International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
February 5, 2019 - Washington, District of Columbia, U.S. - FEBRUARY 5, 2019 - WASHINGTON, DC: President Donald Trump delivered the State of the Union address, with Vice President Mike Pence and Speaker of the House Nancy Pelosi, at the Capitol in Washington, DC on February 5, 2019. .Credit: / Pool, via CNP Washington U.S. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAs152 20190205_zaa_s152_121 Copyright: xDougxMillsx

In der Nacht zum Mittwoch hat Donald Trump die lang erwartete Rede zur Lage der Nation gehalten. Bild: imago stock&people

Kampfansage, Selbstlob, Seitenhieb – Trumps Kongressrede in 8 Punkten 

Präsident Donald Trump hat in einer emotionalen Rede zur Lage der Nation die politischen Lager in den USA zu Einheit und Kompromissbereitschaft aufgerufen. Er selbst blieb aber bei seinen Positionen eisern. Ein Überblick zu den wichtigsten Punkten.

Versöhnlicher Beginn

US-Präsident Donald Trump hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede zur Lage der Nation den Kongress zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit aufgerufen.

Die Politik der Rache und Vergeltung müsse zugunsten von Kooperation und Kompromiss überwunden werden.

Viel Selbstlob

Trump lobte die wachsende Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze.

"Wir haben 5,3 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen und vor allem 600.000 neue im Produktionssektor."

Das stimmt aber nicht ganz. Trump zählt ab dem Zeitpunkt seiner Wahl und nicht ab seinem Amtsantritt. Laut der "Washington Post" stieg seit Januar 2017 die Anzahl neuer Jobs um 4,9 Millionen an – 436.000 davon im Produktionssektor.

Der Anstieg ist aber trotzdem beeindruckend. Unter Obama entstanden nur rund 900.000 Arbeitsplätze. Allerdings hat sich die Anzahl Arbeiter im Produktionssektor noch nicht erholt und liegt immer noch deutlich unter dem Niveau von 2007. Selbstlob gab es auch beim Thema Erdöl – er sprach sogar von einer Revolution.

"Amerika ist der größte Erdölproduzent der Welt und die Produktion hat ein Rekordhoch erreicht."

Unrecht hat er nicht. Jedoch ist dies keinesfalls eine seiner Errungenschaften. Die Energie-Exporte der USA übertreffen die Importe erst seit 2015. Zudem gilt das Land seit 2009 als größter Erdgasproduzent. Die Förderung von Rohöl stieg bereits 2010 rapide an und erreichte 2018 einen Höchstwert.

Seitenhieb gegen Untersuchung

Der US-Präsident bekräftigte sein Lob auf die US-Wirtschaft. Die konjunkturelle Entwicklung komme einem ökonomischen Wunder gleich, sagte der US-Präsident. Die positive Entwicklung könne nur aufgehalten werden, wenn unnötige Kriege geführt würden und wenn es zu parteipolitisch motivierten Untersuchungen gegen seine Person komme. Damit zielte Trump auf die Ankündigung der US-Demokraten, ihre Mehrheit im Kongress dazu zu nutzen, Untersuchungen gegen Trump einzuleiten.

Mit der Kritik zielte Trump offensichtlich auf die Untersuchungen zur Russland-Affäre im Kongress sowie andere Ermittlungen zu ihm oder seinem Umfeld ab, welche die Demokraten mit ihrer neuen Mehrheit im Repräsentantenhaus vorantreiben.

Und so reagierte Nancy Pelosi:

Kampfansage

US-Präsident Trump warb in seiner Rede zur Lage der Nation zudem für ein sicheres und modernes Einwanderungssystem. "Wir sind heute hier zu einem Zeitpunkt unbegrenzter Möglichkeiten zusammengekommen", sagte Trump vor beiden Kammern des US-Kongresses in Washington.

Weiterhin forderte er zur Sicherung der US-Südgrenze gegen Menschen- und Drogenhändler sowie gegen kriminelle Einwanderer erneut den Bau einer Mauer. "Toleranz für illegale Migranten ist nicht mitfühlend. Sie ist grausam", sagte Trump. Die Menschen aus Südamerika müssten von der gefährlichen und beschwerlichen Reise in die USA abgehalten werden.

Viele der Anwesenden hätten der Errichtung der Mauer zugestimmt, sagte Trump. Und weiter: "Ich bekomme sie gebaut". Allerdings wurde aber auch deutlich, dass Trump inzwischen von seiner einstigen Forderung nach der Errichtung einer durchgehenden Mauer über die Distanz von 2000 Meilen weit abgerückt ist. Er sprach von Zäunen, die dort errichtet werden sollen, wo nötig.

100 Jahre Frauewahlrecht

Während die Republikaner fast pausenlos standen und Trump applaudierten, verhielten sich die meisten Demokraten sehr zurückhaltend. Tosenden Beifall von allen Anwesenden gab es aber, als Trump auf Frauen zu sprechen kam.

"Niemand hat mehr von unserer florierenden Wirtschaft profitiert als Frauen, die 58 Prozent der im letzten Jahr neu geschaffenen Arbeitsplätze besetzt haben."

Amerikaner sollen stolz darauf sein, dass mehr Frauen als je zuvor im Arbeitsmarkt integriert seien. "Genau ein Jahrhundert, nachdem der Kongress die Verfassungsänderung zur Einführung des Frauenwahlrechts verabschiedet hat, haben wir mehr Frauen im Kongress als je zuvor."

Zweites Treffen mit Kim Jong Un

Trump will laut seiner Ansprache in der Außen- und Sicherheitspolitik den Versuch einer Einigung mit Nordkorea über die atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel fortsetzen. Er beabsichtigt, sich am 27. und 28. Februar in Vietnam erneut mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen. Trump und Kim hatten im Juni vergangenen Jahres zu einem historischen Gipfel in Singapur zusammengefunden.

"Unsere Geiseln sind nach Hause gekommen. Nukleartests haben aufgehört und es hat 15 Monate lang keinen Raketenstart gegeben", sagte Trump. "Wenn ich nicht zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden wäre, wären wir meiner Meinung nach in einen großen Krieg mit Nordkorea verwickelt, mit potenziell Millionen getöteten Menschen." Es sei noch viel Arbeit zu tun, aber sein Verhältnis zu Kim sei gut.

Außenpolitischer Rundumschlag

In der Afghanistan-Politik hofft Trump auf Fortschritte in den Verhandlungen mit den radikalislamischen Taliban. "Ich habe auch unsere Verhandlungen beschleunigt, um – wenn möglich – eine politische Lösung in Afghanistan zu finden", sagte Trump. "Große Nationen kämpfen keine endlosen Kriege", sagte der Präsident mit Blick auf den 18 Jahre währenden Afghanistan-Einsatz.

"Indem wir Fortschritte bei diesen Verhandlungen erzielen, werden wir in der Lage sein, unsere Truppenpräsenz zu reduzieren und uns auf Terrorismusbekämpfung zu konzentrieren." Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, Trump könnte sogar einen abrupten Abzug der US-Soldaten vom Hindukusch im Schilde führen.

Außenpolitisch wiederholte Trump ansonsten altbekannte Positionen. Er will den Iran genau beobachten, weil die Regierung in Teheran Amerika den Tod wünsche und Israel bedrohe. Er erneuerte seine Unterstützung für die venezolanische Opposition um den Interimspräsidenten Juan Guaidó, den die USA und inzwischen viele weitere Länder als den legitimen politischen Führer in dem lateinamerikanischen Land anerkennen. Und er verteidigte erneut den Ausstieg der USA aus dem Atomabrüstungsvertrag INF.

Emotionale Auftritte

Die Rede Trumps war gespickt mit emotionsgeladenen Auftritten von Gästen, die an den Patriotismus der Amerikaner appellieren und die Größe der Nation sowie die Erfolge der Trump-Politik dokumentieren sollten.

So war nicht nur der letzte lebende Mondfahrer Buzz Aldrin im Saal des Kongresses, sondern auch Weltkriegsveteranen sowie ein zehnjähriges Mädchen, das erfolgreich gegen den Krebs kämpfte.

Mit dem Auftritt einer nach 22 Jahren Haft wegen Drogendelikten von Trump begnadigten Frau stützte er seine Politik im Strafvollzug.

Und dann gab es noch ein Geburtstagskind. Judah Samet überlebte gleich zwei grauenhafte Katastrophen: Als junger Mann entkam er dem Holocaust, letztes Jahr blieb er beim Attentat auf die Pittsburgher Synagoge unverletzt.

(vom/afp/reu/dpa)

Trumps Twitter-Tiraden: So begann @realdonaldtrump

abspielen

Video: watson/Max Biederbeck, Lia Haubner

Alles zu Trump:

In der Ehe zwischen Trump und Fox News kriselt es – und zwar heftig!

Link zum Artikel

Trump nimmt mit seinen Mauer-Märchen Hunderttausende als Geisel 

Link zum Artikel

Trump und die Russen – 14 Fakten, die auf eine Verbindung hindeuten 

Link zum Artikel

Sie ist die neue Hassfrau von Trump und Fox-News – jetzt fürchten sie auch die Reichen

Link zum Artikel

Trump sitzt in der Mauer-Falle – aber es gibt einen (sehr zweifelhaften) Ausweg

Link zum Artikel

Trump-Sprecherin weiß, warum er Präsident wurde – und macht sich zum Gespött 🤣😇

Link zum Artikel

Heute startet Trump den Truppen-Abzug aus Syrien – das könnten die Folgen sein

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

So instrumentalisieren rechte Ideologen den Brand von Notre-Dame für ihre Zwecke

Link zum Artikel

Diese Iranerin zog ihr Kopftuch aus und muss jetzt ein Jahr ins Gefängnis

Link zum Artikel

Hartz-IV-Sanktionen in der Schulzeit: "Ich lebte von 30 Euro im Monat"

Link zum Artikel

"Wir sind nicht bei der WM!" Club aus Brandenburg hat 5 Regeln für Helikopter-Eltern

Link zum Artikel

Bei der Hillsborough-Tragödie sterben 96 Fans – und werden dafür beschuldigt

Link zum Artikel

Vermisst und wieder aufgetaucht – 7 Fälle von Kindern, die verschwunden waren

Link zum Artikel

Der HSV wirbt mit seinen Fans – nur sind's keine Hamburger. Sondern Magdeburger!

Link zum Artikel

Weil Erdogan kam, drang die Polizei in das Büro dieses Abgeordneten ein – jetzt klagt er

Link zum Artikel

"Junge Mädchen werden hier kaputtgefickt" – Ex-Prostituierte will Sexkaufverbot erreichen

Link zum Artikel

Erstes Foto von einem Schwarzen Loch – und das Internet so 🤷‍♀️

Link zum Artikel

Findest du heraus, welche dieser traurigen Tier-Fakten stimmen?

Link zum Artikel

Die coolste Socke gehört auf den "GoT"-Thron! #TeamTyrion

Link zum Artikel

Pete wer??? Die neue Demokraten-Hoffnung ist jung, schwul und will Donald Trump besiegen

Link zum Artikel

"Finde das furchtbar!" Hamburg kämpft gegen Helikoptereltern – diese 3 Mütter machen mit

Link zum Artikel

Vorhaut-Cremes und Unten-ohne-Sonnenbäder: Die absurdesten Promi-Beauty-Tipps

Link zum Artikel

Wurden sie über Bord geworfen? Tote Kühe am Strand von Teneriffa angespült

Link zum Artikel

9 Eltern, die ihren Sinn für Humor hoffentlich weitervererben

Link zum Artikel

Frauenarzt?! Was im Rammstein-Video zu "Deutschland" keinem auffiel

Link zum Artikel

Nach dem sinnlosen Tod von Hund Sam warnt sie vor diesem Spielzeug

Link zum Artikel

19 Bilder, die dir zeigen: Es ist nicht alles, wie es scheint

Link zum Artikel

Der Tod des Patriarchats! Daenerys auf den Thron #TeamDaenerys

Link zum Artikel

Ich habe mich mit Mama & Oma über Emanzipation unterhalten – es lief anders, als erwartet

Link zum Artikel

Diese Russin ist ein Insta-Star – weil sie ihr Wald-Leben inszeniert wie eine Stadt-Ikone

Link zum Artikel

Wenn die Sonne stirbt, ist das wie ein leiser Pups

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Homosexuellen in Brunei droht seit heute die Todesstrafe – und das ist noch nicht alles

Trotz internationaler Kritik sind seit diesem Mittwoch im Sultanat Brunei härtere Strafgesetze in Kraft.

In dem Sultanat auf der Insel Borneo sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner muslimischen Glaubens. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch.

Der autoritär regierende Sultan Hassanal Bolkiah - mit einem Vermögen von vielen Milliarden Euro einer der reichsten Monarchen der Welt - hatte 2014 damit begonnen, die Scharia einzuführen.

Artikel lesen
Link zum Artikel