International
December 23, 2018 - Indonesia - A view of damaged buildings in Banten, on December 23, 2018, after the area was hit by a tsunami on December 22 following an eruption of the Anak Krakatoa volcano. - A volcano-triggered tsunami has left at least 168 people dead and hundreds more injured after slamming without warning into beaches around Indonesia s Sunda Strait, officials said on December 23, 2018 voicing fears that the toll was set to rise. Indonesia PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAn230 20181223_zaa_n230_148 Copyright: xDasrilxRoszandix

Der Tsunami hat auch im indonesischen Banten viele Häuser zerstört. Bild: imago stock&people

Mindestens 429 Tote nach Tsunami – alle Infos zur Katastrophe in Indonesien

Drei Tage nach dem verheerenden Tsunami in Indonesien finden Helfer weitere Opfer. Noch immer werden viele Menschen vermisst.

Die Opferzahlen könnten noch steigen, weil aus der Region noch keine umfassenden Informationen vorliegen. Getroffen wurden Küstenstriche zu beiden Seiten der als Sundastrasse bekannten Meerenge, die die beiden Inseln Sumatra und Java trennt. Darunter seien auch die Strände in Serang und Süd-Lampung. Am schlimmsten verwüstet wurde der Bezirk Pandeglang im Westen von Java.

Mehrere tausend Soldaten und Polizisten arbeiten sich weiter mühsam durch verwüstete Dörfer der betroffenen Regionen vor. "Einige der Gebiete waren schwierig zu erreichen", sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Nugroho, am Montag. Dank des Einsatzes von schwerem Bergegerät seien sie zugänglich gemacht worden.

Die Küstenregion um die Sunda-Meerenge ist gerade unter Einheimischen wegen ihrer Nähe zur Hauptstadt Jakarta ein beliebtes Urlaubsziel. Deutsche seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen, twitterte das Auswärtige Amt in Berlin bereits am Sonntag. Ein Sprecher des Touristikkonzerns Tui sagte, das Unternehmen habe in der Region überhaupt keine Gäste. Wichtigstes Ziel in Indonesien sei die Insel Bali weiter im Westen.

Dutzende Gebäude wurden den Angaben zufolge zerstört. Die Flutwellen trafen im Süden Sumatras und im Westen Javas an Land, ohne dass die Menschen dort vorab gewarnt worden wären, wie ein Behördensprecher sagte. Die Katastrophenschutzbehörde veröffentlichte Videoaufnahmen im Internet; sie zeigen Menschen, die in Panik auf höher gelegenes Gelände fliehen. Bilder aus der Region zeigen die Folgen des Tsunamis mit überfluteten Straßen und einem umgekippten Auto.

Hunderte Häuser wurden zerstört

Einige der am heftigsten getroffenen Gegenden befinden sich in Banten, wo es viele Strandunterkünfte für Touristen gibt. Angesichts der Feriensaison dürfte dort Hochbetrieb geherrscht haben. Dem Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho, zufolge wurden mindestens 430 Häuser, neun Hotelanlagen, zehn Schiffe und Dutzende Autos beschädigt. Schwere Tsunami-Schäden wurden unter anderem vom Urlauberstrand Carita gemeldet.

An aerial view of Anak Krakatau volcano during an eruption at Sunda strait in South Lampung, Indonesia, December 23, 2018 in this photo taken by Antara Foto.  Antara Foto/Bisnis Indonesia/Nurul Hidayat/ via REUTERS  ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. MANDATORY CREDIT. INDONESIA OUT.

Der Ausbruch des Vulkan Anak Krakataus könnte Ursache für den verheerenden Tsunami sein.  Bild: Antara Foto/Bisnis Indonesia/Nurul Hidayat/ via REUTERS

Die Ursache des Tsunamis war nach Angaben der indonesischen Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik (BMKG) vermutlich ein Ausbruch des in der Sunda-Meerenge liegenden und 50 Kilometer vom Festland entfernten Vulkans Anak Krakatau. Seine Eruption habe wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge gehabt.

Indonesien: Tsunami am 4. Advent tötet hunderte Menschen

Der Beginn der Rettungsmaßnahmen:

Der Gouverneur der Hauptstadt Jakarta, Anies Baswedan, schickte 13 Ärzte- und Rettungsteams in die besonders betroffenen Provinzen Lampung an der Südspitze von Sumatra und Banten im Westen Javas, wie die indonesische Nachrichtenagentur Antara News berichtet. Daneben waren auch Kräfte diverser Hilfsorganisationen im Einsatz, etwa vom Indonesischen Roten Kreuz, das vom Deutschen Roten Kreuz unterstützt wird.

2200 Tote im September

Der Inselstaat Indonesien wird immer wieder von katastrophalen Tsunami-Flutwellen heimgesucht. Diese entstehen in der Regel durch Erdbeben unter dem Meeresboden. Dass sie durch Vulkanausbrüche und Erdrutsche ausgelöst werden, ist eher selten.

Erst Ende September hatte ein Beben der Stärke 7.4 die bei Feriengästen beliebte indonesische Insel Sulawesi erschüttert. Die Region um die Stadt Palu wurde kurz darauf von einem Tsunami getroffen. Bei bis zu elf Meter hohen Wellen reichte das Wasser bis zu einem halben Kilometer ins Landesinnere. Mehr als 2200 Menschen kamen ums Leben, Tausende wurden verletzt.

Mancherorts verflüssigte sich der sandige Boden und verschluckte ganze Straßenzüge und Dörfer. Über 200.000 Menschen verloren ihr Zuhause. Es entstand Sachschaden in Milliardenhöhe. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe.

Noch schlimmere Folgen hatte der Tsunami vom 26. Dezember 2004, der neben Indonesien zwölf weitere Länder im Indischen Ozean traf. Infolge der Riesenwelle kamen damals schätzungsweise 230.000 Menschen ums Leben.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Erdbeben und auch Vulkanausbrüche sind dort keine Seltenheit. Der Inselstaat hat so viele aktive Vulkane wie kein anderes Land der Welt.

Der aktuelle Tsunami ging von der Vulkaninsel Anak Krakatoa aus, die erst im Jahr 1883 durch eine verheerende Vulkaneruption entstanden war. Bei dem Ausbruch starben damals 36.000 Menschen, eine 20 Kilometer hohe Aschewolke verdunkelte die gesamte Region. 

(red/reu/afp/dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Klimawandel: Der Inselstaat Tuvalu droht unterzugehen – so bereiten sich die Menschen vor

Tuvalu geht unter. Nicht heute, aber bald – da sind sich die Bewohner sicher. Die Landfläche liegt im Mittel 1,5 Meter über dem Meeresspiegel. Dieser steigt in dieser Region des Südpazifiks um 3,9 Millimeter pro Jahr. Das ist doppelt so viel wie im weltweiten Durchschnitt. Laut wissenschaftlichen Studien werden die drei Inseln und sechs Atolle spätestens 2100 unbewohnbar. Die Anzeichen deuten aber darauf hin, dass es früher sein wird.

Gab es auf der Hauptinsel Funafuti aufgrund von …

Artikel lesen
Link zum Artikel