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Donald Trump ist in Schwierigkeiten. Bild: Getty Images/iStockphoto/imago images / MediaPunch/watson-montage

Trump und die Ukraine-Affäre – das sind die 7 neuesten Entwicklungen

Milan Marquard / watson.ch

Washington befindet sich in Aufruhr: Ein Whistleblower hat publik gemacht, dass Donald Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgefordert haben soll, dass dieser ihm belastende Informationen zu Präsidentschaftskandidat Joe Biden und dessen Sohn liefert. Doch nicht nur das: Es besteht der Verdacht, dass Trump Selenskyj im Gegenzug ein Versprechen gemacht haben soll.

Die Demokraten unter der Führung von Nancy Pelosi sehen in dieser Handlung ein Vergehen und haben entsprechende Untersuchungen eingeleitet. Ein vom Weißen Haus veröffentlichtes Transkript des Telefongesprächs und die Veröffentlichung der Beschwerde des Whistleblowers verstärkten den Verdacht, dass Trump sich Wahlhilfe von einer fremden Nation beschaffen wollte.

Neben einem Großteil der Demokraten sprechen sich mittlerweile auch einige Republikaner und unabhängige Abgeordnete für ein Impeachment-Verfahren gegen Trump aus. Der US-Präsident und die meisten Republikaner sehen keine Grundlage für ein solches Amtsenthebungsverfahren und sprechen erneut von einer "Hexenjagd".

In den vergangenen Tagen gab es weitere Entwicklungen und es kamen neue Informationen ans Tageslicht. Hier ein Überblick:

Transkripte auf geheimem Computer gespeichert

Nachdem das Transkript eines der Telefongesprächs zwischen Trump und Selenskyj veröffentlicht wurde, gab das Weiße Haus zu, dass die Mitschrift auf einer streng geheimen Datenbank abgesichert wurde. Diese Datenbank ist jedoch für sicherheitspolitisch heikle Informationen gedacht.

Der Whistleblower äußerte in seiner Beschwerde den Verdacht, dass das Weiße Haus versucht hatte, den heiklen Inhalt des Gesprächs zu vertuschen. Es sollen noch mehr Gesprächs-Mitschriften auf dem Server gespeichert sein. So auch das Protokoll eines Treffens von Trump und dem russischen Außenminister Sergei Lawrow. Trump soll während dieses Gesprächs geäußert haben, dass ihm die Einmischung Russlands in die 2016-Wahlen egal sei.

Trump möchte Whistleblower treffen

Bisher konnte die Identität des Informanten geheimgehalten werden. Laut der "New York Times" soll es sich um einen Mitarbeiter der CIA handeln. Während der Anwalt des Whistleblowers und der Koordinator der amerikanischen Geheimdienste, Joseph Maguire, dessen Identität schützen wollen, will Präsident Trump ihr auf den Grund gehen.

Trump drohte dem Informanten bereits mehrfach, unter anderem via Twitter. Auf dem Kurznachrichtendienst äußerte Trump auch die Meinung, dass er es "verdient" habe, den Whistleblower persönlich zu treffen. Er bezeichnete den Informanten zudem als "Spion" und sprach in diesem Zusammenhang von "großen Konsequenzen".

Trump spricht von Entlassung Adam Schiffs

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses – Adam Schiff – äußerte sich zum Transkript des Telefonats, das vergangenen Mittwoch veröffentlicht wurde. Er gab den Inhalt sinngemäß wieder – dies sagte er sogar zu Beginn seines Statements. Trump ist jedoch der Ansicht, dass der US-Demokrat den Inhalt des Gesprächs komplett falsch wiedergegeben habe. Er spricht auf Twitter von "Landesverrat" und stellt die Frage, ob Adam Schiff dafür verhaftet werden solle.

Außenminister Pompeo beim Telefongespräch anwesend

Eine geheime Quelle sagte dem US-Sender CNN, dass Außenminister Mike Pompeo beim Gespräch zwischen Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten beteiligt gewesen sein soll.

Rudy Giuliani vom Repräsentantenhaus vorgeladen

Der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses hat Rudy Giuliani, den persönlichen Anwalt von Trump, vorgeladen. Sein Name fiel im brisanten Telefongespräch und Trump gab ihn sogar als Kontaktperson an.

Der Ausschuss ist überzeugt, dass Giuliani wichtige Informationen zu den Untersuchungen liefern kann. Bleibt die Frage, ob dieser die Informationen auch liefern wird: Giuliani ist bekannt als harter Hund und Trump gegen über sehr loyal.

Trump drängte australischen Premier

Ein amerikanischer Regierungsbeamter belastet den Präsidenten zusätzlich: So soll Trump den australischen Premierminister Scott Morrison laut der "New York Times" in einem Telefongespräch gedrängt haben, den Generalstaatsanwalt William Barr bei der Untersuchung der Ursprünge der Russland-Untersuchung von Robert Mueller zu unterstützen.

Trump soll die Hoffnung gehabt haben, dass die Mueller-Untersuchung diskreditiert wird. Die Idee für den Anruf soll von William Barr persönlich stammen. Einige Demokraten aus dem Senat verlangen, dass Barr zur Whistleblower-Beschwerde aussagt.

SCOTT MORRISON SARAH HENDERSON PRESSER, Australian Prime Minister Scott Morrison speaks during a press conference at Parliament House in Canberra, Thursday, September 12, 2019. ( !ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG, KEINE ARCHIVIERUNG UND KEINE BUCHNUTZUNG! CANBERRA ACT AUSTRALIA PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xLUKASxCOCHx 20190912001418979816

Der australische Premierminister Scott Morrison. Bild: imago images / AAP

Rund 50 Prozent für Trump-Impeachment

Laut Umfragen von CBS News und CNN will die Hälfte der Amerikaner Trumps Impeachment. In beiden Umfragen stiegen die Werte der Impeachment-Befürworter und sanken die Werte der Impeachment-Gegner im Vergleich zu früheren Umfragen. Die Ukraine-Affäre scheint seinem Ansehen tatsächlich zu schaden. Trump selbst verlässt sich jedoch lieber auf die Umfragen der rechten Webseite "Breitbart", die ein ganz anderes Bild zeichnen: Rund 98 Prozent sind demnach gegen ein Impeachment. Dafür gibt es von Donald Trump ein "DANKESCHÖN".

Bonus: Trevor Noah fasst nochmals alles zusammen

Trumps Twitter-Tiraden: So begann @realdonaldtrump

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