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Schweden bereitet sich mit dieser Broschüre auf Krieg vor

Seit Ende des Kalten Krieges wurde sie nicht mehr herausgegeben, nun ist sie wieder da: Die schwedische Regierung legt ihre Notfall-Broschüre neu auf, mit der sie Bürger auf Krieg und Krisen vorbereitet.

Jonas Mueller-Töwe

"Falls Schweden von einem anderen Land angegriffen wird, werden wir niemals aufgeben. Informationen, denen zufolge Widerstand unterbleiben soll, sind falsch." Die schwedische Regierung wird in ihrer Broschüre deutlich. Das 20-seitige Handbuch zur Vorbereitung der Bürger auf Krieg und Krisen geht in eine neue Auflage.

Darin ist nachzulesen, wie sich die akustische Warnung vor Luftangriffen anhört, wie Trinkwasser zu gewinnen ist und welche Pflichten auf Bürger im Notfall zukommen. Kommende Woche soll die Handreichung an jeden Haushalt verteilt werden.

Hier kannst du die Broschüre anschauen. 

Bild

Eine Illustration aus der Broschüre "Falls Krise oder Krieg kommt": Die schwedische Regierung verteilt das Handbuch an alle Haushalte des Landes. Bild: Quelle: Swedish Civil Contingencies Agency

Denn seit dem 2. Weltkrieg gehörte die Broschüre in Schweden zu jedem Haushalt, war in einer Kurzfassung sogar im Telefonbuch zu finden. Erstmals 1943 herausgegeben, begleitete "Om kriget kommer" Generationen durch die Zeiten des Kalten Krieges. Zu Deutsch: "Falls Krieg kommt" sollte die schwedische Bevölkerung mit Tipps und Anweisungen auf den Ernstfall vorbereiten. Seit 1991 sah die schwedische Regierung allerdings keinen akuten Bedarf mehr für die Broschüre – bis jetzt.

Staaten im Baltikum und Skandinavien fühlen sich von Putin bedroht

"Selbst wenn Schweden sicherer ist als die meisten Länder, existieren Bedrohungen", steht im Vorwort der Neuauflage, die landesweit verteilt werden soll und bereits jetzt im Internet abrufbar ist. Die Broschüre ist zur Vorbereitung auf den Kriegsfall gedacht – und neuerdings auch zur Vorbereitung auf Krisen in Friedenszeiten wie Naturkatastrophen. Deswegen heißt sie nun: "Falls Krise oder Krieg kommt".

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Wiederholt hatte die schwedische Regierung russische Aggression als Grund für neue Sicherheitsmaßnahmen genannt und mit dieser Begründung auch das Militärbudget wieder erhöht. Sowohl die Annexion der Krim durch Russland als auch vermehrte Luftraumverletzungen durch die russische Luftwaffe lassen Staaten im Baltikum und Skandinavien um ihre nationale Sicherheit fürchten. Auch der mutmaßliche russische Informationskrieg löst Besorgnis aus. Nach generellen Ratschlägen steht die Warnung vor Falschinformation an erster Stelle in der neuen Broschüre.

Dieser Artikel ist zuerst auf t-online.de erschienen. 

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