International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Bild: AP

Russland stellt ein AKW ins Meer – ist das so gefährlich, wie es klingt?

30.04.18, 12:18 01.05.18, 11:29

Im russischen St. Petersburg lief jetzt das erste schwimmende AKW vom Stapel. Die "Akademik Lomonossow" (benannt nach dem russischen Universalgelehrten Michail Lomonossow) soll 2019 den Reaktorbetrieb aufnehmen. Ist das so gefährlich, wie es klingt? Der Reihe nach: 

Die Idee: Strom für entlegene Gebiete

2007 beginnt der russische Energiekonzern Rosatom mit dem Bau für ein schwimmendes Atomkraftwerk. Die Idee fasst Ingenieur Georgi Tichomirow vom Moskauer Institut für angewandte Physik damals wie folgt zusammen: "Der Vorteil des schwimmenden Kernkraftwerks ist, es kann überall Strom liefern." Die Hoffnung: Der schwimmende Atommeiler könnte vor allem von kleinen Pazifikstaaten zur Energieversorgung genutzt und damit ein Exporterfolg werden.

Tichomirow: "Es ist wie ein Kreuzfahrtschiff. Die Crew lebt wie in einem 4-Sterne-Hotel."

So schön steril sehen die Pläne aus

Video: YouTube/TomoNews Sci & Tech

Der Prototyp: Energie ab 2019 für 200 000 Menschen

Der Prototyp "Akademik Lomonossow" läuft Ende April 2018 in St. Petersburg vom Stapel – noch ohne atomare Brennstäbe. Das Schiff mit den beiden Kernreaktoren soll über die Ostsee Kurs auf die russische Arktisregion Tschuktschen nehmen und dort ab 2019 Strom liefern, etwa für Ölbohrinseln. Insgesamt sollen die beiden Reaktorblöcke Energie für bis zu 200.000 Menschen produzieren, etwa für Meerwasserentsalzungsanlagen. Russland hofft in der entlegenen Region am Meeresgrund auch Bodenschätze ausbeuten zu können.

Die Argumente der Befürworter: Sicher (und versenkbar)

Die Entwickler von Rosatom behaupten, der schwimmende Meiler sei sicher. "Im schlimmsten Fall müssen wir nur eine Zone von einem Kilometer rund um den Reaktor sichern", beteuern die Betreiber. Käme es zu einer Kernschmelze wie 2011 im japanischen AKW Fukushima könne der schwimmende Meiler im Meer versenkt werden, sagen die Befürworter. Die Technik sei durch atombetriebene Eisbrecher bekannt und beherrschbar.

Die Argumente der Kritiker: "Schwimmendes Tschernobyl"

Kritiker der Atomkraft warnen vor dem schwimmenden Meiler. Von einem "gefährlichen Experiment" und einem schwimmendem Tschernobyl" spricht Greenpeace-Experte Jan Haverkamp. Der flache Schiffsrumpf und der fehlende Eigenantrieb mache die "Akademik Lomonossow" bei Orkanstürmen und Tsunamis "besonders anfällig".

Haverkamp: "Atomkraftwerke, die durch die Arktis tuckeln, stellen eine Bedrohung für ein sensibles Ökosystem dar, das durch den Klimawandel ohnehin unter Druck steht."

(ap/per)

Wie mich die Klimaignoranz ankotzt

Video: watson/Saskia Gerhard, Lia Haubner

An den Balearen schwimmt ein Weißer Hai herum – erste Sichtung seit 30 Jahren

Dieser Pottwal kämpft in der Nordsee gerade ums Überleben

Wale stranden zu Dutzenden – 6 Erklärungen für das Tierdrama

In diesen 7 Ländern und Städten herrschen bereits Plastikverbote

So tötet der Klimawandel die Korallen des Great Barrier Reef

Touristin findet in einem Wald (!!!) in Russland (!!!) einen toten Delfin 🤔

Schon wieder! Holländisches Insektengift in deutschen Bio-Eiern

Wal stirbt, weil er mehr als 80 Plastiktüten im Magen hat 😢

Ausgebrochene Zootiere in Rheinland-Pfalz waren doch nicht ausgebrochen ¯\_(ツ)_/¯

Sumpfkrebs-Fang in Berlin boomt – ein Fischer fing 8500 Tiere im 1. Monat

Süüüüüüüüüüß. Und gefährdet. 10 Tiere, die wir lieben und töten

Kragenbär Mike wurde heute erschossen – das ist seine Geschichte 

Mehr als 1000 Demonstranten fordern schnellen Kohleausstieg 

Richtige Männerfreundschaft: Männliche Delfine kennen sich beim Namen

Von wegen "natürlich" –Verbraucherschützer wollen irreführende Etiketten abschaffen

Dieser Käfer braucht Alkohol, um seine Kinder großzuziehen

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

May sagt, Russlands Militärgeheimdienst steckt hinter Nowitschok-Angriff

Die britische Polizei hat zwei Verdächtige im Fall des Attentats auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia benannt. Es soll sich demnach um die Russen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow handeln. Beiden wird versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und der Besitz von chemischen Waffen vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Die britische Premierministerin Theresa May hat den russischen Militärgeheimdienst für den …

Artikel lesen