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"Arsch" vs "Spinner": Was hinter Trumps absurdem Kleinkrieg mit seinem Ex-Sprecher steckt

Nach Trennungen passieren ja manchmal irrationale Sachen. Bei US-Präsident Donald Trump und seinem ehemaligen Kommunikationschef Anthony Scaramucci scheint das mit zwei Jahren Verzögerung zu passieren. "The Mooch" blieb Trump selbst nach unehrenhafter Entlassung die längste Zeit treu. Er veröffentlichte sogar ein ganzes Buch, in dem er seine Bewunderung für den Präsidenten zum Ausdruck brachte.

Doch vor etwas mehr als einer Woche schien die Stimmung zwischen den beiden zu kippen. Scaramucci verglich Trumps Präsidentschaft in einem Fernseh-Interview mit dem Reaktorunfall in der HBO-Serie "Chernobyl". Er sagte:

"Wir befinden uns jetzt in den frühen Episoden von 'Chernobyl' auf HBO, als der Reaktor zu schmelzen beginnt und die Apparatschiks nicht wissen, ob sie das vertuschen oder mit dem Aufräumen anfangen sollen."

Scaramucci bei bill maher

Oder das hier:

Trumps Reaktion folgte wie immer: schnell, heftig und auf Twitter. Scaramucci wisse fast nichts über ihn, sei völlig inkompetent und solle sich daran erinnern, dass es nur einen Grund gebe, dass er überhaupt im Fernsehen ist.

Mooch: Trump sei ein "Arschloch", ein "Narzisst" und "verrückt"

Seither wurde "The Mooch" von zahlreichen Fernsehsendern, Magazinen, Online-Portalen und Zeitungen interviewt. Unter anderem sagte er "Vanity Fair", Trump sei ein "Arschloch", "ein Narzisst" und "verrückt". Moochs neuster Coup: Er will eine Koalition ehemaliger Trump-Mitarbeiter gründen, die Trump öffentlich denunzieren soll. Genug mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für dieses Vorhaben sollten sich jedenfalls finden lassen.

Trump: Mooch ist ein "instabiler Spinner"

Wieder schlägt Trump auf Twitter zurück. Scaramucci sei ein "instabiler Spinner", schreibt er. Außerdem würde seine Frau Mooch zur Weißglut treiben, etwas "Großes" passiere mit ihr. Sie würden sich scheiden lassen, schreibt Trump. Und nochmal: Er sei ein mentales Wrack, das jetzt in den "Fake News" eine Plattform erhalte.

Trump und Scaramucci – ihre Vorgeschichte:

Schon die Ernennung des exzentrischen Scaramucci war damals in der Regierungszentrale umstritten gewesen. Trumps damaliger Sprecher Sean Spicer nahm sie als Grund, hinzuwerfen. Er hatte gesagt, Scaramucci werde die bereits vorhandene Unsicherheit und das Durcheinander in der Regierung nur verstärken.

In der Tat sorgte der ehemalige New Yorker Investor mit exzentrischem Auftreten für Wirbel. Er machte mit unflätigen Bemerkungen über Trumps damaligen Stabschef Reince Priebus und seinen einstigen Chefstrategen Steve Bannon von sich reden. Einem Reporter sagte der 53-Jährige, Priebus sei ein "fucking paranoider Schizophrener, ein Paranoiac".

Trump ließ seinen Kommunikationschef erst gewähren, über Tage standen die unflätigen Äußerungen im Raum. Am Ende jedoch behielt Scaramucci seinen Posten gerade einmal für zehn Tage, ehe er schon wieder weichen musste.

(hau/tam)

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