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A harbor light is covered by snow and ice on the Lake Michigan at 39th Street Harbor, Wednesday, Jan. 30, 2019, in Chicago. A deadly arctic deep freeze enveloped the Midwest with record-breaking temperatures on Wednesday, triggering widespread closures of schools and businesses, and prompting the U.S. Postal Service to take the rare step of suspending mail delivery to a wide swath of the region. (AP Photo/Nam Y. Huh)

Ein Hafenlicht ist von Schnee und Eis auf dem Lake Michigan in Chicago bedeckt Bild: AP

Mindestens 10 Tote – die lebensgefährliche Kälte in den USA hält an

Die seit Tagen anhaltende Kältewelle in den USA will noch nicht weichen: Der National Weather Service sagt für den Mittleren Westen und den Norden der USA weiterhin lebensgefährliche Kälte voraus.

In der stark von der Kältewelle betroffenen Millionenmetropole Chicago ließ der Frost etwas nach, auch wenn Freitag und Samstag noch immer sehr kalt bleiben sollen. Dann hoffen die Einwohner auf Plusgrade. Bis zum Donnerstag waren elf Menschen der Kälte zum Opfer gefallen. In Chicago alleine wurden über 60 Wärmestuben für Wohnungslose eingerichtet. Auch alle Polizeidienststellen dienen als Möglichkeit für Menschen, sich aufzuwärmen.

(190130) -- CHICAGO, Jan. 30, 2019 -- Homeless people are seen bundled in their tents underneath the Fullerton Ave viaduct along the Kennedy Expressway in Chicago, the United States, on Jan. 30, 2019. Chicago s record for the coldest temperature was shattered on Wednesday as the polar vortex struck the biggest city in the U.S. Midwest, according to the National Weather Service (NWS). ) U.S.-CHICAGO-TEMPERATURE-COLDEST-RECORD-BREAKING PatrickxGorski PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Obdachlose in Chicago. Bild: imago stock&people

Die Kältewelle führte zum Teil zu skurrilen Begebenheiten. In vielen Orten wurden die Lieferketten unterbrochen. Gastwirte wurden nicht mehr mit Bier beliefert, aus Angst, der Gerstensaft könnte einfrieren. In den Bergen der Rocky Mountains fielen am Donnerstag stellenweise noch einmal bis zu 50 Zentimeter Schnee.

Die Kälte führte vereinzelt zu Stromausfällen. In vielen Bundesstaaten blieben Schulen und manche Universitäten geschlossen. Die Flughäfen kamen teils mit dem Enteisen der Maschinen nicht nach. Laut Webseite "Flightaware" wurden bis zum Donnerstagvormittag rund 2000 Flüge gestrichen und rund 900 verspäteten sich, US-Medien berichteten von bis zu 4800 gestrichenen Flügen.

Angesichts des brutalen Frosts müssen selbst die wettergeprüften Zusteller des US-Postdienstes vielerorts kapitulieren. Der USPS teilte mit, der Dienst werde in Iowa, Minnesota sowie in Teilen von Wisconsin und Illinois eingestellt.

Die Eiseskälte führt auch zu spektakulären Aufnahmen – wie hier in Chicago:

Verantwortlich für die "arktische Kälte" ist der sogenannte Polarwirbel. Diese Luftströmung ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eigentlich gar nicht ungewöhnlich. Denn der Wirbel entsteht regelmäßig am Pol, wenn im Winter keine Sonne durch die arktische Dauernacht dringt, die die angesammelte Kaltluft wärmen könnte. Das dabei entstehende sogenannte Höhentief kann auf der Nordhalbkugel kräftige westliche Winde erzeugen.

Doch während der Polarwirbel normalerweise stabil mit seinem Zentrum über der Arktis bleibt, hat er sich nun ungewöhnlich weit nach Süden ausgebreitet. Dazu tragen nach Angaben von DWD-Sprecher Gerhard Lux auch die besonderen geografischen Gegebenheiten Nordamerikas bei: Die von Norden nach Süden verlaufenden Rocky Mountains bilden immer wieder eine Art Leitplanke.

(pb/dpa)

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