Russian President Vladimir Putin gestures during his annual news conference in Moscow, Russia, Thursday, Dec. 19, 2019.  Putin says that global climate change poses new challenges to Russia. Speaking at his annual news conference Thursday, Putin said that global warming could threaten Russian Arctic cities and towns built on permafrost.  (AP Photo/Pavel Golovkin)

Bild: ap

Putin soll Kritiker zu Militärbasis in die Arktis geschickt haben

Ein Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin soll nach Oppositionsangaben widerrechtlich zum Militärdienst eingezogen und in eine entlegene Basis in der Arktis gebracht worden sein. Der prominente Kremlkritiker Alexej Nawalny schrieb am Mittwoch im Internet, sein Weggefährte Ruslan Schaweddinow werde auf einer geheimen Luftabwehrbasis im entlegenen Nowaja-Semlja-Archipel als "politischer Gefangener" festgehalten.

Gefährte von Nawalny

Der 23-Jährige wurde seit Montag vermisst. Laut Nawalny soll die Polizei in die Moskauer Wohnung Schaweddinows eingedrungen und ihn sofort festgenommen und abtransportiert haben. Schaweddinow arbeitete als Projektmanager für Nawalnys Anti-Korruptions-Stiftung. Die Stiftung wurde von den russischen Behörden in diesem Jahr als "ausländischer Agent" eingestuft. Gegen sie wird wegen angeblicher Geldwäsche ermittelt.

In Russland gilt die Wehrpflicht. Sie betrifft Männer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren, die Dienstzeit beträgt ein Jahr. Ein Armeesprecher sagte der Nachrichtenagentur Tass, Schaweddinow habe sich seit langem vor dem Wehrdienst gedrückt. Seine jetzige Einberufung entspreche dem Gesetz.

Nawalny führte hingegen ins Feld, Schaweddinow sei aus gesundheitlichen Gründen für den Wehrdienst ungeeignet. Auch sei er ohne jegliche Grundausbildung zum Nowaja-Semlja-Archipel entsandt worden.

Im Video ist zu sehen, wie die Polizei ein Büro von Nawalny betritt

Wjatscheslaw Gimadi, ein Anwalt von Nawalnys Stiftung, sprach von einer "Entführung" Schaweddinows und warf Putin sowie Verteidigungsminister Sergej Schoigu vor, direkt dafür verantwortlich zu sein. Einige Unterstützer Schaweddinows demonstrierten am Mittwochabend in Moskau vor dem Sitz des Generalstabs der russischen Streitkräfte.

(afp/lin)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Die britische Polizei soll Verdächtige im Fall Skripal identifiziert haben

Nach dem Angriff mit dem Nervengift Nowitschok auf den ehemaligen russischen Spion Sergei Skripal und seine Tochter Yulia hat die britische Polizei Verdächtige identifiziert, die sie mit der Tat in Zusammenhang bringt. Die Nachrichtenagentur PA zitiert eine Quelle, die den Ermittlungen nahesteht:

Die britische Polizei hatte zuvor den Behälter gefunden, durch den kürzlich ein weiterer Mann und eine weitere Frau mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt kamen. Die Frau war am Sonntagabend an den …

Artikel lesen
Link zum Artikel