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April 4, 2020, Los Angeles, CA, United States: U.S. Navy Lt. Wade Miller, treats a patient aboard the hospital ship USNS Mercy deployed in support of the COVID-19, coronavirus pandemic April 4, 2020 in Los Angeles, California. Los Angeles United States - ZUMAp138 20200404zaap138001 Copyright: xRyanxM.xBreeden/Planetpixx

Ärzte behandeln einen Covid-19-Patienten auf dem US-Krankenhaus-Schiff USNS Mercy. Bild: imago-images / Ryan M. Breeden/Planetpix

Todeszahlen steigen nicht – US-Ärzte haben Verdacht

Die USA verzeichnen derzeit einen traurigen Rekord nach dem anderen. Die Corona-Infektionszahlen steigen und steigen. Erst am vergangenen Freitag wurde mit 78.000 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert binnen 24 Stunden erreicht. Doch trotz dieser hohen Zahlen bleibt eine andere Zahl erstaunlich niedrig: die der Todesfälle.

Vergleichsweise niedrig, muss es korrekt heißen, denn noch immer sterben täglich fast 1000 Menschen an dem Virus. Allerdings waren es im Mai noch 2700 pro Tag gewesen.

Hat US-Präsident mit seinen Verharmlosungen also etwa doch recht? Ist das Virus nicht gefährlicher als ein etwas heftigerer Schnupfen? Nein.

Es gibt vier Gründe, warum die Todeszahlen trotz rasant zunehmender Infektionszahlen nicht so stark ansteigen.

Die meisten neuen Infizierten sind jung

Laut US-Vize-Präsident Mike Pence sind die Hälfte aller neuen Corona-Infizierten in den USA jünger als 36 Jahre. Und nach den Daten des Department of Health Service in Arizona war in dem Bundesstaat die Hälfte der 93.000 Patienten zwischen 20 und 44 Jahren alt. Auch wenn die Sterberate unter jungen Menschen inzwischen ansteigt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Corona-Infektion überleben, doch deutlich höher als bei Älteren.

Es wird mehr getestet

Die USA sind inzwischen das Land, das am meisten Corona-Tests durchführt. Rund 800.000 pro Tag sind es mittlerweile laut dem Covid Tracking Project. Das führt aber dazu, dass mehr Fälle mit leichten oder gar keinen Symptomen entdeckt werden, die sonst nicht bemerkt worden wären – was die statistische Sterberate insgesamt senkt. Das kann bedeuten, dass sich momentan in den USA womöglich gar nicht mehr Menschen als vorher mit dem Coronavirus infizieren – sondern, dass einfach mehr Fälle entdeckt werden.

Die offiziellen Todeszahlen sind zu niedrig

Aus Analysen der Todesfallstatistik, die in der Fachzeitschrift der amerikanischen Ärztekammer veröffentlicht wurde, ergibt sich, dass die Sterberate von März bis Mai deutlich höher lag als sonst. Etwa 120.000 Menschen mehr als Vorjahreszeitraum sind gestorben. Gemeldet wurden für diesen Zeitraum aber nur 95.000 Tote durch das Coronavirus. Daher äußern die Ärzte den Verdacht, dass nicht alle Corona-Todesfälle in die offizielle Statistik einfließen.

Die Statistiken sind zeitverzögert

Das Center for Disease Control and Prevention (CDC) geht davon aus, dass vom Auftreten erster Symptome bis zu einem möglichen Todesfall etwa zwei Wochen vergehen. Bis der Todesfall dann in die Statistik eingeht, vergeht noch eine Woche. Das bedeutet, dass es insgesamt drei Wochen dauert, bis eine Infektion, die letztlich tödlich endet, in der offiziellen Statistik ein Todesfall wird.

(om)

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