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The Washington Monument and the White House are visible behind the words Black Lives Matter sign Saturday, June 6, 2020,  that has been painted in bright yellow letters on the 16th Street, in Washington. (Khalid Naji-Allah/Executive Office of the Mayor via AP) |

Der "Black Lives Matter"-Schriftzug erstreckt sich über eine ganze Straße in Washington D.C. Bild: Executive Office of the Mayor/AP / Khalid Naji-Allah

"Black Lives Matter": Bürgermeisterin lässt Straße anmalen – Trump kritisiert sie sofort

In den USA und auf der ganzen Welt gehen die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt weiter. Doch nicht nur tausende Bürger setzten sich für "Black Lives Matter" ein, auch Politiker bekennen sich zu der Bewegung und setzten sich für die Rechte von Schwarzen ein. Das kommt nicht bei allen gut an.

Die Bürgermeisterin von Washington D.C., Muriel Bowser, hat nun in einer spektakulären Aktion eine ganze Straße mit einem riesigen, gelben "Black Lives Matter"-Schriftzug bemalen lassen und die Straße offizielle zu "Black Lives Matter Plaza" umbenennen lassen.

Die 16. Straße im Zentrum der US-Hauptstadt liegt in unmittelbarer Nähe zum Weißen Haus und gleich neben der St. John's Episcopal Church, jene Kirche, vor der US-Präsident Donald Trump mit einer Bibel posierte und dafür eine friedliche Demonstration auflösen ließ.

Bürgermeisterin Bowser hatte Trump bereits zuvor für den Umgang mit den Demonstrationen kritisiert und einen Abzug der Nationalgarde gefordert. Ihre Aktion dürfte nicht nur als klares Bekenntnis zur Black Lives Matter-Bewegung, sondern auch als Seitenhieb gegen den Präsidenten verstanden werden. Sie ließ sogar neue Straßenschilder installieren.

(200606) -- WASHINGTON, June 6, 2020 () -- The sign

Neuer Straßenname: Black Lives Matter Plaza. Bild: picture alliance / Photoshot

"Es gibt Menschen, die sich danach sehnen, gehört und gesehen zu werden und ihre Menschlichkeit anerkennen zu lassen. Wir hatten die Gelegenheit, diese Botschaft laut und deutlich auf einer sehr wichtigen Straße in unserer Stadt zu senden", sagte die Demokratin vor US-amerikanischen Medien.

Trump attackiert Bowser per Twitter

Präsident Trump nutze die Aktion, um abermals gegen die Bürgermeisterin auszuteilen.

"Bürgermeisterin Bowser ist grob inkompetent und in keiner Weise qualifiziert, eine wichtige Stadt wie Washington, D.C., zu leiten. Wenn die großartigen Männer und Frauen der Nationalgarde nicht vorgetreten wären, hätte sie nicht besser ausgesehen als ihr Amtskollege in Minneapolis!", so der US-Präsident.

Die Proteste gingen in der Hauptstadt unterdessen weiter. Auch am Samstag protestierten vor dem Weißen Haus tausende Demonstranten gegen Rassismus, Polizeigewalt und Donald Trump.

(lau)

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    Alle Leser-Kommentare
  • stahlbau-grauerwolf 08.06.2020 10:59
    Highlight Highlight ein jahrhunderter alter Kampf.
    Mit den Indianern fing es an, dann kamen die Sklaven,
    und heute weiter deren Nachkommen werden noch immer weiter unterdrückt.
    Keine US-Regierung hat es bisher geschafft die Menschen
    zu einigen für ein menschenwürdiges Dasein.
    Diese Regierung mit seinen Präsidenten an der Spitze legt es tatsächlich dazu an die Spaltung weiter
    voranzutreiben.
    Mich wundert mal wieder, wie so oft, das seichte Verhalten unserer Regierung.
    Bei Rußland und China ist man schnell dabei mit
    Sanktionen, nicht nur zu drohen.
  • Zezuma 07.06.2020 11:52
    Highlight Highlight Echt stark von der Bürgermeisterin. Mein Respekt!

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