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Greta Thunberg und Arnold Schwarzenegger: Zwei sehr unterschiedliche Umweltschützer. Bild: Getty Images/iStockphoto/imago images / ZUMA Press/Armando Gallo/watson-montage

Gretas Freund, der Terminator: Die grüne Vergangenheit von Arnold Schwarzenegger

Die Haare sind ein wenig grau geworden, die Arme etwas dünner, die Stimme aber ist immer noch unverwechselbar rau: Arnold Schwarzenegger kehrt im Oktober als T-800 für "Terminator: Dark Fate" auf die Leinwände zurück.

Abseits der Kinosäle macht der 72-jährige Österreicher allerdings andere Schlagzeilen: Arnie ist Fan der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Für die USA-Tour der 16-Jährigen organisierte er einen Tesla.

Aber, Moment: Arnold, der grüne Terminator? Woher kommt die Unterstützung des Hollywood-Stars für die schwedische Schülerin?

Die beiden kennen sich von einer Tagung Schwarzeneggers in Wien Anfang des Jahres.

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Greetings from Vienna!

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Arnold Schwarzenegger ist nicht nur Schauspieler. Zur Erinnerung: Der Österreicher ist Mitglied in der republikanischen Partei in den USA und war von 2003 bis 2011 Gouverneur von Kalifornien. Er erhielt den Spitznamen Governator.

Während er sich vom Terminator zum Governator wandelte, wurde Schwarzenegger zum Umweltaktivisten innerhalb der Republikanischen Partei.

Gelten die Republikaner mittlerweile mit US-Präsident Donald Trump an der Spitze als Partei von Klimawandelleugnern und Erdöl-Fetischisten, war Arnie seit Beginn seiner politische Karriere grün.

Terminator Schwarzenegger terminiert den CO2-Ausstoß

2005 unterzeichnete Schwarzenegger eine Executive Order, mit der sich Kalifornien verbindliche Ziele zur Reduzierung seiner CO2-Emissionen setzte.

Das fiel auf in einer Zeit, in der die USA bereits das Kyoto-Protokoll, das erste völkerrechtlich verbindliche Abkommen zur Reduzierung von CO2-Emissionen, abgelehnt hatten.

Bis 2020 sollten in Kalifornien die Emissionen auf das Niveau von 1990 sinken – ein Ziel, dass der Bundesstaat laut der Regierungsbehörde California Air Resources Board bereits 2018 erreichte. Schwarzeneggers Nachfolger setzte dessen Weg fort. Bis 2050 soll der Treibhausgas-Ausstoß nur noch 20 Prozent des Werts von 1990 betragen.

Mit dem Global Warming Solutions Act gelang Schwarzenegger 2006 außerdem ein für die USA wegweisendes Umweltschutzgesetz.

So sieht der Energiemix in Kalifornien aus:

Bild

Bild: Wikipedia

Warum engagierte sich Schwarzenegger so für Klimaschutz?

Zum einen spürt Kalifornien die Folgen des Klimawandels sehr direkt. 1351 Kilometer lang ist die Küstenlinie des Bundesstaats. Der steigende Meeresspiegel bedroht die Bewohner, die Infrastruktur und die Tierwelt.

"Der Erfolg unseres Systems wird anderen Staaten und Nationen ein Beispiel zum Nachahmen sein und zeigen, dass der Kampf gegen den Klimawandel weitergeht", sagte Schwarzenegger 2006 nach den Verhandlungen für den Global Warming Solutions Act.

Kalifornien ist für sich gesehen die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Unter Schwarzenegger baute der Staat seine Vorreiter-Rolle beim Klimaschutz weiter aus.

Arnies Polit-Karriere hatte auch schwarze Flecken...

Denn viele Menschen in Kalifornien waren mit dem Governator nicht zufrieden. Als der Politiker 2011 aus dem Amt schied, waren seine Umfragewerte gerade mal halb so hoch wie Anfang 2004.

Schwarzenegger wollte bei seinem Antritt aufräumen. Terminator-Style eben. "Aber heute sind seine Versprechen nur noch ein dünnes Echo", schrieben die "Mercury News" als Fazit seiner Amtszeit.

Als Schwarzenegger ging, war Kalifornien hoch verschuldet. Anfang 2011 fehlten im Haushalt 26,6 Milliarden Dollar. Die Organisation Citizens for Responsibility and Ethics in Washington (CREW) warf ihm vor, Vetternwirtschaft betrieben und sich im Amt persönlich bereichert zu haben.

Für Aufsehen in seinem Heimatland Österreich sorgte Schwarzenegger außerdem, weil er einem Verurteilten eine Begnadigung verweigerte. Arnie mag in der Umwelt- und in der Migrationspolitik von den Hardlinern der Republikanern abweichen – die Todesstrafe setzte er als Vertreter der GOP pflichtbewusst um.

So setzt sich Schwarzenegger für die Umwelt ein

Mit seiner NGO R20 engagiert sich der Österreicher auch nach Ende seiner aktiven Polit-Laufbahn weiterhin für den Klimaschutz. Die Organisation soll laut eigenen Angaben lokalen und regionalen Regierungen helfen, grüne Politik umzusetzen.

Anlässlich einer Tagung für R20 in Wien traf Schwarzenegger dann auf Greta Thunberg.

Leise ist der 72-Jährige nicht geworden. Er zählt zu den lautesten parteiinternen Kritikern von Donald Trump – und schreckt vor deutlichen Worten nicht zurück. Schwarzenegger bezeichnete in der Vergangenheit die Migrationspolitik der Trump-Regierung als "rassistisch".

Als Trump beschloss, dass die USA das Pariser Klimaabkommen verlassen, richtete sich Schwarzenegger 2017 auf Twitter direkt an den US-Präsidenten:

"Wir können uns nicht zurücklehnen und nichts tun, während Menschen krank werden und sterben. Bitte, Mr. President, wählen Sie die Zukunft."

(ll)

Viel Urlaub, wenig CO2: So gehts!

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