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In diesen 7 Ländern und Städten herrschen bereits Plastikverbote

Michelle Marti

Die EU sagt Einweggeschirr, Strohhalmen, Wattestäbchen und Ballonhaltern aus Plastik den Kampf an. So will sie die Meere und die Umwelt besser schützen. Denn mehr als 80 Prozent des Mülls, der in unseren Ozeanen schwimmt, besteht gemäß der zuständigen EU-Kommission aus Plastik. Doch mit den geplanten Verboten ist die EU kein Vorreiter. In gewissen Ländern und Städten existieren bereits Verbote, um den Plastikmüll zu minimieren.

Hinweis: Die Liste ist nicht endgültig. Es gibt viele Staaten und Städte, die unterschiedliche Gesetze zu Plastikmüll verabschiedet haben.

Kenia

(130905) -- NAIROBI, Sept. 5, 2013 () -- People work at Dandora dumpsite, Nairobi, Kenya, Sept. 4, 2013. Dandora dumpsite, sandwiched between residential estates in the eastern part of Nairobi, covers an area of 12,000 square meters. According to statistics from the City Council, Nairobi produces an estimated 2,400 tonnes of garbage per day, most of which are transported to Dandora. (/Meng Chenguang) (ybg) |

Auf einer Müllhalde bei Nairobi, 2013 Bild: picture alliance / Photoshot

Plastik stellt in Kenia ein großes Problem dar. Es verstopft Abflüsse und Wasserläufe, was wiederum zu verschmutztem Trinkwasser führt. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, hat die kenianische Regierung am 28. August 2017 ein Gesetz verabschiedet, das Plastiksäcke verbietet. Für einen Verstoß drohen Bußen.

Das Verbot lässt aber auch kritische Stimmen laut werden. So ist Kenia der größte Exporteur von Plastiksäcken in der Region und daher werden Einbußen in der Wirtschaft und Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet. Außerdem fühlen sich viele Menschen von der Polizei schikaniert.

Neu-Delhi

FILE - In this June 12, 2015 file photo, a young Indian garbage collector unloads waste at a roadside garbage dumping site overflowing with filth in New Delhi, India. India has taken its first multibillion-dollar step toward rebuilding its metro areas as so-called smart cities by awarding 20 with funds to solve problems from shoddy sewage treatment to constant power outages and snarled traffic. (AP Photo/Altaf Qadri, File) |

Neu-Delhi, 2015 Bild: AP Photo

In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi sind seit 2009 dünne Plastiksäcke und seit 2012 alle Einwegtüten verboten. Anfang 2017 wurden die Regelungen weiter verschärft: Nun sind alle Arten von Einwegplastik nicht mehr erlaubt. Auch in anderen indischen Städten und Bezirken sind gewisse Plastikarten verboten. Die Regelungen unterscheiden sich aber von Region zu Region.

Italien

Neapel, 2010 Bild: dpa

In Italien sind seit dem 1. Januar 2011 Plastiktüten verboten und nur noch Säcke, die aus biologisch abbaubaren Materialien hergestellt wurden, erlaubt. Das Gesetz wurde zum 1. Januar 2018 noch verschärft. Nun dürfen die vollständig recyclebaren Säcke nur noch gegen eine Gebühr verkauft werden. Allerdings sei es in Italien nicht immer einfach, die Gesetze auch durchzusetzen, schreibt die Wirtschaftswoche

Ruanda

Kigali

Ruanda hat 2008 ein Verbot für den Import, die Produktion, den Verkauf und den Besitz von Plastiktüten verhängt. Neben hohen Geldbußen drohen im Fall eines Gesetzesbruchs auch Gefängnisstrafen. In den Schulen werden die Kinder schon früh über die Konsequenzen von Plastikmüll aufgeklärt.

Außerdem wurde der letzte Samstag jedes Monats zum Aufräumtag erkoren. Allerdings ist das harte Verbot für viele Händler auch mit Schwierigkeiten verbunden, da Papiertüten wesentlich teurer sind als Plastiksäcke.

San Francisco

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San Francisco, 2009

Seit 2007 gilt in der amerikanischen Stadt San Francisco ein Verbot für Plastiktüten. Als Alternative können in den Läden Papiertaschen gekauft werden. Seit 2014 sind nun auch Plastikflaschen verboten. Allerdings gibt es immer wieder kleine Schlupflöcher.

Beispielsweise sind Sportveranstaltungen von diesem Gesetz ausgeschlossen und große Non-Profit-Organisationen haben bis 2018 Zeit, sich nach dem neuen Gesetz zu richten. Wer Plastikflaschen mit mehr als sechs Deziliter Inhalt verkauft, muss mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Dollar rechnen. 

Bangladesch

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Dhaka, 2016 Bild: NurPhoto

2002 war Bangladesch das erste Land weltweit, welches dünne Plastiksäcke aus Polyethylen verboten hat. Das Gesetz war eine Reaktion darauf, dass Plastikmüll die Entwässerungssysteme von Dhaka verstopft hatte. Dies führte zu ernsten Umweltproblemen. Vor dem Verbot wurden in Dhaka täglich fast 10 Millionen Polyethylensäcke weggeworfen.

China

Chinese workers clean up trash floating on the Yangtze River in the Three Gorges reservoir in Yunyang county, Chongqing, China, 25 July 2010. An alarm over massive environmental damage along the Yangtze River and its Three Gorges reservoir has been raised by officials as authorities plan to spend billions of yuan treating sewage and planting forests in a major clean-up campaign. Generally speaking, the ecological state (of the river) is still far from what the people are demanding, said Jia Zhibang, director of the State Forestry Administration at a press conference organized by the State Council Information Office on Tuesday (31 August 2010). The environment of the Yangtze River, Chinas longest waterway which flows through 19 provinces, autonomous regions and municipalities, is crucial to the safety and wellbeing of more than 400 million people living in the river basin which covers 18.75 percent of the countrys total land area, Jia said. An increase in forest coverage along the 600-kilometer-long water area behind the Three Gorges Dam to 65 percent from the current 22 percent is a crucial part of the plan, Chongqing mayor Huang Qifan said at the same news briefing. The forestry campaign is predicted to cost more than 10 billion yuan (US$1.5 billion) over the next three to five years. |

Bild: Imaginechina

Im Juni 2008 hat die chinesische Regierung Gratisplastiksäcke verboten, um so der Verschwendung von Ressourcen entgegenzuwirken. Außerdem wurde die Herstellung von Tüten, die weniger als 0,025 Millimeter dick sind, ganz verboten. Ihre Lebensdauer ist viel zu kurz und sie wurden zu nachlässig entsorgt.

Bonus: Singapur

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Bild: chromorange

Ein besonderes Verbot gibt es im Stadtstaat Singapur. Dort sind nämlich Kaugummis verboten. Die ausgespuckten Rückstände waren für die Stadt zu einem großen Problem geworden. Aus diesem Grund hat die Regierung bereits im Jahr 1992 den Verkauf von Kaugummis verboten. Im Jahr 2004 wurde das Verbot zwar etwas gelockert, beispielsweise sind mittlerweile Zahnputz-Kaugummis erlaubt, ganz abschaffen konnten es die Gegner aber bis jetzt nicht.

Arme Tiere mit Plastik:

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Video: watson/Saskia Gerhard, Lia Haubner

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