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Trump und Thunberg in Davos. Bild: iStockphoto/Getty/picture alliance/Xinhua

"Alle haben versagt": Trump gegen Greta – das Rededuell in 7 Zitaten

Es war eine Art Fernduell, das sich US-Präsident Donald Trump und Klimaaktivistin Greta Thunberg auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos geliefert haben.

Trump und Thunberg sprachen am Dienstag kurz nacheinander in unterschiedlichen Räumen. Die 17-jährige Schwedin hatte sich vor ihrer Rede den Auftritt des US-Präsidenten im Publikum angehört.

Eine Übersicht über den Tag in Davos in sieben Zitaten:

Trump und die Untergangspropheten:

"Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen."

Trump hat den Klimawandel in der Vergangenheit mehrfach geleugnet, seine Regierung fährt Auflagen zum Klimaschutz zurück und zog sich auch aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen zurück.

Kein Wunder also, dass Trump das Wort Klimawandel nicht einmal in den Mund nahm, sondern vor allem über seine Errungenschaften sprach.

Trump, Trump, Trump

"Amerika wächst und gedeiht, und ja: Amerika gewinnt wieder wie niemals zuvor."

Er lobte ausführlich die gute Wirtschaftsentwicklung und niedrige Arbeitslosigkeit in den USA, die er auf seine Politik zurückführte. Im Vergleich zu der Vorgängerregierung mit geringem Wachstum und stagnierenden oder fallenden Löhnen sei die Entwicklung nun "spektakulär".

Gretas erneute Warnung

Zur Erinnerung: Vor einem Jahr war die Schwedin vor die versammelte Wirtschaftsprominenz in Davos getreten und hatte gewarnt: "Ich will, dass ihr in Panik geratet." Und: "Ich bin hier, um zu sagen, dass unser Haus brennt."

Sie erneuerte in diesem Jahr diese mittlerweile berühmten Worte:

"Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an."

Greta richtet sich ans Publikum

Während einer Podiumsdiskussion wandte sich die Aktivistin direkt ans Publikum und wies auf die Zahlen von Klimaforschern hin.

Ihre Warnung: Es bliebe nicht mehr viel Zeit, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Dieses Ziel ist im Pariser Klimaschutzabkommen festgeschrieben. Die Erderwärmung soll demnach auf unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden.

Greta verwies auf das verbleibende Budget für CO2-Emissionen, um dieses Ziel zu erreichen:

"Bei den heutigen Emissionswerten ist das verbleibende Budget in weniger als acht Jahren aufgebraucht. Das sind nicht die Ansichten von irgendjemandem. Das ist die Wissenschaft."

Sie berief sich dabei auf den IPCC-Report aus dem Jahr 2018.

Gretas vernichtendes Fazit

Die Aktivistin machte keinen Schuldigen in der Politik aus, sondern sagte: Alle hätten versagt.

"Es geht nicht um rechts oder links. Ihre Parteipolitik interessiert uns nicht im Geringsten. Aus Sicht der Nachhaltigkeit sind sowohl die Rechte als auch die Linke und die Mitte gescheitert."

Interessante Zitate kamen am Dienstag aber nicht nur von Trump und Thunberg.

Robert Habeck ist baff

Der Grünen-Chef war ebenfalls in Davos – und rang nach der Rede von Donald Trump erst einmal nach Worten.

Schließlich sagte er in die Kamera einer ZDF-Reporterin:

"Donald Trump ist der Gegner. Er steht für all die Probleme, die wir haben."

Scharfe Worte für einen Politiker, den viele Beobachter bald in Regierungsverantwortung sehen, sollten die Werte der Grünen stabil bleiben.

Eine Aktivistin verbreitet Optimismus

Neben Greta Thunberg saß bei der Podiumsdiskussion am Dienstag die 18-jährige Natasha Mwansa aus Sambia. Die "Welt" hielt ihre inspirierenden Wortbeiträge fest:

"Gut, die alte Generation hat Erfahrung. Aber wir haben Ideen, wir haben die Energie und wir haben die Lösungen für die Probleme von heute und auch die zukünftigen.“

(ll/mit afp/dpa)

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