US-Amerikaner handelt, hat sich mittlerweile sogar das FBI eingeschaltet.

Die Timeline

Im Juni 2018 stirbt die 51-jährige Yvette S. in einem Hotel in Punta Cana. Wie ihre Schwester berichtet, nahm die Frau einen Drink aus der Minibar zu sich und legte sich anschließend ins Bett. Sie verstarb im Schlaf an einem Herzinfarkt.

Einen Monat später kam es zu einem weiteren Todesfall im Hard Rock Hotel in Punta Cana. Laut offiziellem Autopsiebericht war der Grund des frühen Ablebens des 45-jährigen David H. ein Herzinfarkt und ein Lungenödem. Seine Frau gab bekannt, dass sich ihr Mann am Abend nicht gut gefühlt hatte und in der Nacht schweißgebadet erwacht sei. Kurz darauf brach er zusammen.

Im April dieses Jahres wurde dasselbe Hotel nochmals von einem Todesfall heimgesucht. Der 67-jährige Robert W. wurde am 12. April zuletzt lebend gesehen. Auch er hatte sich vor seinem Tod gemäß seiner Nichte einen Drink von der Minibar des Hotels gegönnt. Danach fing er an, "sich sehr schlecht zu fühlen. Er hatte Blut im Urin und im Stuhl."

Rund einen weiteren Monat später – im Mai 2019 – fanden nochmals drei Menschen den Tod. Ein verlobtes Pärchen und eine 41-jährige Frau verstarben an Atemstillstand und es wurden bei allen drei Personen ein Lungenödem festgestellt. Eine Person erlitt zudem vor dem Tod noch einen Herzinfarkt. Es ist bekannt, dass die Verstorbenen bereits gesundheitliche Probleme hatten.

Auffällig ist, dass es zu vier der sechs Todesfälle in Hotels der Bahia Príncipe Resorts kam – eine bekannte All-inclusive-Hotelkette in der Dominikanischen Republik. Auf Twitter veröffentlichte die Bahia-Gruppe zwei offizielle Statements zu den Vorkommnissen.

In den Stellungnahmen weist die Gruppe jegliche Verbindung der Todesfälle aufgrund mangelnder Beweise zurück. Die Sicherheit der Gäste sei oberste Priorität und man halte sich an jegliche Umwelt-Vorgaben in Bezug auf Wasser, Abfall und den Umgang mit Gefahrengut.

Gibt es bereits Theorien?

Tom Inglesby, Direktor des Johns Hopkins Center for Health Security, sagte in einem Telefoninterview gegenüber der "NY Times", dass die geschilderten Symptome auf eine Vergiftung hinweisen. Eine Ferndiagnose sei jedoch sehr schwierig.

Weiter bekannt ist, dass es in den beiden Regionen zu einem Anstieg von seltsamen Krankheitsfällen gekommen ist. Im Internet beklagten sich ehemalige Hotelgäste über das Aufkommen von Übelkeit, Fieber und Durchfall – während und nach dem Aufenthalt in besagten Regionen.

So auch ein junges Paar, das die Ferien im Juni 2018 im selben Hotel verbracht hatte wie das verlobte Pärchen im Mai dieses Jahres. Laut eigenen Angaben wurden die 29-Jährige und ihr vier Jahre älterer Freund in La Romana sehr krank. Auch ihre Symptome passten zu einer Vergiftung. Ihr Hausarzt stellte später fest, dass das Paar Phosphorsäureester ausgesetzt war – eine Art von Insektizid.

Die junge Frau sagte gegenüber CNN aus, dass sie gesehen habe, wie ein Hotelmitarbeiter im Garten vor den Klimaanlagen Pflanzen besprüht hatte. Noch gibt es jedoch keine offiziellen Statements zu diesem Verdacht.

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Video: YouTube/CNN

Wie geht es weiter?

Der Fakt, dass es in so kurzer Zeit zu so vielen Todesfällen in unmittelbarer Nähe und auf ähnliche Art und Weise gekommen ist, ruft auch das FBI auf die Matte. Die US-Botschaft in der Dominikanischen Republik veröffentlichte am 11. Juni ein Statement:

"Die dominikanischen Behörden haben das FBI um Unterstützung bei der weiteren toxikologischen Analyse der jüngsten Fälle von Bahia Príncipe, La Romana, gebeten, und unsere FBI-Kollegen sagen uns, dass diese Ergebnisse bis zu 30 Tage dauern können. Wir bitten alle, geduldig zu sein, während diese Untersuchungen ihren Lauf nehmen."

US-Botschaft, Santo Domingo

Derzeit sind folglich nur Spekulationen möglich, zumindest bis das FBI seine Untersuchung abgeschlossen hat. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

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