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BLM PROTEST MELBOURNE, Victorian Police officers are seen during a Black Lives Matter rally in Melbourne, Saturday, June 6, 2020. The rally is in solidarity with the US protests over the killing of George Floyd, and is also calling for an end to Aboriginal deaths in police custody.  ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG, KEINE ARCHIVIERUNG UND KEINE BUCHNUTZUNG MELBOURNE VIC AUSTRALIA PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xJAMESxROSSx 20200606001472651706

In Kalifornien, New York und Minneapolis ist es Polizisten verboten den Würgegriff anzuwenden. Bild: imago images / AAP

Würgegriff verboten: George Floyds Tod stößt viele Veränderungen an

Der Tod von George Floyd hat innerhalb kurzer Zeit Millionen Menschen berührt und zu konkreten Veränderungen in Sport, Politik, Polizei und Justiz geführt.

Die Stadt Minneapolis, wo der Afroamerikaner Floyd am vergangenen Montag bei einer Festnahme getötet worden war, kündigte umfassende Polizeireformen an. Künftig dürften Beamte keine Würgegriffe mehr anwenden und Verdächtige nicht am Nacken festhalten, erklärte Bürgermeister Jacob Frey.

Zudem müssten alle Polizeibeamten, die Zeugen einer "ungenehmigten Gewaltanwendung" ihrer Kollegen würden, dies unter Strafandrohung melden. Die mit dem Bundesstaat Minnesota juristisch bindend vereinbarten Reformen seien ein guter Schritt, um die Kultur der Polizei zu ändern und "systematischen Rassismus zu entwurzeln", schrieb Frey auf Twitter.

Kalifornien und New York folgen

Auch im bevölkerungsreichen Westküstenstaat Kalifornien soll ein Würgegriff, bei dem die Blutzufuhr zum Gehirn unterbunden wird, künftig verboten werden. Gouverneur Gavin Newsom erklärte am Freitag, die Methode werde aus dem Trainingsprogramm für Polizeibeamte verbannt, zudem solle auch eine gesetzliche Regelung folgen.

Auch der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, stellte am Freitag einen Gesetzesentwurf vor, der unter anderem den Würgegriff bei Polizeieinsätzen verbieten soll. Zudem sollen Akten zu früherem Fehlverhalten von Polizisten transparent einsichtlich gemacht werden.

Justiz will Demonstranten nicht anklagen

In New York kündigte Manhattans Staatsanwalt Cy Vance zudem an, Demonstranten nicht wegen Verstößen gegen die nächtliche Ausgangssperre zu belangen. "Die strafrechtliche Verfolgung von Demonstranten, denen diese geringfügigen Delikte vorgeworfen werden, untergräbt die wichtigen Verbindungen zwischen den Strafverfolgungsbehörden und den Gemeinschaften, denen wir dienen", hieß es in einer Mitteilung.

 BLM PROTEST MELBOURNE, Protesters are seen during a Black Lives Matter rally in Melbourne, Saturday, June 6, 2020. The rally is in solidarity with the US protests over the killing of George Floyd, and is also calling for an end to Aboriginal deaths in police custody.  ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG, KEINE ARCHIVIERUNG UND KEINE BUCHNUTZUNG MELBOURNE VIC AUSTRALIA PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xJAMESxROSSx 20200606001472652637

Die Proteste in den USA gehen weiter. Bild: imago images / AAP

In der Millionenmetropole hatten zuletzt immer wieder Tausende Menschen weitestgehend friedlich demonstriert. Dabei sind nach Angaben der Polizei bereits mehr als 2.000 Menschen vorübergehend festgenommen worden. New York, Atlanta, Los Angeles, Washington, Minneapolis und andere Städte hatten nach Ausschreitungen am Rande der Proteste zeitweise Ausgangssperren verhängt. In Washington zum Beispiel war die Polizei angewiesen worden, friedliche Demonstranten trotz Ausgangssperre nicht festzunehmen.

Zerknirschung: Kehrtwende im Profi-Football

Die National Football League (NFL) reagierte auf die eindringliche Forderung ihrer schwarzen Profis: NFL-Boss Roger Goodell gestand in einer Videobotschaft Fehler ein und positionierte sich so deutlich wie noch nie gegen Rassismus. "Wir, die National Football League, verurteilen Rassismus und die systematische Unterdrückung schwarzer Menschen. Wir, die National Football League, geben zu, dass es falsch war, nicht schon früher auf die NFL-Spieler gehört zu haben und ermutigen alle, sich zu äußern und friedlich zu protestieren", sagte er. Ohne schwarze Spieler gebe es die NFL nicht.

 May 08, 2020: FILE: The 2020 NFL, American Football Herren, USA schedule was released Thursday night under the assumption it will begin on time. The NFL is hopeful to begin in September when the Houston Texans visit the Super Bowl champion Kansas City Chiefs. But commissioner ROGER GOODELL knows there s a possibility the season could be delayed and released a statement shortly after the schedule was released that the league is prepared to make adjustments. PICTURED: January 29, 2020, Miami, Florida, USA: NFL Commissioner Roger Goodell speaks during the Commissioners press conference, PK, Pressekonferenz at the Hilton Downtown in Miami. Miami USA - ZUMAi88 20200129zafi88163 Copyright: xRichxGraesslex

Historisch: NFL-Boss Roger Goodell spricht sich deutlich gegen Rassismus aus. Bild: imago images / ZUMA Wire

Schon 2016 hatte der damalige Quarterback der San Francisco 49ers, Colin Kaepernick, die Polizeigewalt gegen Schwarze zum Anlass für einen friedlichen Protest genommen und während des Abspielens der Nationalhymne gekniet. Goodell sagte damals, dass er "nicht unbedingt einverstanden ist damit, was er macht". Der heute 32 Jahre alte Kaepernick hat seit 2017 keinen Vertrag mehr in der NFL bekommen.

Spenden für Kampf gegen Rassismus

Basketball-Legende Michael Jordan will in den kommenden zehn Jahren mit einer Spende über 100 Millionen Dollar (rund 88 Millionen Euro) den Kampf gegen den Rassismus vorantreiben. Das Geld solle an Organisationen fließen, die sich für Gleichheit, soziale Gerechtigkeit und Bildungschancen einsetzten, hieß es in einem Statement von Jordans Sprecherin am Freitag.

"Schwarze Leben zählen. Solange der tief verwurzelte Rassismus [...] in unserem Land nicht komplett ausgerottet ist, werden wir weiterhin die Leben schwarzer Menschen schützen und verbessern", hieß es weiter. Auch Prominente, Musiker und Unternehmen hatten zuletzt Spenden für den Kampf gegen Rassismus angekündigt; auch Floyds Familie wurde Hilfe zugesagt.

Floyd war bei einer Festnahme in Minneapolis gestorben. Ein weißer Polizeibeamter hatte sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken des am Boden liegenden Floyd gedrückt – trotz aller Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen. Der Beamte und drei weitere beteiligte Polizisten wurden nach Bekanntwerden des Vorfalls entlassen. Sie wurden inzwischen festgenommen und angeklagt. Floyd war wegen des Verdachts, in einem Laden mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen worden.

(vdv/dpa)

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