International
July 25, 2017 - Antalya, Turkey - Beach Tourism in Antalya, Turkey, on 25 July 2017. Antalya, the largest city on Turkey s Mediterranean coast, is normally a popular summer destination for European, Russian and Middle Eastern tourists, but has been receiving fewer tourists from Germany and Holland this year due to increasing political tensions. Antalya Turkey PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAn230 20170725_zaa_n230_006 Copyright: xDiegoxCupolox

July 25 2017 Antalya Turkey Beach Tourism in Antalya Turkey ON 25 July 2017 Antalya The Largest City ON Turkey S Mediterranean Coast IS normally a Popular Summer Destination for European Russian and Middle Eastern tourists but has been receiving fewer tourists from Germany and Holland This Year Due to Mostly Political tensions Antalya Turkey PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY  20170725_zaa_n230_006 Copyright xDiegoxCupolox

Badende am Strand von Antalya. Bild: imago stock&people

Die Lira ist im Abwärtsflug – kommt jetzt der Tourismus-Boom in der Türkei?

Der Sommer läuft noch einmal voll auf Hochtouren, doch die türkische Lira befindet sich im Abwärtsflug. Bei den hohen Temperaturen träumt so mancher von einem billigen Türkeiurlaub. Eine gute Idee?

Die türkische Währung befindet sich im Sinkflug. Allein in diesem Jahr brach die türkische Lira um 40 Prozent ein – zuletzt gar um 18 Prozent. Da könnte der eine oder die andere über den nächsten Urlaub am Bosporus nachdenken. In der Tat scheint der massive Wertverfall der türkischen Lira gut für Touristen. Der Urlaub: günstig. Der Kaffee am Strand: billig. Die Sonne: kostenlos.

Dabei sollten Türkei-Urlauber nicht die seit dem Putschversuch im Juli 2016 in Kraft getretenen Einschränkungen und Sonderregelungen des Notstandes vergessen. Trotz Aufhebung am 19. Juli 2018 bestehen diese größtenteils weiter und sollen in das Polizei- und Strafrecht übernommen werden.

Die Türkei ist doch nicht so billig

Und der Kaffee am Strand ist am Ende für Touristen doch nicht so billig, wie der Währungskurs suggeriert. Grund ist unter anderem die anziehende Inflation, die derzeit bei mehr als 15 Prozent liegt. Das bringt einen massiven Kaufkraftverlust der Lira mit sich. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beharrt dennoch auf niedrigen Zinsen und übt zugleich Einfluss auf die türkische Wirtschaft aus.

Eine Ende scheint nicht in Sicht. Denn auf politischer Ebene eskaliert der Streit zwischen der Türkei und den USA, im Zuge dessen seit heute drastisch erhöhte US-Strafzölle gelten. Der harsche Ton beider Nato-Partner verschärft die Situation zusätzlich und sorgt zunehmend für Unruhe in ganz Europa.

Auswärtigen Amtes spricht keine Reisewarnung aus

Neben der unsicheren wirtschaftlichen Lage spielt für Reisende auch die eigene Sicherheit eine große Rolle. Denn: Politische und wirtschaftliche Krisen sind in der Regel keine guten Reisebegleiter. Eine Orientierung bieten die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Und diese wird aktuell nicht für die Türkei ausgesprochen. Doch sollten Türkei-Reisende einige allgemeine Hinweise beachten, wie zum Beispiel, sich grundsätzlich von politischen Veranstaltungen und größeren Menschenansammlungen jeglicher Art fernzuhalten.

Zwar habe sich die innenpolitische Lage mit der erneuten Wahl Erdogans zum Staatspräsidenten entspannt. Das Risiko einer Festnahme sei jedoch weiterhin hoch. Das gelte vor allem auch für deutsche Staatsbürger, die sich kritisch gegenüber der Türkei äußern. Auch habe sich die Gefahr terroristischer Anschläge aufgrund der außenpolitischen Aktivitäten der Türkei kaum verringert.

Der Strand in der Türkei könnte – vor allem vor dem aktuellen Wechselkurs – eine günstige Alternative sein. Doch Anleger sehen dies skeptisch und glauben nicht an einen einsetzenden Türkei-Boom. Trotz günstiger Lira überwiegen die politischen und wirtschaftlichen Sorgen. Ausdruck findet die Besorgnis in den sinkenden Kursen von Touristik-Aktien wie der Tui, von Thomas Cook oder auch vom Billigflieger Easyjet.

Dieser Artikel ist zuerst auf t-online.de erschienen. 

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Glück vor Geld: Island will die Wirtschaft neu denken

Die Premierministerin von Island behauptet, das Bruttoinlandsprodukt sei Schnee von gestern. Die Haushaltsplanung Islands will in Zukunft auch Faktoren wie die soziale Gleichheit oder den Klimawandel berücksichtigen.

Katrin Jakobsdottir hat eine Vision. Die Premierministerin von Island möchte, dass sich das Wachstum eines Landes nicht mehr ausschließlich auf die Wirtschaft konzentriert, sondern auch soziale und ökologische Indikatoren, oder einfach gesagt, das Wohlergehen der Bevölkerung, berücksichtigt.

Wie Jakobsdottir an einer Rede in der Londoner Denkfabrik "Chatham House" sagte, orientiert sich die Haushaltsplanung Islands neu an diesen erweiterten Faktoren. Das Bruttoinlandsprodukt wird also zu einer …

Artikel lesen
Link zum Artikel