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Israel hat 3 Probleme: Iran, Iran und Iran – warum der Streit eskalieren könnte

Der Iran hat vor der israelischen Haustür militärisch aufgerüstet. Israel fühlt sich von seinem Erzfeind bedroht. Nun hat es in Syrien, das zwischen den Fronten liegt, eine Reihe schwerer Explosionen gegeben. Mehrere Stützpunkte der Armee und iranischer Milizen wurden getroffen.

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Bild: dpa-Grafik

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden unter anderem das Hauptquartier der 47. Brigade westlich der Stadt Hama sowie Stützpunkte nahe des Flughafens von Aleppo von Raketen getroffen. Das Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen von schweren Explosionen. Nach Angaben der Aktivisten kamen bei den Angriffen mindestens 26 regierungstreue Kämpfer ums Leben. 60 weitere seien verletzt worden. Bei den Toten und Verletzten soll es sich in den meisten Fällen um Iraner handeln.

Verschiedene syrische Staatsmedien äußerten die Vermutung, Israel stecke hinter den Angriffen und habe iranische Stellungen bombardieren wollen.

Das israelische Militär kommentiert derartige Vorgänge grundsätzlich nicht.

Der israelische Geheimdienstminister Israel Katz forderte jedoch:

"Der Iran muss sich aus Syrien zurückziehen"

Israel habe auf allen Ebenen eindeutig klargemacht, dass es dem Aufbau einer iranischen Front im Norden Syriens nicht zustimmen wird. Man werde "alles unternehmen, was notwendig ist".

Und Stunden vor den Angriffen erklärte Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman:

"Wir haben nicht die Absicht, Russland anzugreifen oder uns in innere syrische Angelegenheiten einzumischen"

Reaktionen gegen iranische Milizen schloss er jedoch nicht aus. "Wenn jemand meint, dass es möglich ist, Raketen abzufeuern oder Israel selbst oder gar unsere Flugzeuge anzugreifen, dann werden wir zweifelsohne antworten, und zwar werden wir sehr heftig antworten", wurde der Minister von israelischen Medien zitiert.

Wie hat sich die Situation vor Ort so zugespitzt? Das sind die Hintergründe:

Israel hat drei Probleme: "Iran, Iran und Iran."

Israel hat immer wieder betont, es werde keinesfalls dulden, dass sein Erzfeind Iran sich dauerhaft militärisch im Nachbarland Syrien festsetzt. 

Nach Liebermans Worten habe Israel genau drei Probleme: "Iran, Iran und Iran." Teheran versuche, die gesamte Region zu destabilisieren, und das betreffe nicht nur Israel. "Schauen Sie einmal nach Jemen, Libanon, Irak und Syrien." Iran unterstütze Stellvertreter rund um Israel. Viele islamistische Bewegungen würden ohne iranische Unterstützung "nicht einmal eine Woche überleben".

Der ehemalige israelische Militärgeheimdienstchef Amos Jadlin sagte am Montag in Tel Aviv:

"Teheran ruft regelmäßig zur Zerstörung Israels auf."

 Jetzt baue der islamische Gottesstaat in Syrien noch entsprechende militärische Fähigkeiten aus, zum Beispiel zielgenaue, hochmoderne Raketen, die Israels Luftwaffe bedrohten. "Wenn man eine Absicht erkennt, und den Ausbau der Fähigkeiten, diese Absicht umzusetzen, wird man alles unternehmen, um dies zu verhindern", sagt Jadlin.

Der Iran steht an Baschar al-Assads Seite

Der schiitische Iran unterstützt Syriens Regierung im Bürgerkrieg. Als verlängerter Arm Teherans hat sich die libanesische Hisbollah in den vergangenen Jahren in Syrien zu einer der stärksten Mächte entwickelt.

Teheran ist neben Russland und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Der Iran hatte in den vergangenen Monaten seine militärische Präsenz im Land weiter ausgebaut und unter anderem viele Waffen nach Syrien geschickt. Das schiitsche Land finanziert dabei auch die Hisbollah und vermutlich auch etliche lokale Milizen.

Währenddessen geht der Streit um das Atomabkommen weiter

US-Präsident Donald Trump muss bis zum 12. Mai entscheiden, ob von den USA ausgesetzte Sanktionen gegen den Iran außer Kraft bleiben. Dies wird auch als Entscheidung über den Verbleib der USA in dem Abkommen angesehen. Die Trump-Administration stellt den Atomdeal mit dem Iran von 2016 in Frage.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu forderte erneut eine Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran. Er sagte am Sonntag nach einem Treffen mit dem neuen US-Außenminister Mike Pompeo: "Ich denke, die größte Bedrohung der Welt und unserer beiden Länder und aller Länder ist die Kombination des militanten Islams mit Atomwaffen, und speziell der Versuch des Irans, nukleare Waffen zu erlangen." Der Iran wolle den Nahen Osten dominieren und Israel habe das "Recht, sich selbst zu verteidigen".

Teheran hat jedoch mehrfach betont, dass es nicht zu einer Nachverhandlung bereit ist. Am Montag sagte Vizeaußenminister Abbas Araghchi sogar, das Abkommen sei angesichts eines ausbleibenden wirtschaftlichen Aufschwungs in seiner derzeitigen Form nicht mehr tragbar. So sind Großbanken aus Sorge vor möglichen Strafmaßnahmen der USA kaum zur Finanzierung von Handelsprojekten im Iran bereit.

Ex-Militärgeheimdienstchef Jadlin sieht das Risiko einer direkten und offenen Konfrontation zwischen Israel und dem Iran.

Gleichzeitig hält er es für möglich, dass Teheran angesichts des starken Drucks seine Kräfte in Syrien wieder reduzieren könnte. Es gebe auch interne Kritik im Iran an der militärischen Etablierung in Syrien, sagte Jadlin. "Außerdem üben die Russen Druck aus." Es sei nicht im Interesse Moskaus, dass die Rettung des syrischen Herrschers Baschar al-Assad durch einen militärischen Konflikt zwischen Israel und dem Iran gefährdet werde.

(ts/dpa/afp)

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