International
Bild

Bild: imago stock&people

Hongkong: Sexseiten riefen zu Protesten auf – statt zu Hause zu "wichsen"

Seit nun fast zwei Wochen gehen in Hongkong Menschen auf die Straßen. Auslöser war ein umstrittenes Auslieferungsgesetz, das es Hongkongs Behörden erlauben würde, verdächtige Personen an die kommunistische Volksrepublik auszuliefern, sollten chinesische Behörden das verlangen.

Die Demonstration am vergangenen Sonntag war nach Einschätzung von Beobachtern die größte in Hongkong seit dem Protest gegen die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung in Peking vor drei Jahrzehnten am 4. Juni 1989.

Demonstrators hold yellow umbrellas, the symbol of the Occupy Central movement, during a protest to demand authorities scrap a proposed extradition bill with China, in Hong Kong, China June 9, 2019. REUTERS/Thomas Peter

Bild: X90176

Auf den Straßen Hongkongs geht es mittlerweile mehr als um ein einzelnes Gesetz, es geht um Grundsätzliches, um Fragen von Grundrechten und Demokratie.

Protest statt Porno

Deswegen beteiligen sich auch Akteure, von denen man politischen Protest nicht unbedingt erwartet. So sollen beispielsweise lokale Pornoseiten dazu aufgerufen haben, an den Protesten teilzunehmen. Das berichtete "Quartz".

Die Sexseiten "AV01" und "ThisAV" gingen offenbar vorübergehend offline, um die Nutzer dazu zu bewegen, sich dem Aufstand anzuschließen.

Und statt klassischer Videos, gab es solche Appelle bei "AV01":

"Es wird keinen sicheren Ort oder mehr Sicherheit geben. Die Regierung hat Sie im Stich gelassen, das System hat Sie im Stich gelassen, die Gesellschaft hat Sie im Stich gelassen, wollen Sie sich im Stich lassen?"

"ThisAV" forderte die Benutzer auf, an den Protesten teilzunehmen, anstatt zu Hause zu "wichsen".

Es ist offenbar nicht das erste Mal, dass sich auch die Erotikindustrie Hongkongs an Bürgerbewegungen beteiligt. Das Erotikmagazin "Lung Fu Pao" soll bereits die Studentendemonstrationen von 1989 in Peking unterstützt haben.

Die Proteste gehen weiter

Der Druck der Massenproteste hat zumindest die Regierungschefin Carrie Lam zu der Ankündigung bewegt, das Auslieferungsgesetzes auf unbestimmte Zeit auszusetzen.

Hongkong besitzt einen gesonderten Status: Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Die Hongkonger genießen größere Freiheiten als die Menschen in der Volksrepublik, darunter das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

(ts mit dpa)

Die lustigsten Frisuren der Bundesliga-Geschichte

Dr. G-Punkt über Sex und Traurigkeit

Exklusiv

Obama-Stratege zu Trumps Plan, vor Gericht zu ziehen: "Auch bei uns standen die Anwälte schon in den Startlöchern"

Joe Biden holt durch die Briefwahlstimmen immer mehr auf und steht kurz davor, US-Präsident zu werden. Noch-Amtsinhaber Donald Trump gefällt das gar nicht und sein Lager kündigt wütend an, die Auszählungen stoppen sowie bereits feststehende Ergebnisse überprüfen zu lassen. Wahlkampf-Experte Julius van de Laar analysiert für watson das bisherige Ergebnis der US-Wahl und erklärt, warum auch Barack Obama notfalls geklagt hätte, um Präsident zu werden.

Noch in der Wahlnacht machte Donald Trump wahr, was er angekündigt hatte: Er erklärte sich selbst zum Sieger. Obwohl er in den Hochrechnungen hinten lag, reklamierte er die Präsidentschaft für sich und forderte, das Auszählen der Briefwahlstimmen einzustellen. Außerdem kündigte er an, gegen das Wahlergebnis vor Gericht ziehen zu wollen und eine Neuauszählung der Stimmen in einigen Bundesstaaten einzuklagen.

Ob dieser Schritt Donald Trump näher zu einer zweiten Amtszeit als US-Präsident bringen …

Artikel lesen
Link zum Artikel