International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

23 Jahre nach Giftgasanschlag in Tokios U-Bahn: Sektengründer Asahara hingerichtet

06.07.18, 07:36

Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem tödlichen Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokio sind der Chef und sechs weitere Mitglieder der Aum-Sekte am Freitag hingerichtet worden. "Sieben Aum-Mitglieder wurden hingerichtet, darunter Shoko Asahara", sagte ein Vertreter des japanischen Justizministeriuns der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf den Sektenanführer. Es sind die ersten Hinrichtungen im Zusammenhang mit einer Nervengasattacke, die die Welt schockiert hatte.

25. September 1995: Shoko Asahara in einem Polizeiwagen nach einem Verhör in Tokio Bild: Kyodo News

Die Tat hatte weltweit für Entsetzen gesorgt und zu einem massiven Vorgehen der Behörden gegen die Sekte geführt. Inzwischen ist die Sekte unter dem Namen Aleph bekannt. Der fast blinde Asahara war im Jahr 2000 offiziell verstoßen worden, Experten zufolge soll er aber weiter starken Einfluss auf die Gruppe gehabt haben.

Guru Shoko Asahara (links) und sein enger Vertrauter Yoshihiro Inoue Bild: Kyodo News

Alle sieben Verurteilten wurden gehängt. Es waren die größten zeitgleich stattfindenden Hinrichtungen in Japan seit mehr als hundert Jahren: 1911 waren elf Menschen wegen eines geplanten Attentats auf den Kaiser gehängt worden.

Werde unser Freund:

Weitere sechs Sektenmitglieder sitzen wegen des Giftgasanschlags noch im Todestrakt. Insgesamt war mehr als 190 Aum-Mitgliedern der Prozess gemacht worden. 

Die Hinrichtung der sieben Sektenmitglieder stieß bei einigen Überlebenden am Freitag auf Erleichterung:

"Als ich die Nachricht hörte, reagierte ich ruhig. Aber ich hatte das Gefühl, dass die Welt ein bisschen heller geworden ist."

Atsushi Sakahara, Filmemacher, der bei dem Anschlag verletzt worden war

Atsushi Sakahara leide seit Jahren an Schmerzen und werde die Attacke nie vergessen. "Aber die Hinrichtung bringt eine Art Abschluss."

20. März 1995: Hilfskräfte versorgen U-Bahn-Passagiere in Tokio Bild: AP

Trotz der Grausamkeit des Anschlags hatten einige Experten vor einer Hinrichtung der Täter gewarnt. Der Tod Asaharas könne einen neuen Sektenführer hervorbringen, möglicherweise Asaharas zweiten Sohn. Überdies gab es Warnungen, die Exekutionen könnten die Täter in den Augen ihrer Anhänger zu Märtyrern machen.

(sg/afp)

Das könnte dich interessieren:

Kein Hartz IV für Unter-50-Jährige? Das sagt ein Wirtschaftsprofessor dazu

Nach dem WM-Aus drohen Gastronomen und Werbern Millionenverluste 

Du könntest bald Geld für ein Haus bekommen – der watson-Guide zum Baukindergeld

Harley-Davidson ist nur der Anfang: Wie Trump sich im Handelskrieg verfahren hat

Dieser "Airbag" soll dein Handy vor teuren Display-Schäden schützen 

4 Fakten zum Kükenschreddern und warum es bald ein Ende haben könnte 

Den watson-Kryptos geht's besser – die Branche bleibt leider unseriös (Pornos sind Schuld)

11 Dinge, die du dich nicht mehr traust, zu Bitcoin zu fragen

Zocke ich meinen Bäcker ab, wenn ich mit Karte zahle?

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Die Gruppenvergewaltigung einer 13-Jährigen löst Entsetzen aus – das sind die Hintergründe

Nach dem schweren Missbrauch einer 13-Jährigen in Velbert nahe Wuppertal haben sich zwei der Tatverdächtigen mitsamt ihren Familien abgesetzt. Die Ermittler halten es für möglich, dass die beiden Jugendlichen mit ihren Eltern im Ausland sind, wie ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft am Donnerstag sagte.

Sie stammen wie die bereits in U-Haft sitzenden weiteren sechs Tatverdächtigen aus Bulgarien. 

Das Verbrechen in Velbert wurde erst jetzt, Monate später öffentlich, weil …

Artikel lesen