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9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Überall auf der Welt finden sich Geisterstädte. Das sind ehemalige Ortschaften, die heute noch aus Häusern bestehen, aber in denen es kein Leben mehr gibt. Und jede Geisterstadt hat ihre eigene Geschichte. Wir stellen euch einige vor:

Varosia, Famagusta, Zypern

Varosia, eine Geisterstadt auf Zypern

Varosia war in den 70er Jahren DAS touristische Zentrum Zyperns. 54 Prozent des Tourismusgewerbes der ganzen Insel wurde in diesem Vorort der Stadt Famagusta erwirtschaftet. 1974 besetzte das türkische Militär den nördlichen Teil der Insel und erklärte die Hotelanlagen zum Sperrgebiet.

Die etwa 32.000 Zyperngriechen flohen. Seitdem ist die Ex-Touristenattraktion eine Geisterstadt.

Hashima Island, Japan

Hashima Island, ein Mahnmal der Ausbeutung

Etwa 3,5 Kilometer südöstlich der japanischen Stadt Nagasaki befindet sich die Insel Hashima. Von 1887 bis 1974 hat das rohstoffarme Japan dort Untersee-Kohleabbau betrieben.

Im zweiten Weltkrieg wurden die japanischen Arbeiter mit chinesischen und koreanischen Zwangsarbeitern ausgetauscht. Wegen unmenschlicher Arbeitsbedingungen starben 1300 Menschen.

In den Betonbauten lebten zu Hochzeiten 5259 Menschen, was auf 6,3 Hektar die größte jemals gemessene Bevölkerungsdichte ausmachte. Im Rahmen der Energiewende 1974 wurde die Insel lahmgelegt, die Arbeiter umgehend entlassen, was dementsprechend zu einer abrupten Abreise führte. Die Insel macht deshalb den Eindruck eines verlassenen Sperrgebiets und gilt heute als Mahnmal menschlicher Ausbeutung.

Prypjat, Ukraine

Pripyat wurde 1970 etwa gleichzeitig gegründet, als das Kernkraftwerk Tschernobyl erbaut wurde. Beim Reaktorunglück 1986 lebten in der vier Kilometer entfernten Stadt rund 50.000 Einwohner.

Geisterstadt Prypjat – Tschernobyls trauriges Erbe

Nach der Katastrophe musste das ganze Gebiet evakuiiert werden, viele Bewohner siedelten dafür in die neugegründete Stadt Slawutytsch über. Heute ist Prypjat ein Ort für "Extremtouristen".

Bodie, Kalifornien

Bodie, Kaliforniens Zeitkapsel

Die USA sind gesäumt von Geisterstädten (nein, Detroit ist noch keine). Die durch die geringe Luftfeuchtigkeit am besten erhaltene ist Bodie an der Grenze von Kalifornien und Nevada. 1876 wurde eine große Goldader in Bodie gefunden, was zu einem rasante Bevölkerungswachstum führte. 1879 lebten dort 10.000 Einwohner. Zum Vergleich: 1880 hatte Los Angeles etwa 11.000 Einwohner.

Nach einigen Jahren warf die Mine kaum noch was ab und so zogen viele Goldgräber weiter. Seit 1962 ist Bodie ein "State Park", indem noch etwa 170 Gebäude erhalten sind.

Kayaköy (griech. Levissi), Türkei

In dem Ort Levissi, im Südwesten der Türkei, lebten seit Hunderten Jahren ethnische Griechen. 1923, im Zuge der Staatsgründung der Türkei und der Erfüllung des Vertrags von Lausanne wurden die etwa 20.000 griechischen Bewohner vertrieben.

Kayaköy, 3.500 griechische Hausruinen in der Türkei

Auf dem Gebiet siedelten seinerseits aus Griechenland vertriebene Türken an, nicht aber in die griechischen Felshäuser sondern in die Gegend unterhalb der Anhöhe. Heute sind 3.500 Hausruinen erhalten geblieben, die unter Denkmalschutz stehen.

Craco, Italien

Die malerische Passion Christi: Craco

Craco wird einigen Cineasten vielleicht bekannt vorkommen. Der Bond-Film "Ein Quantum Trost" wurde hier gedreht, ebenso Mel Gibsons "Passion Christi".

Der Ort im Süden Italiens wurde schon 540 vor Christus von Griechen besiedelt. Leider wurde die Stadt zwischen 1959 und 1972 durch mehrere Erdrutsche fast komplett zerstört. Wahrscheinlich wurden sie durch Arbeiten an der Kanalisation und der Wasserversorgung ausgelöst. Für die Bewohner wurde im Tal die Siedlung "Craco Peschiera" gegründet.

Kolmannskuppe, Namibia

Heute vergessen wir es häufig, doch Deutschland hatte auch Kolonien in Afrika. Eine davon war Namibia, damals Deutsch-Südwestafrika genannt. Unweit der Hafenstadt Lüderitz fanden zwei Eisenbahnarbeiter 1908 Diamanten.

Kolmannskuppe – Namibias versandete Erinnerung an Deutschland

Schnell entstand eine Siedlung, die durch den Reichtum der Einwohner in einer Ortschaft mit geräumigen Steinhäusern nach deutschem Vorbild mündete. Und das, obwohl es weit und breit nur Sand gab.

Nachdem die nahegelegenen Diamantenfelder bald abgebaut waren, zogen die Menschen aus Kolmannskuppe weiter Richtung Süden. Heute sind viele der Häuser fast komplett durch Sandstürme verschüttet. Ab den Neunzigern begann man, die Gebäude zu möblieren und einen Museumsbetrieb zu etablieren.

Great Blasket Island, Irland

Great Blasket Island – Irlands verlassenes Inselabenteuer

Die zwölf Blasket Islands im Atlantik waren jahrhundertelang bewohnt – bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Weil der irische Staat die dortigen Lebensbedingungen als menschenwürdig betrachtete, wurden 1953 die letzten 22 Bewohner aufs Festland evakuiert.

Pyramiden, Norwegen

1921 begann ein schwedisches Unternehmen auf der norwegischen Insel Spitzbergen im arktischen Ozean mit dem Abbau von Kohle. Im Rahmen des Spitzbergenvertrags konnte auch die Sowjetunion dort Kohle abbauen.

Pyramiden, Norwegens Sowjet-Enklave

Es entstand eine sowjetische Siedlung mit 1.000 Arbeitern. Sie wurde nach der pyramidenförmigen Form des gleichnamigen Berges benannt. 1998 beschloss die russische Regierung, den Kohleabbau einzustellen und die Arbeiter abzuziehen. Heute ist Pyramiden ein kleiner Tourismus-Magnet.

Sie werden zwar nicht zahm, süß sind Wildkatzen trotzdem:

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