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President Donald Trump speaks with reporters before departing on Marine One from the South Lawn of the White House, Thursday, Sept. 12, 2019, in Washington. Trump is en route to Baltimore. (AP Photo/Patrick Semansky)

US-Präsident Donald Trump. Bild: AP

Trump wütet auf Twitter gegen die Bidens: Die Anschuldigungen im Fakten-Check

Donald Trump wütet mal wieder auf seinem Lieblingskanal. Der US-Präsident fühlt sich in die Enge getrieben und posaunt wild Anschuldigungen gegen Erzfeind Joe Biden heraus.

Dabei hätte er allen Grund zur Freude: 95 Prozent der Mitglieder der GOP, der Republikanischen Partei, haben Trump die Unterstützung zugesagt.

Nun, einen Grund, um Joe Biden und seinen Sohn Hunter mit Vorwürfen einzudecken, braucht der 73-Jährige nicht.

Einige Anschuldigungen sind wohl berechtigt, einige wohl frei erfunden. Zeit für einen Fakten-Check.

Hunter Bidens Tätigkeit in der Ukraine

Es sei unglaublich zu sehen, wie die Fake-News-Medien den "schläfrigen" Joe Biden und seinen Sohn, der aus dem Militär geworfen wurde, schützen. Hunter Biden hätte bei der ukrainischen Energiefirma 100.000 US-Dollar oder mehr pro Monat verdient, obwohl er keinerlei Erfahrung im Energiesektor besitze, so Trump weiter.

Die Fakten dafür und dagegen:

Hunter Biden begann im Jahr 2014 seine Tätigkeit in der Geschäftsleitung der ukrainischen Energie-Firma Burisma, die damals mit Korruptionsvorwürfen zu kämpfen hatte. Laut "New York Times" soll Biden 50.000 Dollar pro Monat verdient haben.

Gegen seine Arbeit für Burisma wurde nicht ermittelt. Die Untersuchungen beschränkten sich auf Nikolai Zlochevsky, den Besitzer der Firma und Serhiy Kurchenko, ein führender Mitarbeiter.

Joe Bidens Intervention

Die Fakten dafür und dagegen:

Joe Biden besuchte als Ukraine-Verantwortlicher der Obama-Regierung das Land mehrfach zwischen 2014 und 2016. Der damalige Vize-Präsident drängte führende ukrainische Politiker dazu, den Generalstaatsanwalt Viktor Shokin zu feuern, sollten sie eine Milliarde US-Dollar an Hilfsgeldern erhalten wollen. Dies sagte Biden selbst im Jahr 2018.

Biden drängte jedoch nicht auf Shokins Entlassung, um seinen Sohn zu beschützen. Europäische Länder und Institutionen beschuldigten den Generalstaatsanwalt damals ebenfalls, nicht konsequent genug gegen Korruption vorzugehen – so zum Beispiel gegen die Firma Burisma. Biden hatte also keine persönlichen Absichten, er verfolgte die Pläne der Obama-Regierung.

"Ich sagte, 'ihr kriegt die Milliarde nicht. Mein Flug geht in sechs Stunden. Wenn der Staatsanwalt nicht gefeuert wird, kriegt ihr die Kohle nicht.' Nun ja, der Hurensohn wurde gefeuert."

Joe Biden, 2018 quelle: youtube

Dass zur damaligen Zeit ein gewisser Interessenskonflikt bei Joe Biden bestand, ist unbestritten. Dass der Ex-Vizepräsident jedoch seinen Einfluss ausnützte, um seinem Sohn aus der Patsche zu helfen, ist nicht bewiesen, wenn nicht gar schlicht und einfach falsch.

Die Bidens und China

Trump behauptet, Joe Biden und sein Sohn seien "mit Millionen von Dollars aus der Ukraine zurückgekehrt" und anschließend ebenso aus China. Für diese Behauptung gibt es überhaupt keine Grundlage.

Die Fakten dafür und dagegen:

Hunter Biden hat mit seinem Vater China besucht und eine Firma, in deren Vorstand Hunter Biden damals gesessen hat, erhielt kurz nach dem Besuch ein Investment aus China. Hunter Biden erhielt jedoch damals keinen Cent. Erst Jahre später, als Joe Biden nicht mehr das Amt des Vize-Präsidenten kleidete, erhielt Hunter einen Geldbetrag. Ein Zusammenhang mit dem Treffen in China ist jedoch auch nur Spekulation.

Die Behauptung, dass Joe Biden Geld erhalten oder seine Position als Vizepräsident ausgenutzt haben soll, ist ohne jegliche Beweisgrundlage.

Biden und die Partie Golf

Im Internet kursiert derzeit ein Foto, das Joe und Hunter Biden mit zwei Vertretern des ukrainischen Gasunternehmens auf einem Golfplatz zeigen soll. Verbreitet wird das Bild von Trump nahestehenden News-Portalen und TV-Sendern wie Fox News.

Die Fakten dafür und dagegen:

Ob es sich bei den Männern neben Joe und Hunter Biden tatsächlich um Vertreter des Gasunternehmens Burisma handelt, ist noch nicht geklärt. Trump-Supporter sind der Ansicht, dass die Bidens auf dem Golfplatz Geschäfts-Deals abschließen wollten. Es gibt dafür jedoch keine Beweise.

Selbst wenn es sich bei den Herren um Vertreter des Gasunternehmens handelt, heißt das noch nicht, dass die Bidens die Beiden unter Druck setzten, zu erpressen versuchten oder Geschäfte machen wollten. Das sagt selbst ein Nachrichtensprecher von Fox News, wie im Video unten zu sehen ist.

Trumps Twitter-Tiraden: So begann @realdonaldtrump

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