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April 8, 2020 - Joint Base McGuire-Dix-Lakehurst, New Jersey, USA - Reserve Urban Augmentation Medical Task Force Soldiers board buses at Joint Base McGuire-Dix-Lakehurst, New Jersey, to deploy to locations across the nation in response to the COVID-19 pandemic, April 08, 2020. Soldiers from the Army Reserves 3rd Medical Command, headquartered in Forest Park, Georgia, and 807th Medical Command, headquartered at Fort Douglas, Utah, were selected to form the new UAMTFs. U.S. Northern Command, through North, is providing military support to the Federal Emergency Management Agency to help communities in need. Joint Base McGuire-Dix-Lakehurst USA - ZUMAz03 20200408shaz03540 Copyright: xU.S.xArmyx

Will der Präsident der USA seine Truppen aus Deutschland abziehen? Bild: imago images / ZUMA Wire

Donald Trump plant US-Truppenabbau in Deutschland

US-Präsident Trump droht seit langem mit einem Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland. Medienberichten zufolge will er seinen Worten nun Taten folgen lassen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht – es soll sich aber um Tausende Soldaten handeln.

US-Präsident Donald Trump plant nach Medienberichten einen drastischen Abbau der US-Truppen in Deutschland. Das "Wall Street Journal" berichtete am Freitag (Ortszeit) unter Bezug auf ungenannte US-Regierungsvertreter, Trump habe das Pentagon angewiesen, die US-Truppenpräsenz in Deutschland von derzeit 34.500 Soldaten um 9.500 zu reduzieren. Außerdem solle eine Obergrenze von 25.000 US-Soldaten eingeführt werden, die gleichzeitig in Deutschland anwesend sein könnten.

Auch das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete unter Bezug auf eigene Informationen über eine geplante massive Reduzierung der US-Truppenpräsenz in Deutschland.

Keine Bestätigung vom Weißen Haus

Das Weiße Haus bestätigte entsprechende Pläne Trumps nicht. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Ullyot, teilte am Freitag (Ortszeit) auf dpa-Anfrage mit, derzeit gebe es dazu keine Ankündigung. Trump überprüfe aber ständig den Einsatz von US-Soldaten im Ausland. "Die Vereinigten Staaten sind weiterhin entschlossen, mit unserem engen Verbündeten Deutschland zusammenzuarbeiten."

"Der Spiegel" berichtete, das Weiße Haus habe Teile des US-Kongresses darüber informiert, dass das Pentagon bis zum Herbst 2020 zwischen 5.000 und 15.000 der derzeit rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abziehen werde. Dem Vernehmen nach habe die US-Regierung den Nato-Partner Deutschland nicht wie üblich vorab über die Entscheidung informiert, hieß es in dem Bericht weiter. Das Pentagon äußerte sich auf Anfrage nicht zu einem möglichen Truppenabzug.

Truppenabzug kein neues Thema – und folgenschwer

Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA mit dem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland gedroht. Der damalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte im vergangenen August gesagt: "Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50.000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden." Zu den damals rund 35.000 US-Soldaten in Deutschland kamen 17.000 amerikanische und 12.000 deutsche Zivilisten, die von den US-Truppen beschäftigt wurden. Zehntausende weitere Arbeitsplätze in Deutschland hängen von den amerikanischen Streitkräften ab.

Der US-Präsident fordert seit langem eine gerechtere Lastenteilung innerhalb der Nato und hat wiederholt die aus seiner Sicht mangelnden Verteidigungsausgaben Deutschlands kritisiert. Trump hatte eine Verlegung von Truppen von Deutschland nach Polen bereits im Juni vergangenen Jahres bei einem Besuch des polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington ins Spiel gebracht.

Kein Zusammenhang zu Merkels G7-Plänen

Die Beziehung zwischen der Bundesregierung und der Trump-Administration sind seit langem angespannt. Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf eine mit der Entscheidung vertraute Quelle, Trumps Truppenabzugspläne hätten nichts mit der Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu tun, wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich nicht an einem von Trump angedachten G7-Gipfel im Juni im Weißen Haus teilnehmen zu können.

Angela Merkel, Bundeskanzlerin, CDU, Kabinettsitzung, DEU, Berlin, 20.05.2020 *** Angela Merkel, Federal Chancellor, CDU, Cabinet meeting, DEU, Berlin, 20 05 2020

Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte nicht an einem G7-Gipfel im Weißen Haus teilnehmen. Bild: imago images / Jens Schicke

Trump ist in diesem Jahr Gastgeber des Treffens. Ursprünglich war der Gipfel für den 10. bis 12. Juni am Landsitz des Präsidenten in Camp David geplant gewesen. Im März hatte die US-Regierung das Treffen wegen der Corona-Pandemie abgesagt und eine Videokonferenz angesetzt. Kürzlich hatte Trump sich dann doch wieder dafür ausgesprochen, das Treffen bald persönlich im Weißen Haus abzuhalten – als Zeichen der Erholung in der Corona-Krise. Nach Merkels Ankündigung sagte Trump, der Gipfel werde nun voraussichtlich im September zusammenkommen.

(vdv/dpa)

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