President Donald Trump speaks at a campaign rally at Williamsport Regional Airport, Saturday, Oct. 31, 2020, in Montoursville, Pa. (AP Photo/Alex Brandon)

Trump bei einem seiner Wahlkampfauftritte am Wochenende. Bild: ap / Alex Brandon

Trump: "Jeder dachte, Deutschland geht es gut, gut, gut, gut"

US-Präsident Donald Trump geht davon aus, dass ihn viele Länder bei den US-Wahlen am Dienstag verlieren sehen wollen – auch Deutschland. "China will mich loswerden. Der Iran will mich loswerden. Deutschland will mich loswerden", sagte Trump am Samstag bei einem Wahlkampfauftritt in Reading im US-Bundesstaat Pennsylvania vor Anhängern.

Trump hat in den vergangenen vier Jahren seine Außenpolitik unter das Motto "America First" (Amerika zuerst) gestellt und desöfteren traditionelle Verbündete in Europa bewusst vor den Kopf gestoßen. Insbesondere das deutsch-amerikanische Verhältnis hat sich während seiner Amtszeit deutlich verschlechtert.

Ein immer wiederkehrendes Streitthema waren die Militärausgaben Deutschlands, die aus Trumps Sicht zu niedrig sind. Als Konsequenz hat er den Abzug von rund einem Drittel der in Deutschland stationierten US-Soldaten angekündigt.

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Bild: www.imago-images.de / tampa bay times

"Jeder dachte, Deutschland geht es gut, gut, gut, gut"

Außerdem stellte Trump kurz vor der Wahl in den USA die Wirksamkeit strenger Alltagsbeschränkungen sowie Europas Umgang mit dem Coronavirus infrage. "Die explodierenden Fälle in Europa haben gezeigt, dass drakonische Lockdowns - das sind sie, drakonisch - das Virus nicht aufhalten", sagte er am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Newton im Bundesstaat Pennsylvania.

"Italien war so im Lockdown - und jetzt fängt es wieder von vorne an." Trump brüstete sich drei Tage vor dem Wahltermin am Dienstag zudem damit, dass die Übersterblichkeit in den USA 40 Prozent niedriger sei als in Europa. "Und Europa hat einen guten Job gemacht, das ist ein sehr brutales Ding. Jeder dachte, Deutschland geht es gut, gut, gut, gut. Aber es geht denen nicht gut", sagte er.

"Man sieht gerade, was da drüben abgeht, Frankreich wieder, Spanien, Italien. Uns geht es gut. Wir bekommen nur keine Anerkennung dafür."

Auf welche Zahlen sich Trump mit seiner Aussage berief, war unklar. Die Übersterblichkeit gibt an, wie viele Menschen in einem gewissen Zeitraum mehr gestorben sind als zu einem vergleichbaren früheren Zeitraum.

In den USA schwankt eine Vorhersage der Gesundheitsbehörde CDC zwischen rund 236.000 und 318.000 Toten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Die USA sind ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern und haben nach Angaben der Johns Hopkins Universität mehr als 230.000 bestätigte Corona-Tote. Das europäische Bündnis Euromomo geht von aktuell rund 223.000 durch das Virus gestorbenen Menschen in den Ländern aus, die Daten zuliefern. In der Europäischen Union leben derzeit rund 448 Millionen Menschen, nicht alle EU-Länder liefern Daten für Euromomo zu.

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  • arthur59 01.11.2020 16:51
    Highlight Highlight Um sich selbst darzustellen, verhöhnt US Präsident Trump sogar Coronaverstorbene. Mit seinem vorpubertären Äußerungen, darf und kann man diesen Menschen nicht ernst nehmen. Es wäre eine Enttäuischung, wenn USA so oberflächlich ist und ihn erneut wählt

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