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Das TV-Duell zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten Joe Biden (l.) und Donald Trumo (r.) wird von vielen mit Spannung erwartet. Bild: imago images / watson-montage / Marquart Oliver

Schon vor dem TV-Duell mit Joe Biden wittert Trump eine Verschwörung

Die Vorbereitungen auf den US-Wahlkampf sind bereits in vollem Gange. Am 29. September findet das erste von drei TV-Duellen zwischen Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden statt. Nun wurde bekannt, wer die Duelle moderieren wird – was beim amtierenden Präsidenten Trump bereits jetzt Empörung auslöst.

Eine unabhängige Kommission, die Kommission für Präsidentendebatten (CPD), entschied sich für den Fox-News-Moderator Chris Wallace, Steve Scully vom Fernsehsender C-SPAN und Kristen Welker von NBC. Ein weiteres Duell zwischen den beiden Vize-Kandidaten Mike Pence (für Trump) und Kamala Harris (für Biden) wird die Moderatorin Susan Page von "USA Today" leiten.

Trump-Regierung: Moderatoren sind "klare Gegner" von Trump

Mit Kritik an der Auswahl der Moderatoren ließ die Trump-Regierung nicht lange auf sich warten. "Das sind nicht die Moderatoren, die wir empfohlen hätten, wenn wir hätten mitreden dürfen", sagte Trump-Sprecher Tim Murtaugh, der von "CNN" zitiert wird. "Einige können als klare Gegner von Präsident Trump identifiziert werden, was bedeutet, dass Joe Biden die meiste Zeit tatsächlich einen Teamkollegen auf der Bühne haben wird, um ihm zu helfen, die radikale, linke Agenda zu rechtfertigen, die er vertritt", behauptet Murtaugh. Welche Moderatoren er genau als Gegner von Trump identifizierte, erklärt er nicht.

Alle vier Moderatoren gelten als gestandene, faire und unabhängige Journalisten. Die CPD betont bei der Wahl der Moderatoren stets ihre Unabhängigkeit. Auf der Webseite heißt es zum Auswahlprozess: "Die CPD verwendet drei Kriterien, um ihre Moderatoren auszuwählen: a) Vertrautheit mit den Kandidaten und den Hauptthemen der Kandidaten; b) Umfangreiche Erfahrung mit Live-Fernsehnachrichten und c) Verständnis, dass während des Duells maximale Zeit und Aufmerksamkeit den Kandidaten und ihren Ansichten gewidmet werden soll."

In den letzten Monaten war Trump jedoch immer wieder mit Moderatoren in Diskussionen über Fakten aneinandergeraten. Vor allem Chris Wallace vom Sender Fox News, der Donald Trump sonst eher nahe steht, hatte Trump kürzlich in einem Interview mit beharrlichen Fragen auf den Zahn gefühlt.

Warum fühlt sich Trump bereits jetzt unfair behandelt?

Warum Trump bereits jetzt eine Verschwörung gegen sich wittert, könnte verschiedene Gründe haben. CNN-Kommentator Chris Cillizza vermutet, Trump versuche, Einfluss auf die Moderatoren zu nehmen. Denn diese dürften die Kritik an ihrer Auswahl mitbekommen haben. Trump erhoffe sich somit, dass die Moderatoren ihm während des Duells wohlgesonnener sind, um nicht den Eindruck der Voreingenommenheit zu erwecken.

Außerdem werde sich Trump nach dem Duell sowieso beschweren, dass er unfair behandelt worden sei, so das zweite Argument von Cillizza.

Die erste Debatte zwischen den beiden Kandidaten wird am 29. September in Cleveland stattfinden. Das Duell wird in sechs Segmente von je 15 Minuten aufgeteilt. In jedem Segment wird zu einem wichtigen Thema diskutiert, das der Moderator vorgibt. Die Themenwahl wird spätestens eine Woche vor dem Duell veröffentlicht.

(lau)

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