23.01.2021, Russland, Moskau: Frauen halten Plakate, auf denen geschrieben steht

Viele Menschen sind für die Freilassung des russichen Oppositionellen Alexej Nawalny. Bild: dpa / Alexander Zemlianichenko

Prominente veröffentlichen Video: "Freiheit für Alexej Nawalny!"

Prominente russische Kulturschaffende, darunter Musiker, Autoren und Schauspieler, haben sich in einem Video mit dem inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny solidarisiert und zu Protesten aufgerufen. Der auch in Deutschland bekannte Schriftsteller Dmitri Gluchowski (Dmitry Glukhovsky) sagte, dass es Momente im Leben gebe, in denen Schweigen fehl am Platz sei. Auch die Musiker von Noize MC, Anacondaz und der international bekannte Regisseur Witali Manski riefen im Clip "Freiheit für Alexej Nawalny!" dazu auf, nicht gleichgültig zuzuschauen, wenn Menschen politisch verfolgt und grundlos eingesperrt würden.

Nawalny vorläufig für 30 Tage in Haft

"Für Freiheit muss gekämpft werden!", sagte Manski. Je häufiger und je größer die Proteste seien, desto schneller komme Nawalny wieder in Freiheit, sagte die Künstlerin Nadeschda Tolokonnikowa von der Punkband Pussy Riot. Sie saß selbst im Straflager, nachdem sie in einer Kirche an einer Protestaktion gegen Kremlchef Wladimir Putin teilgenommen hatte.

Nawalny drohen mehrere Strafverfahren und viele Jahre Gefängnis. In Haft sitzt der 44-Jährige aktuell zunächst für 30 Tage, weil er gegen Meldeauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben soll – während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag mit dem chemischen Kampfstoff Nowitschok erholte.

Systemkritik russischer Musiker: "Wir sind die Menschen, denen das Land gehört"

Der Musikstar Andrej Makarewitsch von der Band Maschina Wremeni zeigte sich entsetzt in dem Video, dass erst versucht wurde, Nawalny zu töten und er nun im Gefängnis sitzt. Der Fußballer Igor Dennissow meinte, dass er ein besseres Land für seine Kinder wolle. Die Schauspielerin Irina Wilkowa kritisierte, dass sich das politische System in Russland mit einer Verängstigung der Bevölkerung an der Macht halte. "Wir sind die Menschen, denen das Land gehört."

Auch Russlands populärster Blogger Juri Dud, dem in sozialen Netzwerken ein Millionenpublikum folgt, ging am Samstag auf die Straße. Die Proteste in vielen Städten Russlands galten schon kurz nach dem Beginn als die größten der letzten Jahre.

(vdv/dpa)

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Der in einem Straflager in Hungerstreik getretene Kremlgegner Alexej Nawalny ist nach Angaben seines Teams zu einer Untersuchung in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses gebracht worden. Untersucht worden sei er in der Stadt Wladimir östlich von Moskau, schrieb der Nawalny-Vertraute Leonid Wolkow am Donnerstagabend bei Twitter. "Es wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt." Ergebnisse waren zunächst nicht bekannt.

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