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Bild: dpa montage

Erdnussbutter, Motorräder, Jeans. Europa schlägt im Handelsstreit zurück

14.06.18, 17:13 14.06.18, 18:04

Die EU-Staaten bringen die 2,8 Milliarden Euro teuren Vergeltungszölle gegen die USA auf den Weg.

Vertreter der Länder hätten die von der EU-Kommission aufgesetzte Liste von Zöllen auf US-Produkte einstimmig angenommen, sagten drei EU-Vertreter am Donnerstag in Brüssel.

Die Strafabgaben werden voraussichtlich ab Anfang Juli auf US-Waren wie Jeans, Erdnussbutter oder Motorräder fällig. Sie sind die Antwort der EU auf die Anfang des Monats verhängten US-Zölle auf Stahl und Aluminium aus Europa.

Auch China hatte die USA abermals vor Konsequenzen gewarnt.

Etwaige Wirtschafts- und Handelsabkommen, über die beide Regierungen verhandelt haben, würden nicht zustande kommen, wenn die USA Strafzölle verhängten, sagte Geng Shuang, Sprecher des Pekinger Außenministeriums am Donnerstag.

Geng Shuang. Bild: dpa

Obwohl beide Regierungen zunächst vielversprechende Gespräche geführt hatten, hatte das Weiße Haus Ende Mai überraschend angekündigt, am Freitag doch eine Liste mit chinesischen Waren in Höhe von 50 Milliarden Dollar vorlegen zu wollen, auf die Zölle von 25 Prozent erhoben werden sollen. China hatte diesen Schritt scharf kritisiert: Man habe "keine Angst davor, einen Handelskrieg zu führen."

Derweil wurden Warnungen laut, dass mögliche US-Strafzölle gegen chinesische Produkte auch die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen könnten. "Unsere Unternehmen haben viele Niederlassungen und Engagements in beiden Ländern", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie-und Handelskammertags, Volker Treier, in Berlin. Deutsche Unternehmen liefen Gefahr "in die Mühlen des Handelsstreits" zu geraten und so doppelt zu verlieren.

Während die Waren deutscher Produzenten in den USA mit Zöllen belegt würden, wären von Deutschen in den USA produzierte Waren in China von sogenannten Retorsionszöllen betroffen, die China einführen könnte, um drohende Verluste auszugleichen. Europa müsse nun gemeinsam für offene Märkte eintreten, forderte Treier. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland sei von internationalen Geschäften abhängig.

(mbi/rtr/dpa)

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