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Saudi Crown Prince Mohammed at UN Headquarters Saudi Crown Prince Mohammed is seen during the signing ceremony. Prince Mohammed bin Salman Al Saud, Crown Prince of the Kingdom of Saudi Arabia, attended a bilateral meeting with United Nations Secretary-General Antonio Guterres in the Executive Suite at UN Headquarters. Following their meeting, the Crown Price and Secretary-General served as witnesses to the signing of a Voluntary Financial Contribution Memorandum between the Kingdom of Saudi Arabia and the United Nations pertaining to the 2018 Yemen Humanitarian Response Plan. New York NY United States UN Headquarters PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY AlbinxLohr-Jones

Einige der Täter sollen laut den türkischen Behörden aus dem Umfeld des Kronprinzen Mohammed bin Salman stammen. Bild: Albin lohr-jones/imago

Hat der Saudi-Kronprinz den Mord angeordnet? Das musst du zum Fall Khashoggi wissen

Im Fall des verschwundenen saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi sollen Verdächtige einem US-Medienbericht zufolge dem Umfeld von Kronprinz Mohammed bin Salman angehören. So habe ein Verdächtiger namens Maher Abdulasis Mutreb den saudiarabischen Kronprinzen in diesem Jahr bei Reisen in die USA, nach Spanien und Frankreich begleitet, berichtete die "New York Times". Möglicherweise handle es sich um einen Leibwächter.US-Präsident Donald Trump rechnet bis zum Ende der Woche mit Antworten im Fall des verschwundenen saudischen Journalisten

US-Präsident Donald Trump rechnet bis zum Ende der Woche mit Antworten im Fall des verschwundenen saudischen Journalisten. Er sagte am Mittwoch in Washington: 

Trumps Ankündigung

"Wir werden das vermutlich bis zum Ende der Woche wissen."

Vor Sanktionen schreckte Trump aber zurück. Mit Blick auf Saudi-Arabien sagte er: 

Menschenrechte vs Geschäft

"Sie sind ein sehr wichtiger Verbündeter."

Das gelte etwa für den Kampf gegen den Terror oder die Iran-Frage, aber auch für große Rüstungsgeschäfte.

Der US-Präsident wehrte sich zugleich gegen den Vorwurf, dass er die Saudis in dem Fall gegen Vorwürfe in Schutz nehme, und betonte, auch er wolle wissen, was in dem saudischen Konsulat in Istanbul passiert sei.

Die wichtigsten 4 Fakten zu dem Fall.

Warum nimmt Trump Saudi-Arabien in Schutz?

Trump kritisierte in einem Interview mit der Nachrichtagentur AP, dass Saudi-Arabien für das Verschwinden von Jamal Khashoggi verantwortlich gemacht wird, obschon dies nicht bewiesen sei. Er bemängelt, dass der Wüstenstaat voreilig verurteilt wird.

FILE PHOTO: U.S. President Donald Trump gestures as he speaks during the World Economic Forum (WEF) annual meeting in Davos, Switzerland January 26, 2018. REUTERS/Denis Balibouse/File Photo

US-Präsident Donald Trump Bild: Denis Balibouse/reuters

"Hier sind wir mal wieder, ihr wisst schon, du bist schuldig bis die Unschuld bewiesen ist. Ich mag das nicht", sagte Trump weiter. Er stellte dabei einen Bezug zum kürzlich für den Obersten Gerichtshof der USA ernannten Richter Brett Kavanaugh her, gegen den drei Frauen Missbrauchsvorwürfe erhoben. "Wir haben das gerade mit Richter Kavanaugh durchgemacht und er war unschuldig, so weit ich weiß", fügte Trump an.

Nachdem Trump am Mittwoch bereits mit dem saudiarabischen König telefoniert hatte, sprach er am Dienstag mit dem Kronprinzen, Mohammed bin Salman. Auch dieser bestritt vehement, dass er oder die Regierung irgendetwas mit dem Verschwinden von Khashoggi zu tun habe, wie "The Hill" berichtet. Trump gab gestern in einem Interview zu verstehen, dass er diesen Aussagen Glauben schenkt und womöglich "Schurken-Mörder" die Tat begannen haben. 

U.S. Secretary of State Mike Pompeo meets with the Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman during his visits in Riyadh, Saudi Arabia, October 16, 2018. REUTERS/Leah Millis/Pool

Mike Pompeo mit Mohammed bin Salman Bild: LEAH MILLIS/reuters

Es ist durchaus erstaunlich, dass Trump Saudi-Arabien in Schutz nimmt – schließlich hat er im Vorfeld mit weiteren Sanktionen gedroht und Außenminister Mike Pompeo zur raschen Aufklärung nach Riad entsandt.

Um wen handelt es sich bei den Verdächtigen in dem Fall?

Vielleicht handelt es sich bei den Tätern doch nicht um "Schurken-Mördern", sondern in Tat und Wahrheit um Gefolgsleute des saudi-arabischen Kronprinzen. Wie die "New York Times" berichtet, wurde ein Verdächtiger von den türkischen Behörden als dessen Bodyguard identifiziert. Gesichtet wurde der Mann zuvor bei internationalen Besuchen von bin Salman an dessen Seite.

Drei weitere Männer sollen angeblich bin Salmans Sicherheitsdienst angehören. Beim fünften Identifizierten soll es sich um einen Gerichtsmediziner handeln, der im saudiarabischen Innenministerium einen hohen Rang inne hat.

Laut den türkischen Behörden sollen sich alle fünf Männer am Tag von Khashoggis Verschwinden im Konsulat in Istanbul aufgehalten haben und Teil eines 15-köpfigen Agententeams gewesen sein. Recherchen der "New York Times" haben ergeben, dass es sich bei mindestens neun der 15 Agenten um Mitglieder des saudiarabischen Sicherheitsdienstes, des Militärs oder anderer Regierungsministerien handelt. 

Falls sich diese Ermittlungsergebnisse als wahr erweisen, wird es ganz eng für den Kronprinzen, der bislang jegliche Schuld von sich schiebt. Dann wäre es wahrscheinlich, dass er die Beseitigung Khashoggis angeordnet hätte. 

Warum sollte der Kronprinz das tun?

Der 33-jährige bin Salman präsentiert sich als Reformator. Er beabsichtigt eine kulturelle und wirtschaftliche Öffnung des Königreiches und wirbt für westliche Investoren. Allerdings hat Khashoggi immer wieder das Ansehen bin Salmans beschmutzt und war diesem somit stets ein Dorn im Auge.

Der frühere Regierungsberater Khashoggi war vergangenes Jahr aus Furcht vor einer Festnahme ins US-Exil gegangen. Er hatte wiederholt die Politik des mächtigen Kronprinzen sowie die Militärintervention des saudiarabischen Königreichs im Jemen kritisiert. Bin Salman hat zwar weitreichende wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen eingeleitet, doch geht er mit harter Hand gegen Kritiker und Oppositionelle vor.

Was steht für bin Salman auf dem Spiel?

Bin Salmans Ansehen in der westlichen Welt hängt nun davon ab, wie viel (Mit-)Schuld er am Verschwinden des Regimekritikers trägt. Sowohl der König als auch der Kronprinz haben wiederholt betont, dass sie damit nichts zu tun haben. Anfangs Woche wurden Gerüchte laut über ein angebliches Eingeständnis Saudi-Arabiens, dass der verschwundene Journalist bei einem schief gelaufenen Verhör ums Leben gekommen sei. Laut der "The New York Times" soll dies alles im Unwissen der Königsfamilie passiert sein. Bis jetzt wurde ein solches Eingeständnis noch nicht veröffentlicht.

Allerdings scheint es immer unwahrscheinlicher, dass der Kronprinz oder dessen Vater keine Verantwortung für das Verschwinden Khashoggis tragen. Laut türkischen Beamten sollen es sich bei den 15 Verdächtigen um saudiarabische Sicherheitsbeamte, Geheimagenten und Regierungsmitglieder handeln. 

Die Affäre Khashoggi könnte sich auch negativ auf Saudi-Arabiens Wirtschaft auswirken. Der Fall hat international für großes Aufsehen gesorgt und eine Welle der Entrüstung ausgelöst. Einige Firmen haben deshalb kurzfristig die Teilnahme an der Investorenkonferenz in der saudischen Hauptstadt Riad abgesagt – darunter auch Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam. 

Saudi-Arabien ist auf Investitionen aus und Handel mit dem Ausland angewiesen. US-Politiker haben Donald Trump aufgerufen, weitere Sanktionen gegen den Wüstenstaat zu erheben und den 110-Milliarden-Waffendeal mit dem Königreich auszusetzen, wie "The Hill" schreibt. Trump will jedoch vorerst abwarten und den Deal aufrecht erhalten – schließlich seien davon Arbeitsplätze in den USA betroffen. US-Finanzminister Steven Mnuchin wird wie geplant an die Investorenkonferenz reisen. Sanktionen würden ergriffen werden, falls die Schuld Saudi-Arabiens eindeutig bewiesen wird. 

(vom/dpa)

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