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Seine offizielle Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten konnte Joe Biden nur virtuell feiern. HIer mit seiner Frau Jill. Bild: Democratic National Convention

Virtuell und feierlich: Joe Biden offiziell zum Präsidentschaftskandidaten ernannt

Die US-Demokraten haben Ex-Vizepräsident Joe Biden offiziell zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im November gekürt. Beim virtuellen Parteitag der Oppositionspartei stimmte am Dienstagabend (Ortszeit) eine klare Mehrheit der Parteidelegierten für den 77-Jährigen. Biden wird damit bei der Präsidentschaftswahl am 3. November den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump herausfordern.

Biden dankte den Parteidelegierten in einer Video-Liveschalte "von tiefstem Herzen". "Das bedeutet mir und meiner Familie alles." Der langjährige Senator wird am Donnerstag zum Abschluss des Parteitags von seinem Heimatstaat Delaware aus seine Nominierungsrede halten.

Die Nominierung beim Parteitag war eine Formalie: Biden hatte sich im Vorwahlrennen der Demokraten gegen die anderen Präsidentschaftsbewerber durchgesetzt. Als letzter Rivale warf Senator Bernie Sanders im April das Handtuch. Die Linken-Ikone stellte sich bei dem Parteitag dennoch zur Wahl. Wie erwartet stimmte aber eine große Mehrheit der Delegierten für Biden.

August 18, 2020, USA: In this image from the Democratic National Convention video feed, former United States Vice President Joe Biden, the 2020 Democratic Party nominee for President of the US, right, greets his wife, Dr. Jill Biden, left, after she made remarks on the second night of the convention on Tuesday, August 18, 2020 USA - ZUMAs152 20200818_zaa_s152_075 Copyright: xDemocraticxNationalxConventionxVx

Biden präsentierte sich mit seiner Frau Jill in einer Videoschalte zuversichtlich und dankbar für die Nominierung. Bild: imago-imagese / Democratic National Convention V

Der in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin organisierte Demokraten-Parteitag steht unter dem Motto "Amerika vereinen". Er wird wegen der Corona-Pandemie weitgehend virtuell ausgetragen: Bei der Abstimmung schalteten die Demokraten per Video in alle 57 Bundesstaaten und Territorien der USA.

Am Dienstag warben die früheren Präsidenten Jimmy Carter und Bill Clinton für Biden. "Joe hat die Erfahrung, die Charakterstärke und die Anständigkeit, uns zusammenzuführen und Amerikas Großartigkeit wieder herzustellen", sagte Carter in einer Audiobotschaft. "Wir verdienen jemanden mit Integrität und Urteilsvermögen, jemanden, der ehrlich und fair ist, jemanden, der dem verpflichtet ist, was das Beste für die Amerikaner ist."

Scharfe Kritik an Trump

Bill Clinton übte am zweiten Tag des virtuell abgehaltenen Parteitags scharfe Kritik an Trump. "In Zeiten wie diesen sollte das Oval Office eine Kommandozentrale sein. Stattdessen ist es ein Unruheherd", sagte Clinton in einer Videoansprache. "Es herrscht nur Chaos. Nur eine Sache ändert sich nie: Seine (Trumps) Entschlossenheit, Verantwortung abzustreiten und die Schuld abzuwälzen."

August 18, 2020, USA: In this image from the Democratic National Convention video feed, former United States President Bill Clinton makes remarks on the second night of the convention on Tuesday, August 18, 2020 USA - ZUMAs152 20200818_zaa_s152_060 Copyright: xDemocraticxNationalxConventionxVx

Ex-Präsident Clinton fand deutliche Worte für den amtierenden Präsidenten Trump. Bild: imago-images / Democratic National Convention

Wer einen Präsidenten wolle, der "seinen Job darin definiert, jeden Tag stundenlang Fernsehen zu schauen und Leute in den sozialen Medien fertigzumachen", der müsse für Trump stimmen. Biden dagegen habe eine Mission, sagte Clinton. "Verantwortung übernehmen, nicht Schuld abwälzen; sich konzentrieren, nicht ablenken; vereinen, nicht spalten." Biden sei "bodenständig" und erledige seine Arbeit. Carter war von 1977 bis 1981 US-Präsident, Clinton von 1993 bis 2001.

Bei dem Parteitag sprach auch der frühere republikanische US-Außenminister Colin Powell Biden seine Unterstützung aus. "Wer ein starkes Amerika will, der will Joe Biden." Biden hofft, bei der Präsidentschaftswahl viele von Trump enttäuschte konservative Wähler für sich gewinnen zu können.

(lau/afp)

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