International
02.11.2020,

Einsatzkräfte der Polizei stehen am Schwedenplatz. In der Wiener Innenstadt sind am Montagabend Schüsse gefallen. Bild: dpa / Georg Hochmuth

Mindestens vier Tote und mehrere Verletzte bei Terroranschlag in Wien

Bei einem Anschlag mit Schusswaffen in der Wiener Innenstadt sind mindestens vier Menschen getötet und mehr als ein Dutzend weitere verletzt worden. Einer der Angreifer wurde am Montagabend von der Polizei erschossen.

Die Terrorattacke geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Karl Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Der Attentäter sei ein Sympathisant der Terrormiliz "Islamischer Staat" gewesen, sagte Nehammer am Dienstagmorgen in Wien. Die "Bild" hatte zuvor berichtet, der Täter habe seine Tat im Internetdienst Instagram angekündigt.

Im Umfeld des Täters wurden mehrere Objekte durchsucht. Es seien mehrere Personen festgenommen worden, hieß es aus dem Innenministerium, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Morgen meldete. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach von einem "widerwärtigen Terroranschlag".

Der Anschlag hatte gegen 20.00 Uhr im Ausgehviertel Bermuda-Dreieck begonnen, wo kurz vor Beginn neuer Corona-Ausgangssperren und bei mildem Wetter viele Menschen unterwegs waren. Die Angreifer feuerten nach Angaben der Polizei an sechs verschiedenen Tatorten mit Gewehren um sich. Laut Ludwig schossen sie "wahllos" auf Gäste in Lokalen.

Mehrere Personen schwer verletzt

Ein Opfer starb kurz nach dem Angriff, dabei handelte es sich nach Angaben des Senders ORF um einen Passanten. Insgesamt wurden bei der Bluttat am Montagabend insgesamt vier Passanten getötet - zwei Männer und zwei Frauen, bestätigte Innenminister Karl Nehammer der Nachrichtenagentur APA am Dienstagmorgen.

15 Menschen wurden nach dem Anschlag in die Krankenhäuser eingeliefert, mehrere von ihnen seien schwer verletzt. Unter den Verletzten war ein Polizist.

Nach Darstellung der Polizei gab es sechs verschiedene Tatorte. An dem Angriff seien mehrere Täter mit "Langwaffen" beteiligt gewesen. Die ersten Schüsse seien in der Seitenstettengasse abgegeben worden, einer belebten Straße im Zentrum. Dort befindet sich auch eine Synagoge. Der Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, schrieb auf Twitter, es könne nicht gesagt werden, ob sie eines der Ziele war. "Fest steht allerdings, dass sowohl die Synagoge (...) als auch das Bürogebäude an derselben Adresse zum Zeitpunkt der ersten Schüsse nicht mehr in Betrieb und geschlossen waren."

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Oskar Deutsch, erklärte im Onlinedienst Twitter, es sei noch unklar, ob das Gotteshaus eines der Angriffsziele gewesen sei. Die Synagoge war demnach zum Zeitpunkt der Tat geschlossen und das Bürogebäude der Gemeinde unbesetzt.

Täter waren mit Schnellfeuerwaffen bewaffnet

Kurz sagte im Sender ORF, die Täter seien mit Schnellfeuerwaffen ausgerüstet gewesen. Der Anschlag sei sehr professionell vorbereitet worden. Ein Augenzeuge sagte im ORF, einer der Angreifer habe wild mit einer Schnellfeuerwaffe um sich geschossen, bevor die Polizei eingetroffen und das Feuer eröffnet habe.

Bürgermeister Ludwig erklärte, dass der erschossene Attentäter wohl keinen Sprengstoffgürtel, sondern eine Attrappe getragen habe. Dies werde derzeit noch näher untersucht. Der Mann sei mit einer Langwaffe, aber auch mit einer Pistole und einer Machete ausgerüstet gewesen. Er war "sehr umfassend vorbereitet", wie Ludwig sagte. Die Polizei überprüft derzeit noch die Identität des Attentäters.

Einwohner von Wien sollen zu Hause bleiben

Bei der Großfahndung in der Nacht waren hunderte Beamte im Einsatz. Die Sicherung wichtiger Gebäuden in Wien übernahm die Armee. Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, kündigte verstärkte Kontrollen an den österreichischen Grenzen an.

02.11.2020,

Schwerbewaffnete Polizisten kontrollieren in der Wiener Innenstadt eine Person. Ein Beamter hat sein Gewehr im Anschlag. Bild: dpa / Roland Schlager

Innenminister Karl Nehammer appellierte an die Einwohner von Wien, zu Hause zu bleiben und die Innenstadt zu meiden. Kinder in der Hauptstadt wurden für Dienstag von der Schulpflicht entbunden.

"Wir werden uns durch Terrorismus niemals einschüchtern lassen und diese Angriffe mit allen Mitteln entschieden bekämpfen", betonte Kanzler Kurz. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen erklärte: "Wir werden unsere Freiheit und Demokratie gemeinsam und entschlossen mit allen gebotenen Mitteln verteidigen."

(hau/dpa/afp)

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