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23 Jahre nach Giftgasanschlag in Tokios U-Bahn: Sektengründer Asahara hingerichtet

Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem tödlichen Giftgasanschlag auf die U-Bahn in Tokio sind der Chef und sechs weitere Mitglieder der Aum-Sekte am Freitag hingerichtet worden. "Sieben Aum-Mitglieder wurden hingerichtet, darunter Shoko Asahara", sagte ein Vertreter des japanischen Justizministeriuns der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf den Sektenanführer. Es sind die ersten Hinrichtungen im Zusammenhang mit einer Nervengasattacke, die die Welt schockiert hatte.

FILE - In this Sept. 25, 1995, file photo, cult leader Shoko Asahara, center, sits in a police van following an interrogation in Tokyo. Thirteen Japanese cult members may be sent to the gallows any day now for a deadly 1995 gas attack on the Tokyo subway system and other crimes. Or they might not. Such is the secrecy that surrounds Japan’s death penalty system. Tuesday, March 20, 2018, marks 23 years since members of the Aum Shinrikyo cult punctured plastic bags to release sarin nerve gas inside subway cars, sickening thousands and killing 13. Cult leader Shoko Asahara and a dozen followers have been sentenced to death for that and other crimes that killed 27 in all. (Kyodo News via AP, File)

25. September 1995: Shoko Asahara in einem Polizeiwagen nach einem Verhör in Tokio Bild: Kyodo News

Die Tat hatte weltweit für Entsetzen gesorgt und zu einem massiven Vorgehen der Behörden gegen die Sekte geführt. Inzwischen ist die Sekte unter dem Namen Aleph bekannt. Der fast blinde Asahara war im Jahr 2000 offiziell verstoßen worden, Experten zufolge soll er aber weiter starken Einfluss auf die Gruppe gehabt haben.

FILE - In this undated file photo, cult guru Shoko Asahara, left, of Aum Shinrikyo walks with Yoshihiro Inoue, then a close aid, in Tokyo. Japanese media reports say on Friday, July 6, 2018, Asahara, who has been on death row for masterminding the 1995 deadly Tokyo subway gassing and other crimes, has been executed. He was 63. (Kyodo News via AP)

Guru Shoko Asahara (links) und sein enger Vertrauter Yoshihiro Inoue Bild: Kyodo News

Alle sieben Verurteilten wurden gehängt. Es waren die größten zeitgleich stattfindenden Hinrichtungen in Japan seit mehr als hundert Jahren: 1911 waren elf Menschen wegen eines geplanten Attentats auf den Kaiser gehängt worden.

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Weitere sechs Sektenmitglieder sitzen wegen des Giftgasanschlags noch im Todestrakt. Insgesamt war mehr als 190 Aum-Mitgliedern der Prozess gemacht worden. 

Die Hinrichtung der sieben Sektenmitglieder stieß bei einigen Überlebenden am Freitag auf Erleichterung:

"Als ich die Nachricht hörte, reagierte ich ruhig. Aber ich hatte das Gefühl, dass die Welt ein bisschen heller geworden ist."

Atsushi Sakahara, Filmemacher, der bei dem Anschlag verletzt worden war

Atsushi Sakahara leide seit Jahren an Schmerzen und werde die Attacke nie vergessen. "Aber die Hinrichtung bringt eine Art Abschluss."

FILE - In this March 20, 1995 file photo, subway passengers affected by sarin nerve gas in the central Tokyo subway trains are carried into St. Luke's International Hospital in Tokyo. Tuesday, March 20, 2018 marks 23 years since members of the Aum Shinrikyo cult punctured plastic bags to release sarin nerve gas inside subway cars, sickening thousands and killing 13. Cult leader Shoko Asahara and a dozen followers have been sentenced to death for that and other crimes that killed 27 in all. (AP Photo/Chiaki Tsukumo, File)

20. März 1995: Hilfskräfte versorgen U-Bahn-Passagiere in Tokio Bild: AP

Trotz der Grausamkeit des Anschlags hatten einige Experten vor einer Hinrichtung der Täter gewarnt. Der Tod Asaharas könne einen neuen Sektenführer hervorbringen, möglicherweise Asaharas zweiten Sohn. Überdies gab es Warnungen, die Exekutionen könnten die Täter in den Augen ihrer Anhänger zu Märtyrern machen.

(sg/afp)

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