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 December 6, 2019, Des Moines, Iowa, U.S: US Senator BERNIE SANDERS I-VT talks to campaign volunteers during a volunteer training session in Des Moines Friday. As the date of the Iowa caucuses approaches, many of the campaigns are ramping up their voter outreach efforts. The event was part of Sanders campaign to be the Democratic presidential nominee in 2020. Iowa hosts the first selection event of the presidential election cycle. The Iowa Caucuses are Feb. 3, 2020. Des Moines U.S. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAk94 20191206zafk94013 Copyright: xJackxKurtzx

US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders ist der Ansicht, dass es auf der Welt keine Milliardäre geben sollte. Bild: imago images / ZUMA Press

Bernie Sanders hat recht: Die Reichsten werden dank niedriger Steuern immer reicher

Der US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders ist der Ansicht, dass es auf der Welt keine Milliardäre geben sollte. Die wachsende Einkommens- und Vermögensschere ist ihm ein Dorn im Auge.

Immer wieder bringt Sanders das Beispiel der drei reichsten Amerikaner: Amazon CEO Jeff Bezos, Microsoft-Gründer Bill Gates und Berkshire Hathaway CEO Warren Buffett. Sie haben mehr Vermögen als die unteren 50 Prozent der amerikanischen Bevölkerung zusammen. Das sind 160 Millionen Amerikaner. Aus diesem Grund möchte Sanders die Reichsten höher besteuern.

Die "Washington Post" veröffentlichte am Montag neue Daten, die zeigen, dass hauptsächlich das reichste Prozent der Amerikaner vom Wirtschaftswachstum seit den 70er Jahren profitiert. Die unteren 50 Prozent spüren davon praktisch gar nichts.

Erlaubt hat dieses Wachstum das rasant steigende jährliche Einkommen der Reichen in Kombination mit degressiver Besteuerung. Seit den 70ern konnte das obere Prozent der Bevölkerung das totale Vermögen verdreifachen. Kurz: Die Reichsten werden immer reicher.

Die unteren 50 Prozent nehmen jährlich lediglich 8000 US-Dollar mehr nach Hause als noch vor 50 Jahren – 100 mal weniger als das Einkommenswachstum des oberen Prozent, das jährlich 800.000 Dollar mehr als in den 70ern verdient. Bei den oberen 0,1 und 0,01 Prozent sind die Zahlen noch krasser: Sie verdienen fünf beziehungsweise sieben mal mehr als vor fünf Jahrzehnten.

Die Daten stammen von Gabriel Zucman, einem Ökonomen der Stanford Universität im US-Bundesstaat Kalifornien. Zucman weist auch darauf hin, dass die Mittelklasse sehr schwaches Einkommenswachstum vorweisen kann.

Gegenüber der "Washington Post" sagt der Ökonom, dass es bei den mittleren 40 Prozent besser aussieht als bei den unteren 50 Prozent, "aber ihr Einkommenswachstum immer noch sehr niedrig ist".

Um die massive Einkommensschere verstehen zu können, muss das rasante Einkommenswachstum und die effektive Besteuerung verschiedener Einkommensklassen berücksichtigt werden. Während die Ungleichheit des Einkommens über all die Jahre wuchs, wurde die Besteuerung nach oben immer stärker degressiv. Eine sehr ungesunde Entwicklung, da sich die beiden Faktoren gegenseitig verstärken – und dadurch die Reichen immer reicher macht.

Bernie Sanders möchte, im Falle er US-Präsident werden würde, die Reichen deutlich höher besteuern. Seine Idee mag bei den Vermögenden nicht gut anzukommen, aber bisherige staatliche Umverteilungsmechanismen scheinen nicht stark genug zu sein. Es könnte ein erster Ansatz sein, um die Einkommensschere zu schmälern.

(mim)

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