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Donald Trump. Bild: Getty/twitter/watson-montage

Angriff auf General: Twitter-Nutzer halten Trump alte Aussagen vor

Mittlerweile gibt es ein Sprichwort in den USA: "Es gibt immer einen Tweet." Gemeint ist damit: Es gibt immer eine alte Message von Donald Trump auf Twitter, die dem aktuellen Verhalten des US-Präsidenten widerspricht.

Der aktuelle Fall – der von ihm befohlene Angriff des US-Militärs auf den iranischen General Ghassem Soleimani – ist da keine Ausnahme.

Mehr als 47.000 Tweets hat Trump mittlerweile bei Twitter abgesetzt. Es existieren gleich mehrere Tweets, in denen Trump seinen Vorgänger Barack Obama kritisierte – und mutmaßte, dieser werde den Iran angreifen, um sich damit innenpolitisch zu profilieren.

So wie im September 2013:

"Ich gehe davon aus, dass Präsident Obama den Iran irgendwann angreifen wird, um sein Gesicht zu retten!"

Oder im Oktober 2012:

"Nun, da Obamas Umfragewerte im steilen Sinkflug sind, sollten Sie darauf achten, ob er bald in Libyen oder im Iran einen Angriff startet. Er ist verzweifelt."

Oder im November 2011:

"Obama wird einen Krieg mit Iran anzetteln, nur um gewählt zu werden."

Will Trump ablenken?

Nachdem am Freitag bekannt wurde, dass die USA Soleimani im Irak getötet hatten, retweeteten zahlreiche Twitter-Nutzer die alten Trump-Tweets mit Hashtag #TheresAlwaysATweet.

Damit steht auch die Kritik im Raum: Trump könnte den Anschlag auf den General befohlen haben, um von seinem bald beginnenden Impeachment-Prozess im Senat abzulenken und innenpolitisch von einem Konflikt mit dem Iran zu profitieren.

Experten halten diese Theorie aber für äußerst unwahrscheinlich.

Was steckt hinter dem US-Angriff?

Der 62 Jahre alte Soleimani war der prominenteste Vertreter und das bekannteste Gesicht des iranischen Militärs im Ausland. Die Al-Kuds-Brigaden gehören zu den Revolutionsgarden (IRGC), einer Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte. Soleimani tauchte sowohl im Irak als auch im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien immer wieder an der Seite schiitischer Milizen auf, die vom Iran unterstützt werden.

Dem gezielten US-Angriff auf den General gingen eine Reihe von Provokationen voraus. Die USA warfen der schiitischen Miliz Kataib Hisbollah vor, mehrfach amerikanische Soldaten und US-Bürger im Irak angegriffen zu haben. Am vergangenen Wochenende bombardierten die USA daher die Miliz.

Als Reaktion auf den Angriff waren am Dienstag Hunderte Demonstranten in Bagdads besonders gesicherte Grüne Zone eingedrungen, um die US-Botschaft zu stürmen. Zur Abschreckung verstärkten die USA ihre Militärpräsenz in der Region.

Die USA machten den Iran für die Proteste verantwortlich. Teheran wies den Vorwurf vehement zurück. Nun folgte die neuerliche Attacke der USA.

Donald Trump jedenfalls kümmert der Spott über seine alten Tweets wenig. Nachdem der Iran für den Angriff auf Soleimani den USA Rachte angedroht hatte, schrieb der US-Präsident auf Twitter eine unmissverständliche Warnung: "Der Iran hat noch nie einen Krieg gewonnen, aber er hat noch nie eine Verhandlung verloren!"

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