International
Bild

Bild: imago stock&people

Jan Böhmermann: Wiener Anwalt zeigt Moderator wegen ORF-Interviews an

Der Wiener Anwalt Wolfgang List ist verärgert über Jan Böhmermann. Der deutsche Moderator und Satiriker hatte in einem Interview mit dem ORF die österreichische Regierung scharf angegriffen, der Sender distanzierte sich nach dem Gespräch von Böhmermann – ein Vorgang, der für Irritierung gesorgt hatte.

Nun hat die Lists Wiener Anwaltskanzlei Böhmermann bei der Staatsanwaltschaft Wien und Berlin angezeigt. Wegen des Verdachts der Herabwürdigung des Staates Österreich. Das berichtet die österreichischen Zeitungen "Heute" und "Standard".

So begründet der Anwalt die Klage gegen Böhmermann:

"Es geht nicht, dass ein deutscher Satiriker acht Millionen Österreicher als debil bezeichnet", zitiert der "Standard" den Anwalt. Man solle Böhmermann "kein Podium geben". List steht laut eigenen Aussagen keiner Partei nahe und habe sich von den Aussagen des deutschen Moderators persönlich als Staatsbürger gestört gefühlt.

Was hatte Böhmermann im ORF gesagt?

Er bezeichnete in dem ORF-Interview Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) als "32-jährigen Versicherungsvertreter mit viel Haargel". Vizekanzler Heinz-Christian Strache warf er vor, auf Facebook "volksverhetzende Scheiße" rauszuhauen.

Der Moderator reagierte in bekannter Manier: mit einem ironischen Tweet. "Ständig irgendwen wegen totalem Quatsch vors Gericht zerren – sowas gäbe es in Deutschland nicht!"

In einem Interview mit der österreichischen Wochenzeitung "Falter" hatte Böhmermann Kanzler Kurz am Mittwoch noch einmal kritisiert. "Ihr Kanzler hat das Reden mit Faschisten zum Grundprinzip seiner Regierungsarbeit gemacht, aber das schwächt die Rechten nicht", sagte Böhmermann. Das Gegenteil sei stattdessen wahr. "Rechte werden kleiner, wenn man ihnen das Forum entzieht."

(ll/mit dpa)

Europawahlkampf: Auftakt der Partei DIE PARTEI

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Analyse

Was Trump bei seiner wüsten Attacke auf die WHO verschweigt

Im Rosengarten des Weißen Hauses knöpfte sich Donald Trump die WHO vor. Für die USA gebe es Licht am Ende des Tunnels in der Corona-Krise, las der US-Präsident am Dienstag vom Blatt ab. Um dann auf das eigentliche Thema seiner Rede zu kommen: die angeblichen Versäumnisse der WHO und den Zahlungsstopp seiner Regierung für die internationale Organisation.

"Heute weise ich meine Regierung an, die Zahlungen an die WHO einzufrieren, während wir die Rolle der WHO beim Missmanagement und bei der …

Artikel lesen
Link zum Artikel