International

9/11-Opfer und Angehörige dürfen Saudi-Arabien verklagen

Mehr als eineinhalb Jahrzehnte nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York mit tausenden Toten muss sich Saudi-Arabien auf milliardenschwere US-Schadenersatzklagen einstellen.

Ein Bezirksrichter in Manhattan wies am Mittwoch den Antrag des Königreichs auf Abweisung solcher Verfahren zurück. Anwalt James Kreindler, der Geschädigte der Anschläge vertritt, begrüßte die Entscheidung und erklärte, nun werde die Rolle des Golfstaats bei den Anschlägen vom 11. September 2001 ans Licht kommen.

Mehr als 3000 Tote, rund 25.000 Verletzte

394261 50: Civilians flee as a tower of the World Trade Center collapses September 11, 2001 after two airplanes slammed into the twin towers in an alleged terrorist attack. (Photo by Mario Tama/Getty Images)

Manhattan gleicht einem Kriegsgebiet. Menschen laufen durch die mit Schutt überzogenen Straßen. Bild: Getty Images North America

Damals hatten Extremisten mehrere Flugzeuge entführt, die sie in die Zwillingstürme des World Trade Centers und das US-Verteidigungsministeriums lenkten. Eine Maschine ging auf einem Feld bei Pennsylvania nieder. Insgesamt starben mehr als 3.000 Menschen. Familien der Getöteten, rund 25.000 damals Verletzte sowie zahlreiche Unternehmen und Versicherer fordern Schadenersatz.

Saudi-Arabiens Regierung wehrt sich gegen den Verdacht

Bild

Eins der Flugzeuge ist ins Pentagon gestürzt: Hier versuchen Feuerwehrkräfte, den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Bild: Getty Images North America

Die Regierung in Riad hat wiederholt den Verdacht zurückgewiesen, dass sie die Attentäter unterstützt hat. 15 der 19 Attentäter kamen aus dem Königreich. Richter George Daniels erklärte am Mittwoch, Kläger könnten versuchen zu beweisen, dass Saudi-Arabien verantwortlich sei für die angeblichen Aktivitäten eines Imams einer Moschee in US-Bundesstaat Kalifornien und eines mutmaßlichen Geheimdienst-Offiziers.

Beiden wird vorgeworfen, zwei der späteren Attentäter bei der Akklimatisierung in den USA geholfen zu haben, wo sie sich auf die Anschläge vorbereiteten. Saudi-Arabien hatte argumentiert, die Kläger könnten nicht aufzeigen, dass ein Vertreter der saudischen Regierung, ein Mitarbeiter oder ein Beauftragter die Anschläge geplant oder ausgeführt habe.

Bild

Feuerwehrleute in den Ruinen des World Trade Centers kurz nach dem Einsturz Getty Images

Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten US-Verbündeten im Nahen Osten. Lange Zeit war das Land gegen mögliche Klagen aus den USA gefeit. Erst im Herbst 2016 hatte der US-Kongress eine Regelung gebilligt, mit der Angehörige der Opfer des 11. September 2001 den Golfstaat verklagen können. 

(sg/ Reuters)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!

70.000 Dollar für Friseure: Twitter-User lachen über Donald Trump

Ein Bericht der "New York Times" über die Steuerangaben von US-Präsident Donald Trump könnte den Druck auf Trump verstärken, der Öffentlichkeit Informationen zu seinen Finanzen vorzulegen. Die Zeitung schrieb am Sonntag unter anderem, dass der US-Präsident in den Jahren 2016 und 2017 jeweils nur 750 Dollar Einkommensteuer auf Bundesebene bezahlt habe. Trump bezeichnete den Bericht als "totale fake news".

Aus den Unterlagen, die der "New York Times" vorliegen, geht außerdem hervor, dass er …

Artikel lesen
Link zum Artikel