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Bild: getty images

Eine neue Studie bringt schlechte Nachrichten für das Weltklima

Schlechte Nachrichten für die ganze Welt: Der Ausstoß des Treibhausgases CO2 hat in diesem Jahr einer Studie zufolge deutlich zugenommen und dürfte einen neuen Rekordwert erreichen.

Vor allem weil mehr Öl und Gas verbrannt würden, seien die Emissionen 2018 laut einer Projektion um mehr als zwei Prozent angestiegen, warnte der Forschungsverbund "Global Carbon Project" am Mittwoch. Bereits 2017 war der Ausstoß um 1.6 Prozent angestiegen, nachdem er zuvor drei Jahre fast auf dem selben, wenn auch hohen Niveau verharrt hatte. Damals hatten Wissenschaftler auf eine Trendwende gehofft.

Auf der Suche nach einer Lösung

Derzeit verhandeln Vertreter von fast 200 Ländern auf der Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz über Regeln für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, mit deren Hilfe die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst auf 1.5 Grad begrenzt werden soll – verglichen zur vorindustriellen Zeit um 1750.

Demonstration against fossil fuels at the COP24 in Katowice Protesters holds posters against fossil fuels and global warming effect during a demonstration at the COP24 on December 04, 2018 in Katowice, Poland. EN_01351482_0344 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY

Demonstranten bei der UN-Klimakonferenz Bild: imago stock&people

Glen Peters vom Zentrum für Internationale Klima- und Umweltforschung in Oslo sagte:

"Die Zunahme des Ausstoßes 2017 konnte man noch als Ausreißer sehen, aber 2018 ist der Anstieg noch stärker und es wird glasklar, dass die Welt ihrer Pflicht nicht nachkommt, auf die Ziele des Pariser Abkommens von 2015 zuzusteuern."

Klimaschützer hatten gehofft, dass Wirtschaftswachstum und Zunahme der Emissionen inzwischen global betrachtet entkoppelt seien, eine wachsende Wirtschaft also mit einer Reduzierung der CO2-Ausstöße vereinbar sei.

76 Experten aus 15 Ländern sagen nun aber einen Anstieg der Emissionen zwischen 1.8 und 3.7 Prozent voraus. Die diesjährige Projektion erscheint nach Angaben des Forschungsverbundes in den Fachzeitschriften "Nature", "Earth System Science Data" und "Environmental Research Letters".

Das muss laut Experten passieren

Es reiche nicht aus, den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern, sagte Studienautorin Corinne Le Quéré, die Direktorin des Tyndall-Zentrums für Klimawandel-Forschung an der britischen Universität East Anglia. 

"Das Bestreben, auf fossile Energien zu verzichten, muss auf die ganze Wirtschaft erweitert werden."

Den Wissenschaftlern zufolge wächst der Energiebedarf für Autos und Lkw, Luftfahrt und Schiffsverkehr zu schnell, als dass der Umstieg auf erneuerbare Energien das ausgleichen könnte. Zudem dürfte demnach der Einsatz von Kohle als Energieträger 2018 angestiegen sein. Hauptantreiber sei der steigende Energiebedarf in China und Indien.

Auch in den USA ist der CO2-Ausstoß in diesem Jahr demnach gestiegen, dürfte aber in den kommenden Jahren wieder fallen. In der EU, die für zehn Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, sanken die Emissionen nach der Projektion zwischen 2.6 und 1.3 Prozent.

Diese Länder sorgen für die meisten Emissionen

Die Länder mit dem größten Treibhausgas-Ausstoß sind laut "Global Carbon Project" in dieser Reihenfolge:

  1. China
  2. USA
  3. Indien
  4. Russland
  5. Japan
  6. Deutschland
  7. Iran
  8. Saudi-Arabien
  9. Südkorea
  10. Kanada

Würde man die 28 EU-Staaten gemeinsam betrachten, würde sie auf Platz drei hinter China und den USA liegen.

Die CO2-Konzentration in der Athmosphäre liegt inzwischen mehr als 45 Prozent höher als in vorindustrieller Zeit, also vor 1750. Seitdem ist die Durchschnittstemperatur um rund ein Grad gestiegen.

(pbl/dpa)

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