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FILE PHOTO: Syrian Democratic Forces (SDF) celebrate the first anniversary of Raqqa province liberation from ISIS, in Raqqa, Syria October 27, 2018. REUTERS/Aboud Hamam/File Photo

Bild: Getty images

Das "Kalifat" des IS in Syrien scheint besiegt – das Ende ist das nicht

Schon während der Woche schien es für den selbsternannten Islamischen Staat zu Ende zu gehen. Am Samstagmorgen verkünden jetzt das Weiße Haus und die Syrischen Demokratischen Kräfter (SDF), dass die letzte Bastion der Terrorgruppe im Osten Syriens, Baghus, zurückobert wurde.

SDF-Sprecher Mustafa Bali schrieb auf Twitter:

Während also die letzte Kämpfe noch geführt werden, verkündet auch die Sprecherin Donald Trumps auf, Sarah Sanders:

"Das Kalifatsgebiet in Syrien ist beseitigt"

Auf die Frage von Journalisten, ob der IS zu 100 Prozent sein Gebiet verloren habe, antwortete Sanders: "Ja."

Trump hatte Journalisten in West Palm Beach in Florida gerade erst eine Landkarte der Region präsentiert, die das ehemalige Ausbreitungsgebiet des IS zeigt, sowie eine zweite mit der aktuellen Lage, die kein Gebiet unter Kontrolle des IS aufweist. "Das ist ISIS, und so sieht es jetzt aus", sagte er mit Verweis auf die beiden Karten.

Auch wenn es jetzt keine Städte mehr unter Kontrolle der "IS"-Kämpfer gibt, deutet Balis Tweet durchaus darauf hin, dass versprengte Gruppen noch weiter kämpfen.

Auch ein weiterer Sprecher der SDF bestätigte das. Adnan Afrin sagte: "Kleine Gruppen von IS-Kämpfern wollen sich nicht ergeben und starten Angriffe und unsere Truppen erwidern", sagte er.

Die letzte IS-Bastion war am Freitagmorgen nach zweitägiger Pause wieder unter Beschuss genommen worden. Kampfflugzeuge der internationalen Anti-IS-Koalition bombardierten die Positionen der Dschihadisten am Ufer des Euphrat nahe dem Dorf Baghus, wie die SDF mitteilten, die seit Monaten die Ortschaft an der irakischen Grenze belagern.

Warum jetzt neue Probleme losgehen

Mit der Einnahme von Baghus wäre das "Kalifat" der IS-Miliz im Irak und Syrien endgültig Geschichte. Damit wird auch ein baldiger Abzug der US-Truppen aus Syrien wahrscheinlicher, den US-Präsident Donald Trump im Dezember angekündigt hatte. Allerdings soll nach letzten Plänen des Weißen Hauses noch ein Truppenkontingent im Land bleiben.

Die Abzugspläne Amerikas haben international massive Kritik ausgelöst. Militärs und Beobachter warnen, der IS sei trotz der Niederlage noch nicht besiegt und könne wieder erstarken. In einem vor einigen Wochen vom Pentagon veröffentlichten Bericht heißt es, der IS bleibe aktiv und könne in sechs bis zwölf Monaten wieder aufleben. Außerdem könnte durch die Niederlage am Boden eine wachsende Gefahr von Terrorzellen ausgehen, die auf der ganzen Welt agieren.

Bei einem US-Abzug droht auch ein Angriff der Türkei auf die Kurdenmiliz YPG, die die SDF anführt. Die Regierung in Ankara sieht in der Miliz einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und hat sie als Terrororganisation eingestuft. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat einen Offensive gegen die YPG angekündigt.

Die Kurden kontrollieren in Nordsyrien ein großes Gebiet an der Grenze zur Türkei und haben dort eine Selbstverwaltung errichtet. Die YPG ist der wichtigste Verbündete der USA in Syrien. Unter Führung der Miliz konnten die SDF die größten Teile des IS-Gebietes in dem Bürgerkriegsland einnehmen, darunter wichtige Ölquellen.

(mbi/dpa/afp)

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